1. Northland – Neuseelands kulturelles Juwel

Alle Highlights auf einen Blick

  • Waipoua Kauri Forest
  • Matua Ngahere und Tāne Mahuta
  • Lake Taharoa
  • 90 Mile Beach
  • Aphipara Sand Dunes
  • Te Paki Giant Sand Dunes – Sandboarding
  • Cape Reinga – weißer Leuchtturm
  • Spirits Tree
  • Straße der Seelen
  • Cape Maria Van Diemen
  • Spirits Bay
  • Aroha Island Campground & Eco Centre – Kiwi Wanderung
  • Russell – Hellhole in the Pacific
  • Wairere Wasserfall
  • Waitangi Treaty Grounds
  • Bay of Islands
  • Duke of Marlborough Hotel
  • Pompallier Mission
  • Waipu Cave

1.1 Kauri-Giganten, Glühwürmchen & Ale

Vom Piha Beach ging es für uns ein ganzes Stück weiter in Richtung Northland – dort treffen uralte Regenwälder und Kauri-Giganten auf spirituelle Māori-Kultur und endlose Strände mit türkisblauen Buchten. Unser erster Stopp war ein ganz besonderer Ort – der uralte Waipoua Kauri Forest mit den teils über 2000 Jahre alten Kauri-Giganten. Wir waren im Oktober dort und sagen wir es mal so: Es hat aus gigantischen Eimern geschüttet. Wir haben es uns trotzdem nicht nehmen lassen – ausgerüstet mit nicht wasserdichten Regenjacken, was wir nach einer halben Stunde feststellen mussten – die größten Kauri-Bäume der Welt mit eigenen Augen zu sehen. Leider haben nur sehr wenige, wirklich alte und sehr große Bäume überlebt, was die Baumart umso wertvoller macht. Grund sind vor allem die Kauri-Dieback-Krankheit und die jahrzehntelange intensive Abholzung. Gleich am Eingang der Wanderung findet ihr eine „Reinigungsstation für eure Wanderschuhe„- bitte nutzt sie auch, um die empfindlichen Wälder vor eingeschleppten Krankheiten zu schützen.

Te Matua Ngahere und Tāne Mahuta sind zwei der letzten Giganten und „das Highlight“ im Waipoua Kauri Forest – sie zählen zu den ältesten und größten Kauri-Bäume der Welt und stehen unter besonderen Schutz. Da sie in unterschiedlichen Teilen des Waldes stehen, müsst ihr mit dem Auto zum jeweiligen Startpunkt der Wanderung fahren. Von dort kommt ihr über einen gut ausgebauten Holzweg zu den Bäumen – bitte immer auf dem Weg bleiben! Wir wussten zwar schon von Erzählungen, dass sie groß sind, aber direkt vor Ort hat uns ihre Größe fast umgehauen. „Te Matua Ngahere“ bedeutet übrigens in der Maori-Sprache „Vater des Waldes“ – sein Stamm hat eine Breite von stolzen 16,5 Metern, was ihn zum breitesten Baum Neuseelands macht. „Tāne Mahuta“ wiederum steht in der Māori-Mythologie für den Gott der Vögel und Wälder. „Mahuta“ kann man als „groß“ oder „erhaben“ übersetzen – der Baum ist mit 51 Metern der höchsten Kauri-Baum der Welt, was sehr gut zu der Māori-Übersetzung passt.


Campingplatz-Empfehlung: Falls ihr noch vor dem Kauri-Wald nach einem Schlafplatz sucht, ist der Taharoa Domain Kai Iwi Lakes Camping Ground am Lake Taharoa eine echte Empfehlung von uns – der See ist super klar, türkisblau am Ufer und hat einen weißen Sandstrand

Wir haben direkt im Waipoua Kauri Forest auf dem Waipoua Campground – Te Rorora übernachtet. Sobald es dunkel wird könnt ihr unter den Pflanzen, an einer Felswand Glühwürmchen und direkt nebenan im Fluss gefühlthundert Ale beobachten. Wer es etwas abgeschiedener mag, kann alternativ auf dem Wairere Boulders Nature Reserve Campground übernachten – liegt super schön mitten in der Natur.

Te Paki Coastal Track – Cape Maria Van Diemen

1.2 Neuseelands nördlichster Punkt: Cape Reinga – Sandsurfing & Muschelstrände

Vom den Kauri-Riesen ging es für uns erst Mal auf den Aphipara Top Ten Campingplatz – er liegt nicht weit vom Meer, ist super sauber und gut ausgestattet. Es gab sogar ein riesigen offenen Kamin im Aufenthaltsraum, eine Tischtennisplatte und einige Barbecue-Stellen für einen gemütlichen Grillabend. Direkt am Ahipara Beach beginnt auch „Strandstraßezum 90 Mile Beach – ein echt verrücktes Erlebnis für alle, die schon immer mal auf eigene Faust am Strand Auto fahren wollten. Dazu braucht ihr am besten ein geländetaugliches Auto – wird empfohlen, da man ohne Allrad leicht stecken bleiben kann – und einen kleinen Kompressor, um die Reifen danach wieder aufzupumpen. Falls ihr davor noch etwas Zeit habt, könnt ihr einen kleinen Spaziergang auf den Aphipara Sand Dunes machen – liegen ca. 5 km vom Campingplatz.

Angekommen am Kahokawa Beach – dem Ende des 90 Mile Beach – könnt ihr auf den 150 Meter hohen und 10 Kilometer langen Te Paki Sanddünen Sandboarding ausprobieren. Eine super Möglichkeit um den Strand von der sportlichen Seite zu entdecken, wenn natürlich das Wetter mitspielt (was es bei uns nicht hat). Die Sandboards können direkt an den Dünen ausgeliehen werden und kosten ca. 15 NZD pro Board und Tag – Öffnungszeiten sind von 09:30 bis 18:00 im Sommer. Außerdem müsst ihr euren Reisepass oder Führerschein als Sicherheit abgeben. Weitere Infos zum Sandboarding findet ihr auf der OutThere.Kiwi Webseite.

Wer sich darüber hinaus für die Māori-Kultur interessiert ist, sollte sich Cape Reinga – den nördlichsten Punk Neuseelands – nicht entgehen lassen, vor allem nicht den weißen Leuchtturm mitten auf dem Felsvorsprung. Er ist immer noch in Betrieb kann aber leider nur von außen besichtigt werden – nichtsdestotrotz habt ihr vor allem bei Sonnenuntergang – wenn die Laterne anfängt zu leuchten – eine unfassbare Aussicht auf die wilde Tasmansee. Der hochheilige Ort wird einer Māori-Legende nach, als Teil des Weges gesehen, den ein Verstorbener ins Jenseits geht.

Am Küstenvorsprung verlässt die Seele dann am „Spirits Tree“ unsere Welt. Der 800 Jahre alte Baum ist dünn, eher unscheinbar und wächst einsam an einem Felsen – wir mussten ehrlich gesagt zweimal hinschauen, um ihn zu erkennen. Es gibt eine Aussichtsplattform „Te Aroha“, von der aus ihr den Bau aus der Ferne anschauen könnt – er liegt auf einem Felsvorsprung unterhalb des Leuchtturms, das heißt es gibt keinen direkten Weg zum Baum. Genau an diesem Punkt treffen zwei Meere aufeinander, die Tasmansee und der Pazifische Ozean und verursachen extreme Strudel – dieser besondere Platz wird auch Te Ara Wairua genannt Straße der Seelen„. Das Naturschauspiel hat uns ganz schön in seinen Bann gezogen – wir standen gefühlt eine Stunde dort und haben uns die Info Tafel durchgelesen.

Wir haben für 15 NZD pro Erwachsener/Nacht ganz in der Nähe vom Leuchtturm auf dem Tapotupotu DOC Campingplatz direkt am Meer übernachtet – ihr kommt nur über eine kurze unbefestigte Schotterstraße runter (unsere Nachbarin hatte einen platten Reifen, passt daher etwas auf). Der Campingplatz ist super beliebt und es gibt auch nur 45 Stellplätze (first come, first serve), daher lohnt es sich früh da zu sein – vor Ort gibt es Duschen mit kaltem Wasser, Bio-Toiletten und Wasser, dass man vorher abkochen sollte. Ihr könnt sogar vom Campingplatz aus zum Leuchtturm laufen – es gibt einen 5 Kilometer langen Pfad direkt an der Küste, für den ihr ungefähr 3 Stunden einplanen solltet (eine Richtung).

Campingplatz Tipp: Der Kapowairua Campingplatz an der Spirits Bay – es gibt Duschen mit kaltem Wasser, Toiletten und Wasser zum kochen. Der Weg zur Bucht zieht sich etwas, da er über eine unbefestigte Straße führt – wir haben etwa 45 Minuten bis zum Strand gebraucht. Besonderheit: Der weiße Sandstrand besteht aus vielen kleinen bunten Muscheln und Steinen und sieht wie ein schimmernder Muschelteppich aus. Direkt hinter dem Strand liegen leuchtend grüne Hügel, die einem das Gefühl geben, mitten in einer Almregion direkt am Meer zu sein.

Am nächsten Tag haben wir eine der schönsten Wanderungen der Region gemacht – zur sandgeformten Landzunge des Cape Maria Van Diemen, dass ebenso Teil des 48 Kilometer langen Te Paki Coastal Walk ist. Für den Weg zum Strand braucht ihr ca. 45 Minuten – eine kleine entspannte Wanderung mit unfassbar schöner Aussicht auf die Dünenlandschaft. Es gib einige Stufen, die ihr auch wieder hoch laufen musst – aber es lohnt sich! Das Cape selber ist leider noch ein ganzes Stückchen weiter weg – ca. 2 – 3 Stunden um genau zu sein. Wir haben einige gut ausgerüstete Wanderer mit großen Rucksäcken getroffen, die eine Mehrtages-Tour gemacht und direkt am Cape übernachtet haben.

Aus der Ferne konnte man Abends noch ihre Feuer am Strand brennen sehen. Für alle die jetzt Blut geleckt haben: Ihr könnt sogar bis zu den Giant Sand Dunes am Kahokawa Beach laufen – denkt aber daran Schuhe anzuziehen, die nicht so sehr im Sand einsinken. Außerdem solltet ihr euer Auto am besten auf dem Tapotupotu DOC Campingplatz parken – das Gate auf dem Cape Reinga Parkplatz schließt um 20 Uhr* – oder einem Shuttlebus von Awanui/Kaitaia nach Cape Reinga nehmen. Dune Rider, Cape Reinga Tours, Far North Tours sind offizielle Anbieter und bieten Parkplatz und Transport in einem an.

*Übrigens ist Camping auf dem Cape Reinga Parkplatz verboten und kann bis zu 400 NZD Strafe kosten


Die schönsten Strände am Nordzipfel: Rarawa Beach (Campingplatz direkt am Meer)| Henderson Bay Beach | Colteri Beach | Maitai Bay


Historischer Ort: Gummdiggers Park – Ein historischer Ort, der das harte Leben der Gumgräber zeigt und wie sie früher Harzklumpen („Gum“) von jahrtausendealten, bereits verrotteten Kauri-Bäumen aus dem Boden ausgraben mussten | Kann heutzutage mit Bernstein vergleichen werden | Eintritt 15 NZD pro Erwachsener | Öffnungszeiten: 09:00 – 17:00 Uhr


Wanderung: Mahinepua Peninsula Walking Track, mit atemberaubender Aussicht auf die Inseln und türkisblauem Wasser – liegt auf dem Weg nach Kerikeri | Landschaftlich wie die Bay of Islands, mit dem Vorteil, dass ihr keinen Tour-Anbieter braucht

1.3 Kiwi Wanderung auf der Aroha Island Peninsula

Dieser Tipp verdient einen eigene Abschnitt, denn es war einer der absolute unvergesslichsten Neuseeland-Momente für uns. Auf dem Weg in Richtung Bay of Islands kommt ihr an der Aroha Island Peninsula vorbei – ein Naturschutzgebiet und bekannt dafür, die Heimat einer kleine Gruppe wilder North Island brown Kiwis zu sein. Wir haben auf dem Aroha Island Campground & Eco Centre übernachtet, dass Teil eines Bildungs- und Naturschutzzentrums ist und Schulen aber auch Reisende über die bedrohte, scheue Tierart aufklären. Der Campingplatz liegt in der Nähe von Kerikeri, direkt am Meer und mitten im Schutzgebiet – übrigens ist er einer der besten Orte in Neuseeland, um Kiwis auf eigene Faust und in freier Wildbahn zu beobachten.

Tipps für die Kiwi-Nachtwanderung: Für die Wanderung solltet ihr etwas Geduld und eine Stirnlampen mit roter Lichteinstellung dabeihaben. Das rote Licht bleibt für den nachaktiven & flugunfähigen Vogel unsichtbar – anders als normales Licht – und stört ihn außerdem nicht bei der Futtersuche. Außerdem gilt: Leise verhalten!

Kiwis sind extrem scheu, also setzt ihr euch am besten auf einer der vielen Bänke im Wald und lasst die Tiere zu euch kommen. Teilweise könnt ihr an den schrillen Rufen erkennen, ob welche in der Nähe sind – am besten schaut ihr euch schon vorher ein YouTube Video an. Wir haben die Wanderung auf eigene Faust gemacht und schon nach 20 Minuten warten gleich zwei von ihnen gesehen – ein älteres Kiwi-Pärchen, dass seit knapp 20 Jahren auf dem Gelände lebt. Durch das rote Licht konnten sie uns nicht erkennen und haben seelenruhig direkt neben uns nach Futter gesucht – dabei grunzen sie wie kleine Wildschweinchen, was wirklich süß ist.

Natürlich kann es sein, dass ihr am ersten Abend kein Glück habt, aber die Chancen auf dem Aroha Island Campground welche zu sehen sind wirklich super hoch. Ein Mann vor uns hat über eine Stunde gewartet – ohne Erfolg – und wir haben nicht mal eine halbe Stunde warten müssen. Für uns war es einer unserer schönsten Neuseeland-Momente, daher können wir diesen Campingplatz nur von Herzen weiter empfehlen.

Falls ihr die Region in Sachen Naturschutz unterstützen möchtet, könnt ihr auch für ca. 300 NZD pro Erwachsener eine organisierte Kiwi-Wanderung mit lokalen Naturschützern machen. Mit dem Geld werden unter anderem Schutzmaßnahmen der Bay of Island finanziert – leider wird die offizielle Webseite mit im Moment gewartet. Auf der NZ Camping Webseite findet ihr aber die Telefonnummer der Organisatoren und einige Eckdaten.


Außerdem in der Nähe: Stone Store – Rustikales, historisches Gebäude aus dem Jahr 1832 & ältester Laden Neuseelands, heute ein Geschenkladen mit individuellen Antiquitäten

1.4 Hellhole in the Pacific, Inselparadies & Maori-Kultstätte

Die kleine Küstenstadt Paihia ist durch ihre zentrale Lage ein perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge nach Russel, den Bay of Islands und den Waitangi Treaty Grounds. Leider fanden wir die Auswahl an guten Campingplätze nicht ganz so gut und haben uns für den Bay of Islands Apartments and Caravan Park entschieden – unserer Meinung nach der schönste in der Gegend. Er liegt in der Nähe der Stadt, hat einen kleinen süßen Teich und einige mediterrane Olivenbäume direkt an den Stellplätzen – was an heißen Tagen echt ein Segen sein kann. Nachteil: Er ist nicht ganz so günstig, es gibt nur wenige Stellplätze und leider keine Küche – was auf Caravan Campingplätzen in Neuseeland eher unüblich ist. Trotzdem ist er der perfekte Ausgangspunkt für Stadterkundungen – vor allem auch, weil er ganz in der Nähe der Paihia Fähre liegt.

Die kleine Küstenstadt Russell ist nur eine kurze Fährfahrt von Paihia entfernt und super beliebt bei Touristen – nicht nur durch ihre Lage direkt am Meer, sondern auch für ihre dunkle Vergangenheit. Sie wurde im 19 Jahrhundert als „Hellhole in the Pacific“ bekannt und verdankt ihren Spitznamen der Tatsache, dass sie der größte Walfanghafen der Südhalbkugel war. Entsprechend hoch war die Dichte an Walfängern, Kneipen, Missionaren und Bordellen – eine echt wilde Mischung unserer Meinung nach. Es gibt sogar heute noch einige Überreste aus dieser Zeit, unter anderem die Whangamumu Harbour Whaling Station aus dem Jahr 1844 – euch erwarten verrostete Walölfässer, eine alte Rampe am Strand und einige Koch-Kessel. Geschichtlich ein super interessant Ort, auch wenn dort schreckliche Dinge passiert sind.

Um zur Station zu kommen, müsst ihr von Russell etwa 30 Minuten Stunde mit dem Auto in Richtung Cape Brett fahren – wir hatten kein Auto dabei, leider der Grund warum wir die Wanderung nicht gemacht haben (siehe optional Fähre nach Russel). Die Wanderung ist ca. 4,2 km lang und endet an einem Sandstrand (beachtet die Gezeiten), von dem aus ihr in ca. 10 Minuten bis zur Walstation braucht.

Ansonsten ist Russel ein super entspannter kleiner Küstenort mit vielen historischen Gebäuden direkt an der Promenade. Folgende viktorianische Häuser solltet ihr euch auf jeden Fall anschauen:

  • Duke of Marlborough Hotel – Neuseelands ältestes Hotel (1827) – weißes Holzhaus im kolonialen Stil und rustikalem Seefahrer-Flair
  • Christ Church – Neuseelands älteste Kirche (1836)
  • Pompallier Mission – wunderschönes Anwesen mit einem kleinen Café und einem Museum, früher mal eine französische Missionarskirche und Buchdruckerei
  • Old Custom House – eine ehemalige Polizeistation aus dem Jahr 1870

Wer mehr über Russells Geschichte und den Flagstaff Krieg zwischen dem berühmten Māori „Hone Heke“ und den Briten wissen möchte, sollte nicht den Flagstaff Hill Walking Trail verpassen. Die Wanderung zum Gipfel führ euch durch eine typisch neuseeländische Buschland hoch zum historischen Flaggenmast „Flagstaff“, der 1840 von den Briten gehisst und während des Widerstands im Jahr 1844 von den Māori der Region ganze viermal gefällt wurde – plant für dem Weg zum Gipfel ca. 30 min ein. Von Oben habt ihr übrigens eine der schönsten Aussichten auf die Bay of Islands, die kleine Küstenstadt Russell und den Hafen. 



Fähre nach Russell: Mit der Passagierfähre kommt ihr in ca. 15 Minuten von der Paihia Wharft nach Russell und zahlt 17 NZD pro Erwachsener für die Überfahrt. Euer Auto könnt ihr einfach auf dem Bay of Islands Apartments and Caravan Park stehen lassen und von dort 10 Minuten zur Fähre laufen. Falls ihr trotzdem mit dem Auto fahren möchtet, könnt ihr mit der Autofähre für 18 NZD pro Auto von Opua nach Russell fahren – unserer Meinung nach braucht ihr vor Ort aber kein Auto und könnt alles zu Fuß erkunden. Wer sich die Whaling Station anschauen möchtet, solltet aber die Autofähre nehmen – es gibt keine öffentlichen Anbindungen dorthin und von Russell aus sind es dann nur noch 30 Minuten.



Beliebte Restaurants in Russell & Paihia: 

  • Duke of Marlborough Hotel – beliebtes & historisches Restaurant mit regionalen Meeresfrüchten, aber eher hochpreisig | Highlight: schrullige rosa Wände und rustikale Seefahrer-Deko (Russell)
  • Hones Garden – relativ günstige Pizzeria mit sehr schönem Außenbereich und guter Pizza (Russell)
  • Cáfe at Pompallier Mission – ein süßes kleines französisches Café mit leckerem Kuchen und grilled Cheese Sandwiches, perfekt für eine kleine Stärkung nach dem Museumsbesuch (Russell)
  • Seaside – Fish & Chips oder Burger inklusive Meerblick (Russell)
  • Tipsy Oyster – frische Austern in jeder erdenklichen Art auch als Burger (Paihia)
  • Zane Grey’s  Restaurant – super beliebte Location, direkt auf einem Steg (Paihia)

Wieder zurück in Paihia ging es für uns auf eine 3,5-stündige Tour mit Island Getaway Tours & Cruises zu den Bay of Islands – wir haben bei bookme etwa 100 NZD pro Erwachsener gezahlt und hatten einen super schönen Tag inklusive Inselhopping, Paddelboarding und einer kleinen Wanderung. Mit Glück könnt ihr vom Boot aus sogar Delfine, Wale (Juli-November), Seelöwen oder auch kleine Blue Pinguine beobachten. Unsere Gruppe war mit 10 Personen echt klein, was die Tour sehr entspannt gemacht hat – für uns eine der wichtigsten Punkte.

Los ging es mit einer Aussichtsplattform auf Motuarohia Island und die türkisblauen Buchten der Bay of Islands. Anschließend ging es zu einem Strand-Picknick mit Tee und Gebäck – dort hatten wir Zeit für eine kleine Wanderung oder eine Schnorchel-Tour (Schnorchelausrüstung wird euch gestellt). An sich hat uns die Tour wirklich gut gefallen aber im Nachgang würden wir eher eine entspannte Segeltour oder eine abenteuerlichere Kajaktour bevorzugen, bei der alleine schon die Überfahrt ein Highlight ist.

Unsere Favoriten: Barefoot Sailing Adventures bietet für 225 NZD pro Erwachsener eine 5-stündige Katamaran Tagestour zu den verschiedenen Inseln inklusive Lunch & Badestopps an. Wer lieber eine Kajak-Tour bevorzugt kann mit Bay of Island Kajaking eine 3-stündige Island Discovery Tour machen. Kosten liegen bei etwa für 170 NZD pro Erwachsener. Der Tour-Anbieter liegt aber auf Urupukapuka Island – keine Sorge, die Fährfahrt ist inklusive und dauert 40 Minuten. Plant euch also die Zeit vorher schon ein.

Nach der Tour ging es für uns wieder zurück nach Paihia – zu unserem letzten Stopp in der Region: den Waitangi Treaty Grounds. Eine der historisch wichtigsten Orte für die Māori, denn genau hier haben Vertreter der britischen Krone und einigen Māori-Häuptlinge den Treaty of Waitangi Gründungsvertrag unterschrieben. Was ihn so besonders macht, dass selbst ein neuseeländischer Feiertag nach ihm benannt wurde: Das Volk der Māori wurden am 6 Februar 1840 gesellschaftlich anerkannt und ihr Land sowie ihre Kultur unter besonderen Schutz gestellt.

Unserer Meinung nach gibt es kaum ein anderes Land, das seine indigene Kultur so respektvoll und selbstverständlich in den Alltag integriert wie Neuseeland. In den Schulen wird bis heute Māori unterrichtet, viele Straßenschilder sind zweisprachig und überall im Land stehen Versammlungshäuser (Marae), die bis heute aktiv genutzt werden. Man spürt wirklich an jeder Ecke, wie sehr die Māori-Kultur wertgeschätzt und gelebt wird. Für uns ein ganz großes Plus.

Was euch auf den Witangi Treaty Grounds erwartet: Ein originales Kriegskanu „Waka“, ein traditionelles Versammlungshaus, viele originale Kriegswaffen und eine Haka. Tanzperformance (checkt hierzu vorher die Zeiten der Aufführung). 

Hinweis zum Eintritt: Mit einem Working Holiday Visum kostet euch der Eintritt nur 35 NZD pro Erwachsener. Zeigt hierzu einfach euer Visum an der Kasse – natürlich wussten wir das nicht und haben den vollen Eintrittspreis von 70 NZD pro Erwachsenen gezahlt, was uns im Nachhinein persönlich zu teuer war. Mehr Infos findet ihr auf der Waitangi Treaty Grounds Webseite

1.5 Höhlenentdeckungstour in den Waipu Caves

Auf dem Weg in Richtung Waipu Caves kommt ihr an der Ostküste an tausend wunderschönen Stränden und Campingplätzen vorbei. Wir haben in Matapouri einen kleinen Zwischenstopp für eine Badepause eingelegt und sind über einen Trampelpfand runter zur türkisblauen Whale Bay – die Aussicht auf dem Weg ist super schön und ihr kommt an vielen exotischen Bäumen und Pflanzen vorbei. Der weiße Sandstrand ist nicht allzu groß, dafür aber super entspannt – viele Einheimische kommen hierher zum baden und es gibt sogar eine handgebaute Baumschaukel aus Treibholz. Vergisst also nicht euere Badesachen einzupacken. Eine weitere Option für einen Strandtag ist der Matapouri Beach – zwar besser zugänglich, dafür aber viel mehr los.

Anschließend ging es für uns weiter in Richtung Waipu Glowworm Caves – ein absoluter Insider-Tipp für alle, die eine Höhlenerkundungs-Tour inklusive Glühwürmchen auf eigene Faust erleben möchten. Im Unterschied zu den Waitomo Caves geht es hier deutlich entspannter zu und ihr könnt die Höhle ganz in eurem eigenen Tempo erkunden, ohne dass ihr euch durch Besuchergruppen drängen müsst. Für uns war sie ein absolutes Neuseeland-Highlight und wir hoffen wirklich sehr, dass es auch heute noch so ist – es wäre wirklich schade, wenn die Höhle irgendwann aufgrund von Zerstörung gesperrt werden müsste. Leider keine Seltenheit (siehe Mermaid Pools), daher bitte keine Glühwürmchen anfassen.

Euer Auto könnt ihr auf der großen Wiese direkt vor der Höhle parken. Stirnlampen, warme Kleidung (da es in den Höhlen ziemlich kalt werden kann) und Wasserfeste-Schuhe, solltet ihr unbedingt dabei haben – durch die Höhle fließt ein unterirdischen Fluss und ihr könnt mal schnell bis zur Hüfte im Wasser stehen. Wir hatten keine wasserdichten Schuhe dabei und sind deshalb über die Steine auf der linken Höhlen-Seite geklettert – stellt euch auf rutschige und teilweise große Felsen, matschigen Lehm, kleine Wasserläufe und allgemein sehr unebenes Gelände ein. Wer Crocs dabei hat, kann aber auch einfach durch den Fluss waten. Rechnet für die Tour eine gute Stunde ein, je nachdem wie tief ihr rein möchtet.

Tipps für die perfekten Höhlen/Glühwürmchen-Bilder: Am besten richtet die Person – von der ihr das Bild macht – ihre Stirnlampe auf den Boden oder auf eine Felswand, damit es von den Felsen reflektiert wird und eine Art Softbox-Effekt entsteht. Dadurch wirkt das indirekte Licht super natürlich und ihr bekommt die besten Ergebnisse in der dunklen Höhle – inklusive leuchtender Glühwürmchen. Falls ihr ein stärkeres Ergebnis möchtet, könnt ihr zusätzlich mit der Stirnlampe in Richtung Fotomotiv leuchten – aber auch hier eher indirekt. Am besten fotografiert ihr im Nachtmodus – kein Blitz!

Unsere Northland-Tour haben wir in einem AirBnb bei Whitford (in der Nähe von Auckland) ausklingen lassen. Das kleine Cottage hatte eine wunderschöne Aussicht auf ein üppig grünes Farmland-Tal – der perfekte Ort, um sich auf den nächsten Roadtrip in Richtung Bay of Plenty und Coromandel vorzubereiten. Der Dauerregen am Cape Reinga hatte schließlich seine Spuren hinterlassen.


Food-Experience: Eine halbe Stunde östlich in Richtung Kawakawa Bay kommt ihr an der Oyster Gallery vorbei – ein Food-Truck, der neben frischen und frittierten Austern, auch kleine Austern-Burger anbietet. Wir hatten ganz in der Nähe einen Job in der McCallum Residence und den Tipp von einem Einheimischen bekommen – frische Austern direkt am Meer sind definitiv etwas, dass ihr euch in Neuseeland nicht entgehen lassen solltet!

2. Bay of Plenty & die Waikato Region

Alle Highlights auf einen Blick

  • Victoria Battery Tramway & Museum
  • Crown Mines
  • Cathedral Cove
  • Hot Water Beach
  • Pinnacles Walk Coromandel
  • Hobbiton Movie Set Tour – Evening Banquet Tour
  • Rotorua -Kuirau Park
  • Redwood Forest
  • Wai-O-Tapu Wonderland – Champagne Pools, Devil’s Bath Pool, Lady-Knox-Geysir
  • Waiotapu Mud Pools
  • New Zealand Arts and Crafts Institute
  •  Waikite Valley Hot Pools Campground
  • Tutea Falls – höchster befahrbarer Wasserfall
  • Kerosin Creek
  • East Cape Lighthouse
  • Tolga Bay – Längster Steg Neuseelands
  • Te Puia Springs
  • White Island – Aktivster Vulkan Neuseelands
  • Mount Manganui
  • Mahia Peninsula
  • Taupo – Supervulkan See
  • Māori Felsen in der Mine Bay
  • Wairakei Terraces & Thermal Health Spa
  • Sleeping Lady
  • Craters of the Moon
  • Huka Falls
  • Tongariro Alpine Crossing – Great Walk
  • Taranaki Falls
  • Gollum’s Pools
  • Mount Ruapehu Gondola – Knoll Ridge Chalet
  • Tongariro River Rafting

2.1 Goldminen, Vulkanstrände & die aus Filmen bekannte Cathedral Cove

Kommen wir zum touristischen Hotspot für Outdoor & Geothermische Aktivitäten : Der Waikato & Bay of Plenty Region. Euch erwartet eine ausführliche Reiseroute mit allen großen Highlights im Herzen der Nordinsel – inklusive vieler Tipps abseits der Touristenpfade. Starten wir mit einer der bekanntesten Halbinseln Neuseelands – Coromandel Peninsula und dem geothermischen Hot Water Beach.

Plant für den Weg von Auckland in Richtung Coromandel ca. 2 – 3 Stunden ein – ihr könnte entweder über die spektakuläre Küstenstraße SH25 oder auf einen kurvigen Straße vorbei an dichten Kieferwäldern in Richtung Ostküste fahren. Auf der Halbinsel findet ihr übrigens neben vulkanischen Stränden, einige der schönsten türkisblauen Buchten der Nordinsel – unter anderem den New Chums Beach, den Otama Beach inklusive Strandschaukel aus Treibholz und den Hahei Beach.

Der Hot Water Beach hält was er verspricht und ist nicht umsonst ein Touri-Magnet, denn durch unterirdische, vulkanische Aktivitäten wird das Wasser am Strand angenehm warm – eine perfekte natürliche Wellness-Oase und ein unvergessliches Badeerlebnis. Informiert aber unbedingt vorher über die Gezeiten, denn ihr findet die Quellen nur bei Ebbe und eher weiter vorne am Strand. Ihr könnt sogar das Wasser teilweise an der Oberfläche blubbern sehen – genau dort solltet ihr auch euer Loch graben. Außerdem würden wir euch wärmstens empfehlen ganz früh morgens hinzugehen, denn Abends kann es rammelvoll werden und ihr müsst euch eher auf große Community Pools statt Zweisamkeit einstellen! Wir waren schon um 5 Uhr morgens zum Sonnenaufgang dort – und außer uns keine Menschenseele. Das frühe Aufstehen und das Hineinschlüpfen in den Bikini bei morgendlicher Kälte haben sich also mehr als gelohnt. Mit eurem Lieblingsgetränk in der Hand ein perfekten Platz, um in den Morgen zu starten. 

Schaufeln könnt ihr übrigens für ein paar Dollar direkt gegenüber auf dem Top Ten Campground ausleihen – dort haben wir auch übernachtet und waren entsprechend schnell vor Ort.

Insider-Tipp: Wer abseits der Touristenmassen an einem Geothermalen-Strand mit natürlich heißen Becken baden möchte, sollte einen Stopp am Kawhia Hot Water Beach einplanen – er liegt zwar etwas weiter unten an der Westküste in der Nähe von Raglan, ist aber wesentlich entspannter und weniger überlaufen als der Hot Water Beach

Vom Hot Water Beach geht es weiter in den 10 Kilometer entfernten Küstenort Hahei – dem Ausgangspunkt zur weltberühmten Cathedral Cove, die einige vielleicht aus dem Film „The Chronicles of Narinia“ kennen. Der Küstenabschnitt zählt nicht ohne Grund zu den meistfotografierten Orte in Neuseeland: Ein natürlicher Felsbogen trennt die türkisblaue Bucht in zwei Bereiche und verbindet sie gleichzeitig mit einem tunnelartigen Durchgang wieder miteinander. Bei Ebbe könnt ihr sogar die andere Strandseite laufen und den Te Hoho Rock genauer anschauen. Für uns gehört er zu einer der schönsten Strände des Landes – besonders durch den gewölbten, kathedralenartigen Tunnel und den kleinen Wasserfall auf der linken Strandseite, der direkt von der Klippe fließt. Eine perfekte, natürliche Outdoor-Dusche, bevor es wieder auf den Rückweg geht.

Für die Wanderung zur Bucht solltet ihr mindestens 1,5 Stunden einplanen (5 Kilometer hin- und zurück) – euch erwarten neben einem steilen Klippenpfad durch eine grüne Graslandschaft, einige Aussichtspunkte mit echtem „Wow-Effekt“. Euer Auto könnt ihr am Hahei Visitor Carpark parken und euch mit einem Shuttlebus bequem zum Startpunkt bringen lassen – der Parkplatz ist kostenlos, für den Shuttle zahlt ihr 7 NZD pro Erwachsener.

Statt der Wanderung könnt ihr die berühmten Bucht auch per Boot erreichen – für 175 NZD pro Erwachsener könnt ihr auf der Webseite von Cathedral Cove Kayak eine abenteuerliche Kajak-Tour buchen. Vorteil: Ihr bekommt nicht nur einen entspannten Tag am Strand, sondern habt auch die Chance einheimische Meeresbewohner aus nächster Nähe zu beobachten – unter anderem Delfinen, Seerobben oder sogar Pinguine. Gleichzeitig unterstützt ihr damit auch den Eco-Tourismus vor Ort und bekommt die Möglichkeit das Te Whanganui‑ā‑Hei Marine Reserve aus einer ganz anderen Perspektive zu entdecken – viele kommen leider nur für das perfekte Foto, daher finden wir es eine gute Alternative für alle, die gerne mehr über das empfindliche Ökosystem lernen möchten.


Zum Abschluss unserer Coromandel-Tour ging es für uns in Richtung Coromandel Forest Park, um den 14 km langen Pinnacles Walk hoch zu wandern. So viel Vorweg: Der Weg nach oben war mehr als anstrengend – vor allem durch die kugelartigen Steine, die sehr leicht unter den Füßen wegrollen und den Aufstieg zu einer kleinen Balance-Challenge machen. Es gab auch einige Treppen und Leitern die wir hochklettern mussten, aber die Aussicht auf die grüne Berglandschaft und die schroffen Pinnacles haben sich mehr als gelohnt – von oben konnten wir sogar die Küste und das Meer in der Ferne sehen. Es gibt auch die Möglichkeit in der Pinnacles Hut zu übernachten – eure Schlafplätze müsst ihr aber am besten schon einige Wochen im Voraus auf der offiziellen Government-Seite buchen. Wir würden die Wanderung trotz aller Anstrengungen zu 100% weiterempfehlen – alleine die alpine Vegetation ist schon ein Highlight.

Bevor es für uns weiter nach Hobbiton ging, wollten wir noch unbedingt einen Abstecher in Neuseelands ehemalige Goldminen-Region machen – und zwar zum Victoria Battery Tramway Museum in Waikino. Wer Lust auf echtes Abenteuer hat, kann für 10 NZD pro Erwachsener bei einer geführten unterirdischen Ofen-Tour mit Helm und Stirnlampe den Goldverarbeitungs-Prozess hautnah miterleben. Wir sind lieber auf eigene Faust losgezogen und haben uns auf dem kostenlosen Gelände die riesigen verrosteten Stampfermühlen, Förderbänder, Zyanid-Tanks und Metallgestelle einfach selber angeschaut – ein cooler Stopp in Neuseelands Geschichte und fast wie eine kleine Zeitreise zurück in die Goldrausch-Ära.

Fun Fact: Die Anlage war die größte ihrer Art in ganz Ozeanien und fast 60 Jahre lang in Betrieb – in der Goldrausch-Zeit eine halbe Ewigkeit! Vor Ort kann man sich richtig gut vorstellen, wie früher Riesenmengen Erz aus der Martha Mine in Waihi angeliefert und verarbeitet worden sind, um das Gold zu gewinnen, das die Region berühmt gemacht hat.

Wer weiter auf Entdeckungs-Tour gehen möchte sollte unbedingt weiter in die Crown Mines – unser persönliches Goldrausch-Highlight! Die weitläufige Anlage könnt ihr über den 2,5 km lange Karangahake Windows Trail erkunden, entlang von alten Bergwerks-Schienen, die früher für den Erztransport genutzt wurden. Unterwegs geht es über Hängebrücken, durch in den Fels gehauene Tunnel und vorbei an riesigen Farnen – auf den Schienen stehen sogar teilweise noch alte Kippwägen und ihr müsst sogar durch einige Tunnel durchkriechen. Die Kombination aus rostigen Schienen, Kippwägen und üppiger Vegetation fühlt sich fast wie ein kleines Indianer Jones Abenteuer an – ein must-do für alle Entdecker unter euch.


Eine weitere empfehlenswerte Wanderung in der Nähe ist der rund 2,5 Kilometer lange Karangahake Gorge Historic Trail. Der Weg läuft parallel zum Fluss und führt euch zu einem alten Bergwerktunnel, der stolze 1,2 Kilometer lang ist. Obwohl der Tunnel beleuchtet ist, kann es ziemlich dunkel und kühl werden – eine leichte Jacke ist also Pflicht, selbst im Sommer. Beim Durchlaufen haben wir sogar ein paar Glowworms an der Decke sehen können. Jap, der Tunnel ist wirklich so dunkel und lang!

Nach der Wanderung solltet ihr unbedingt noch ans Wasser – der Fluss ist im Sommer perfekt, um sich an den flachen Stellen abzukühlen. Oder ihr macht es euch auf den großen Felsen am Ufer gemütlich, lehnt euch zurück und genießt ein kühles Getränk mit Aussicht auf die Schlucht und die steilen Felswände.


Campingplatz: Übernachtet haben wir etwas weiter entfernt auf dem Bowetown Beach Holiday Park, der ungefähr 30 Minuten in Richtung Meer liegt.


Aussichtspunkt: Oceana Gold Waihi – heute noch eine aktive Erz-Mine


Geheimtipp heiße Thermalquellen: Te Aroha Mineral Spas – nicht überlaufen und sehr beliebt bei Einheimischen.

2.2 Willkommen in Mittelerde – zwischen Hobbits und grünen Hügeln

Nach unserem Goldminen-Abenteuer ging es für uns weiter Richtung Hamilton zum weltberühmten Hobbiton Movie Set – ein absolutes Highlight, das unserer Meinung nach auf keiner guten Neuseeland-Reise fehlen darf. Wir durften uns die kleinen Hobbit-Holes, die urige Taverne „The Green Dragon Inn“ und die idyllische Landschaft während einer 2,5 stündigen Hobbiton Movie Set Tour genauer anschauen (120 NZD pro Erwachsener) – und eines Vorweg: Es hat uns so gut gefallen, dass wir die Tour gleich zweimal gemacht haben. Seit Dezember 2023 könnt ihr sogar eines der Hobbit-Holes inklusive Einrichtung von innen besichtigen – ein sehr guter Grund, um die Tour ein drittes Mal zu machen!


Was uns während der Tour am meisten gefallen hat: Das gesamte Gelände ist super Aufwendig & Detailreich gestaltet – in den Vorgärten wachsen viele verschiedenen Blumen, es gibt einige kleine Gemüse- und Kräutergärten und überall hängen Wäscheleinen mit kleinen Miniatur-Klamotten & Mini-Briefkästen. Alles wirkt super authentisch und echt – aus dem Mini-Schornstein der Hobbit-Holes kommt sogar eine Rauchwolke raus. Ein super idyllisches Stück Erde, dass wie aus einer anderen Welt wirkt – es haben eigentlich nur noch die verkleideten Schauspieler gefehlt, um das Erlebnis komplett zu machen.

Jobs im Auenland: Falls ihr das Working Holiday Visum habt, könnt ihr euch für eine Stelle als Gärtner, Handwerker oder Tour-Guide bewerben und jeden Tag auf dem Gelände verbringen. Der Verdienst liegt je nach Erfahrung zwischen 24 – 30 NZD, was für Backpacker nicht schlecht ist. Außerdem bekommt ihr vergünstigte Tickets und kostenloses Mittagessen. Mehr Infos findet ihr auf der Karriere-Webseite.

Ein weiteres Highlight auf der Tour ist die urige Taverne „The Green Dragon Inn“ – wir durften uns zum Abschluss zwei Getränke aussuchen (im Preis inbegriffen). Ihr habt die Wahl zwischen verschiedenen Ale Biersorten, Cidre und alkoholfreiem Ginger-Beer – außerdem könnt ihr euch kleine Snacks kaufen. Wir saßen vor dem offen Kamin und haben ganz entspannt die urige Atmosphäre der Taverne auf uns wirken lassen und entschieden, wir kommen definitiv wieder. Diesmal aber im Rahmen der erlebnisreichen 4,5-stündigen Evening Banquet Tour – die übrigens so beliebt ist (auch bei Einheimischen), dass sie schon monatelang im Voraus ausgebucht ist. Wir hatten sehr viel Glück mit den Ticket, denn wir standen eigentlich hinter zehn anderen auf der Warteliste. Schaut einfach jeden Tag rein – manchmal geht es mit der Stornierung so schnell, dass die Mitarbeiter noch keine Möglichkeit hatten diejenigen aus der Warteliste zu kontaktieren – besonders abends.

In der Tour inbegriffen ist eine klassische Führung, ein authentisches Hobbiton-Festmahl und eine magische Laternenwanderung unter Sternenhimmel. Wir waren eine relativ kleine Gruppe und hatten das Gelände nur für uns alleine. Die Tour ist mit  NZD 230 pro Erwachsener zwar nicht ganz so günstig, aber definitiv jeden Cent wert! Das Essen war sogar noch besser, als wir es uns vorgestellt haben – von goldbraun geröstetem Hähnen, Rinderfleisch Ale-Eintopf, langsam gegarter Lammhaxen, Süßkartoffelpüree und Knoblauchpilzen über Pavlova mit Sahne und Erdbeersauce und gebackenen Apfel-Crumble mit Butterscotch Sauce war wirklich alles dabei. 

Vor allem wie das Festmahl angerichtet wurde, hat uns total umgehauen – überall standen kleine Requisiten auf dem Tisch, was die Experience natürlich nochmal authentischer gemacht hat. Während einer kleine Pause durften wir dann noch raus in den Biergarten – in den Bäumen hingen überall bunte Laternen und die Aussicht auf das leuchtende Dorf auf der gegenüberliegenden Seeseite hat uns einfach umgehauen.

Quelle: Instagram, HobbitonTours, Evening Banquet Hobbiton Movieset

Die Laternenwanderung war für uns das i-Tüpfelchen des Abends – im Dunkeln wirkt das Auenland mit seinen kleinen Hobbit-Häuschen einfach ganz anders als am Tag. Ausgestattet mit einer Handlaterne ging es dann gemeinsam vom The Green Dragon Inn in Richtung Festplatz. Aus den Schornsteinen der Hobbit-Häusern steigt Rauch, die Laternen flackern und das ganze Dorf hat diesen leicht magischen, filmreifen Look – ein unvergessliches Erlebnis. Am Ende gibt es noch eine Hobbit-Geschichte und ein kleines Ritual – alle schließen die Augen und denkt an seinen liebsten Augenblick des Tages.

Tipp: Alternativ könnt ihr euch für 280 NZD pro Erwachsener auch die „Behinde the Scence Tour“ mit einem Mittagessen im „The Millhouse“ und einer exklusiven Tour durch das Art Departement machen – inklusive Einblicke in die kreative Hobbiton-Werkstatt

Special Veranstaltungen: Hobbiton Beer Festival (November) für 320 NZD | Hobbiton Harvest Festival (Februar) für 300 NZD | A Hobbiton Christmas für 310 NZD


Campingplatz: Der beste und günstigste Campingplatz in der Nähe vom Filmset ist Brock’s Place in Matamata. Die Aussicht ist auf das umliegende Farmland ist wirklich super schön und stimmt einen schon mal auf die Hobbiton-Filmtour ein. Die Anreise ist nur zwischen 15 und 19 Uhr möglich – da es Vormittags als Farm genutzt wird – und ihr zahlt nur 10 NZD pro Stellplatz. Heiß duschen könnt ihr für 2 NZD extra. Eine Küche gibt es leider nicht, dafür könnt ihr aber das Outdoor-Waschbecken zum abwaschen nutzen.

2.3 Die Surfer-Hauptstadt Raglan & die Spellbound Glowworm Cave

Bevor es von Hobbiton nach Rotorua geht, könnt ihr alternativ einen Abstecher in die kleine Küstenstadt Raglan an der Westküste machen – eine internationale Surfer-Hochburg und vor allem bekannt für die langen Surf-Rides an der Manu Bay. Außerdem liegen nicht weit von der Stadt die Bridal Veil Falls – ein Wasserfall der von einer Klippe in ein von Moos bewachsenen natürliches Becken stürzt. Oben gibt es sogar eine kleine Plattform, von der ihr 55 Meter in die Tiefe schauen könnt.

Hauptgrund für den Umweg war aber nicht nur die Küstenstadt Raglan, sondern eine geführte Tour durch die Spellbound-Glowworm-Cave. Die Glühwürmchen-Höhle liegt etwa 1,5 Stunden südlich von Raglan und führt direkt am Kawhia Hot Water Beach vorbei – ein perfekter Badestopp auf dem Weg. Wir haben uns bewusst für die familiengeführte Spellbound Cave entschieden, denn sie ist viel weniger überlaufen als die berühmten Waitomo Caves. Außerdem bekommt ihr den absoluten Traum einer jeden Neuseelandreise: Eine einzigartige Bootstour durch die leuchtende Glühwürmchen-Höhle. Wir sagen nur: Oh mein Gott hat sich das gelohnt! Neben dem Kiwi-Campingplatz und dem Hobbit-Festmahl einer unserer Top 3 Ausflüge in Neuseeland.

Wir waren nur zwölf Personen auf der Tour und wir hatten genug Zeit, uns in Ruhe mit jedem auszutauschen. In einer der Höhlen liegen sogar Überreste eines ausgestorbenen Moa – ein Emu-Ähnlicher Riesenvogel.. Die Tour kostet 99 NZD pro Erwachsener, dauert 2,5 Stunden und beinhaltet Helm und Stirnlampe – fast wie eine richtige Höhlenexpedition.

Das Highlight der Tour war natürlich die Bootstour: Der Tourguide hat das Gummiboot durch befestige Seile an der Höhlenwand „vorwärts geschoben“ – es war super still und die Athmosphäre war einfach magisch. Niemand hatte sein Handy in der Hand und das hat schon sehr viel zu heißen heutzutage. Wir würden der Tour eine 12/10 geben und sie auch unserer Familie weiterempfehlen.


Unser Tipp: Macht eure Bilder in der Waipu Cave, denn dort habt ihr unbegrenzt Zeit! Genießet die Tour und haltet diesen Moment in eurer Erinnerung fest – es lohnt sich wirklich!

Thermalquellen des Waikite Valley Hot Pools Campground

2.4 Rotorua: Gefährliche Vulkanlandschaften und natürlich heiße Thermalquellen

Nach unserem unvergesslichen Erlebnis am Hobbiton Movie Set ging es für uns direkt weiter zum nächsten Highlight der Reise: der geothermischen Vulkanlandschaft rund um Rotorua. Dort warten nicht nur heiße Schwefelfelder, Geysire und blubbernde Schlammbecken auf euch, sondern auch einige der besten natürlichen Spa-Quellen des Landes. Bevor ihr jedoch komplett in die Welt der Vulkane eintaucht, lohnt sich ein Zwischenstopp an den Putaruru Blue Springs – einer der klarsten natürlichen Quellen der Welt und berühmt für ihre türkisblaue Farbe.

Good to know: Das Quellwasser ist fast 100 Jahre alt, bevor es an die Oberfläche kommt. Außerdem versorgt es einen großen Teil Neuseelands mit Trinkwasser und ist es so klar, dass ihr bis zu 15 Meter tief auf den Grund schauen könnt. Der weiße Kalkboden reflektiert das Licht und lässt das Wasser und die Unterwasserpflanzen in den schönsten Farben leuchten – am liebsten würde man sofort reinspringen wollen, dass ist aber selbstverständlich nicht erlaubt.

Außerdem kann es auf dem Walk zu den Quellen ziemlich voll werden, daher haben wir einen kleinen Tipp für euch: Fahrt statt zum Haupteingang einfach zum Te Waihou Blue Spring – Whites Road Entrance. Besonders am frühen Morgen habt ihr die besten Chance, die Quelle fast für euch allein zu haben. Vor Ort wimmelt außerdem noch vor Sandflies – zieht daher am besten etwas langärmliges an.

Weiter geht es in die einzigartige Vulkanregion Rotorua, die mitten in der Taupō Volanic Zone liegt und zum „Pacific Ring of Fire“ gehört – einer der aktivsten Vulkangebiete der Welt. Und das merkt man auch direkt beim Ankommen: Es riecht plötzlich nach faulen Eiern und überall in der Stadt steigen riesige Dampfwolken auf. Der beste Ort um sich genau dieses Naturschauspiel näher anzuschauen ist der Kuirau Park – es gibt einige Schlamm- und Schwefelquellen (baden verboten) sowie einige mineralhaltige Kneippbecken, die ihr ohne Bedenken nutzen könnt. Baden in den Schwefelbecken ist durch die zu hohe Wassertemperatur und die Schwefelkonzentration natürlich verboten – an den Geruch haben wir uns bis zum Schluss nicht gewöhnen können, haha.

Auf dem Rotorua Lakefront Broadwalk könnt ihr übrigens einmal den Lake Rotorua entlang spazieren – der See hat keine gethermischen Aktivitäten ist aber totzdem schön anzuschauen.


Der Redwood Forest Park liegt am Rand der Stadt und ist eigentlich nur durch ein kleines Experiment der Regierung entstanden – sie haben Küstenmammut-Bäume aus Kalifornien importiert, um schnellwachsende Bäume zu pflanzen, die qualitativ gutes Holz liefern. Über 100 Jahre später ist er zu einem Tourismusmagneten und einem Naherholungsort geworden. Besonders beliebt ist der Redwood-Treewalk bei Nacht – alle Bäume werden mit bunten Lichtern beleuchtet, die den Wald in einen fast märchenhaften Ort verwandeln. Uns waren die Tickets mit 42 NZD pro Erwachsener etwas zu teuer, weshalb wir uns einfach für einen Spaziergang durch den Wald entschieden haben – unserer Meinung total ausreichen, denn die Mammutbäume sehen auch schon von unten total beeindruckend aus. Weitere Infos zu den Preisen findet ihr auf der Redwood-Treewalk Webseite.

Wer Lust auf ein richtiges Abenteuer hat, kann sich bei den Tutea Falls ganze 7 Meter in die Tiefe stürzen – entweder mit Kaituna Rafting oder den River Rats. Der Wasserfall ist einer der höchsten befahrbaren Wasserfälle der Welt und hat einen Schwierigkeitsgrad von 5 – also nichts für schwache Nerven! Wenn euch Rafting zu extrem ist, könnt ihr alternativ den Okere Falls Scenic Reserve Walk entlang des Flusses machen. Auf dem Weg kommt ihr an historischen Māori-Höhlen, kleineren Wasserfällen und einem Aussichtspunkt auf die Tutea Falls vorbei – perfekt, um spektakuläre Videos von den Booten zu machen.


Campingplatz: Top Ten Holiday Park direkt am Blue Lake mit hauseigener Spa-Quelle – für 15 Minuten zahlt ihr 30 NZD, was unserer Meinung echt pricey ist

Was wir das nächste Mal noch machen würden: Secret Hot Tubs Rotorua | Whakarewarewa The Living Maori Village | New Zealand Arts and Crafts Institute | Waimangu Volcanic Valley (bei Waiotapu)

Von Rotorua aus ging es für uns dann ein Stückchen weiter runter zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland – einem vulkanischen Geothermal-Paradies mit leuchtend bunten Schwefelbecken. Wir wollten uns unbedingt die bunten Champagne Pools, den giftgrüne Devil’s Bath Pool und den Lady-Knox-Geysir anschauen – letzteres findet täglich um ca. 10:15 Uhr statt, natürlich haben wir es verpasst, haha. Der Geysir bricht nämlich nicht auf natürliche Weise aus, sondern wird von einem Ranger künstlich mit Seife zum Ausbruch gebracht.

Wir waren absolut happy mit unserer Entscheidung, denn die Farben der Schwefelbecken waren einfach unglaublich. Das azurblaue Wasser der Champagne Pools wird von einem roten, verkrusteten Rand umgeben – fast wie ein gemaltes Aquarell, bei dem Himmel und Erde ineinanderfließen. Die Kontraste wirken so surreal, dass man fast das Gefühl hat, auf einem anderen Planeten zu stehen. Der Weg dorthin führt euch über einen Holzsteg, vorbei an dampfenden und blubbernden Quellen – ihr könnt euch die Kraft der vulkanischen Landschaft vorstellen.

Der alien-grüne Devil’s Bath Pool ist der am meist fotografierte Pool im Wai-O-Tapu Wonderland – als hätte jemand flüssigen Atommüll hinein gekippt. Die knallige Farbe entsteht aus einer Mischung aus Schwefel und mineralischen Salzen und kann je nach Licht, Wetter und mineralischer Konzentration, entweder neongrün oder gelbgrün leuchten. Der Eintritt kostet ca. 47 NZD pro Erwachsener – weitere Infos zum Wonderland findet ihr auf der Wai-O-Tapu Webseite.

Abends haben wir ganz in der Nähe auf dem Waikite Valley Hot Pools Campground übernachtet und in den campingeigenen Thermalquellen entspannen. Auch Tagestouristen können die heißen Thermalquellen nutzen – eine Übernachtung ist also nicht zwingend notwendig. Schon beim Ankommen kann man die besondere Atmosphäre spüren, denn aus gefühlt jeder Ritze im Boden und sogar aus dem Gullideckel steigt Dampf auf. Das praktische daran: Über den Dampfaustrittsstellen wurden kleine Hütten aufgestellt, in denen ihr eure Badesachen/nassen Klamotten trocknen könnt. Nach einer entspannten Auszeit im Pool, solltet ihr euch für den nächsten Tag  wappnen, denn es gibt noch mehr in dieser Region zu entdecken. 


Am nächsten Morgen ging es zur Kerosin Creek – ein super beliebter, geothermischerFluss, der für seinen „heißen Wasserfall“ bekannt ist. Ein Juwel das heutzutage leider kein Geheimtipp mehr ist – der Eintritt ist zwar kostenlos, dafür müsst ihr mit einigen Besuchern rechnen. Am Wasserfall selber ist natürlich am meisten los, wenn ihr es also ruhiger wollt, müsst ihr einfach ein Stück weiter am Fluss entlang laufen und euch nach einer anderen Badestelle umschauen. Alternativ könnt ihr auch zur weniger überlaufenen Hot ’n‘ Cold Badestelle oder zum Warm Lake Rotowhero.

Schaut euch außerdem bei Gelegenheit noch unbedingt die Waiotapu Mud Pools an (kostenlos) – ein Schlammparadies, dass man stundenlang beim blubbern zuschauen könnte.



Weitere Übernachtungsmöglichkeit: Lake Okaro Campsite – sehr schöner See mit wenigen Stellplätzen und schönem, umliegenden Farmland (die Wiese kann in der Nähe vom See sehr feucht werden – Gefahr von feststecken recht hoch)

Geheimtipp: Rianbow Mountains Scenic Reserve Wanderung zum türkisblauen Inferno Crater Lake und den rostroten Rainbow Mountains

2.5 Extra Route für alle die etwas mehr Zeit mitbringen: Von der Bay of Plenty zum East Cape Küstenzipfel

Die Bay of Plenty ist eine lange „u-förmige“ Bucht an der Ostküste der Nordinsel und vor allem bekannt als Neuseelands „Citrus-Capital“ – entlang der Straße kommt ihr an vielen Obst- und Kiwiplantagen vorbei. Nutzt also die Gelegenheit und deckt euch an den Fruit-Ständen am Straßenrand mit Obst und Kiwis ein – dort bekommt ihr übrigens auch zwischen März und Mai rote Kiwis. Von Rotorua aus ging es dann zuerst nach Tauranga – eine lebendige Küstenstadt am Beginn der Bay of Plenty.

Ein besonderes Highlight in der Stadt ist die 360°-Aussicht vom Gipfel des Mount Maunganui auf die schier endlos lange Bay of Plenty – für die Wanderung solltet ihr etwa eine Stunde einplanen. Aber Tauranga hat noch mehr zu bieten: Bunte Wochenendmärkte und kulinarische Events wie das Flavours of Plenty Festival machen die Stadt zu einem echten Paradies für Foodies. Wer es etwas aktiver mag, kann auch Delfine und Wale auf einer Tour mit Bay Explorer – Dolphin and Wildlife Cruises beobachten, einen Blick in die historische Missionsstation „The Papa Tauranga“ werfen oder die farbenfrohe Tauranga Art Gallery besuchen, in der moderne Māori-Kunst ausgestellt wird.


Unser nächster Stopp entlang der Bay of Plenty war Whakatāne – Ausgangspunkt zur kleinen aber super gefährlichen Vulkaninsel White Island (Whakaari). Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch unbedingt die Netflix-Dokumentation „Volcano: Rescue from Whakaari“ an. Die Doku ist nichts für schwache Nerven, da auch Interviews mit den Überlebenden geführt werden – es zeigt einfach auch, wie fragil unsere Erde ist und dass nichts auf dieser Welt selbstverständlich ist.

Was passiert ist: Bei einem tragischen Unfall im Jahr 2019 kamen während einer Tagestour 22 Menschen ums Leben – ganze Familien wurden ausgelöscht. Seitdem ist das Betreten der Insel verboten. Wer White Island trotzdem aus der Ferne sehen möchte, kann über GetYourGuide einen einstündigen Hubschrauberflug für ca. 300 € pro Erwachsenem buchen (mindestens 2 Teilnehmer). Wir haben den Flug nicht gemacht, konnten die gewaltige Rauchwolke aber auch vom Strand des Tirohanga Beach Holiday Park aus sehen – ein ehrfürchtiger Anblick, der nur erahnen lässt, was sich damals auf der Insel abgespielt haben muss.

Weiter in Richtung East Cape kommt ihr unter anderem an der Tolaga Bay vorbei – Heimat von Neuseelands längstem Steg – und am idyllischen East Cape Lighthouse. Die Küstenstraße dorthin war zwar super schön, trotzdem würden wir den Küstenzipfel nicht unbedingt nochmal machen. Vielleicht lang es auch einfach an der Jahreszeit – teilweise waren viele Campingplätze schon geschlossen oder sahen etwas vernachlässigt aus. Einer der schönsten Campingplätze war definitiv der  Anarau Bay Motor Camp – er liegt direkt am Meer und war früher mal eine Grundschule (coole teilweise „spooky“ Atmosphäre). Gisborne liegt ziemlich am Ende der Route – wir fanden die kleine Stadt eher unspektakülär – die Aussicht vom Cook’s Plaza auf die Poverty Bay ist aber ganz cool.



Geheimtipp unterhalb von Gisborn:  Die kleine Halbinsel Mahia Peninsula ist der ultimative Spot für alle, die idyllische Landschaften und türkisfarbenes Wasser lieben. Wir sind für 2 Nächte direkt am Meer auf dem Mahia Beach Campingplatz geblieben – es gibt auch einige kostenlose Campingplätze in der Region (Self-Contained). Highlight ist definitiv die Aussicht vom Mokotahi Hill Lookout auf die türkisblaue Bucht. Alternativ könnt ihr auch den 4 km langen Scenic Reserve Track entlang von märchenhaften Nikau-Palmen Wälder, kristallklaren Bächen und Panoraaussichten auf idyllische Hügel und Küstenlandschaften machen

2.6 Lake Taupo – Badeoase trifft auf Māori Kunst

Wer den East Coast Küstenzipfel auslässt, kann von Rotorua direkt weiter zum wunderschönen Lake Taupo fahren – unserer Meinung ein Muss für jede gute Neuseelandreise. Unter seiner ruhigen Oberfläche liegt ein Supervulkan, der zu den gefährlichsten der Welt gehört – seine Ausbrüche waren in der Vergangenheit so heftig, dass sie sogar globale Auswikungen hatten. Verantwortlich dafür ist die riesige Magmakammer, die – haltet euch fest – ungefähr Platz für 330 Millionen Fußballfelder hätte. Aber keine Sorge: Der Vulkan wird kontinuierlich überwacht, unter anderem über das GeoNet Volcanic Alert Level System (VAL). Vulkanische Aktivität ist hier nichts Ungewöhnliches – meistens schwankt der Wert zwischen 0 (keine Unruhe) und 1 (leichte vulkanische Aktivität).

Angekommen am Lake Taupo wurden wir erst mal von einem Sonnenuntergang und einer atemberaubenden Aussicht auf den Tongariro Nationalpark begrüßt. Bei gutem Wetter schimmert der See an manchen Stellen sogar türkisblau – vergesst also eure Badesachen nicht! Unten am See gibt es einige Picknick-Tische und einen Fahrradweg direkt am Ufer –  perfekt um den See auch von Land aus erkunden. Was uns besonders überrascht hat waren die vielen Freizeitmöglichkeiten: Von Kajak-, Wasserski- und Jetski-Touren bis hin zu Segeltrips und Fallschirmsprüngen war alles dabei.

Wir haben uns für eine Eco-Segeltour mit Sail Barbary entschieden, um den berühmten Māori Felsen in der Mine Bay zu besuchen (60 NZD pro Erwachsener) – den könnt ihr übrigens nur mit dem Boot erreichen. Wir haben versucht mit dem Auto hinzukommen und sind vor einer Gated-Community gelandet. Wir würden die Tour auf jeden Fall weiter empfehlen: Die Atmosphäre war super entspannt und der Tourguide und hat uns sehr viele interessante Geschichten über den Supervulkan, den See und den Māori-Felsen erzählt. Zum Schluss konnten wir sogar noch ins Wasser springen – hat laut Tourguide eine heilende Wirkung. Wir hatten gefühlt 10 Grad, trotzdem haben es sich zwei unserer verrückten amerikanischen Begleiter nicht nehmen lassen ins Wasser zu hüpfen. Für warme Getränke und Kekse wurde an Board auch gesorgt. 


Nach der Tour ging es für uns weiter zu den Huka Falls. Huka bedeutet auf Māori so viel wie „Schaum“ – was den Fluss perfekt beschreibt. Der Wasserfall schlängelt sich durch eine enge Felsspalte und wirbelt dabei das herabstürzende Wasser so extrem auf, dass super viele Luftblasen im Wasser entstehen. Und genau das ist der Grund für seine türkisblau leuchtende Farbe. Von einer Aussichtsplattform direkt über dem Wasserfall habt ihr die beste Aussicht und könnt ihr die gewaltige Kraft direkt unter eueren Fußen spüren . Weitere schöne Fotospots findet ihr einfach entlang des Weges.




Campinplatz: Direkt neben dem Waikato River findet ihr im Hipapatua Recreational Reserve eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit (nicht Self-Contained). Es gibt einigermaßen „passable“ Pit-Toilets (immerhin gab es Duftbäumchen) und kein fließendes Wasser (außer im Fluss nebenan). Kostenlose Campingplätze werden in der Regen sehr schnell voll, kommt also am besten noch vor der Abenddämmerung bzw. sogar noch früher. Duschen könnt ihr im Wairakei Teeaces Spa, aber am besten bevor ihr ins Wasser geht.

Weiter geht es mit einem der schönsten natürlichen Spa-Quellen des Landes – dem Wairakei Terraces & Thermal Health Spa (adulds only). Die vier natürlichen Thermalbecken sorgen für das ultimative geothermale Badeerlebnis – die Becken werden über milchig- weiße Silikat-Terrassen mit heißem Thermalwasser versorgt, was alleine schon ein Highlight ist. Oben drauf kommt noch die heilende Wirkung des mineralstoffhaltigen Wassers – um den Effekt zu verstärken solltet ihr euch also danach nur mit Wasser abduschen. Für eine Urlaubs–Stimmung sorgen die tropischen Pflanzen außerhalb der  türkisblauen Becken – wir haben sogar sogar einen Tui beim sammeln von Nektar in den Nikau-Palmen beobachten können. 

Fun Fact: Der Tui ist Neuseelands einziger Vogel der Nektar sammelt und nicht nur Vogelgesang nachmachen kann, sondern auch Klingeltöne und menschliche Geräusche. Außerdem ist er Neuseelands-Nationalvogel und wurde früher auf die Rückseite neuseeländischer 5 Dollar Scheine gedruckt, die teilweise immer noch in Umlauf sind – definitiv ein schönes Souvenir für zu Hause.

Die super schönen Atmosphäre hat uns also schon mal überzeugt – aber auch das vulkanische Thermalwasser. Schon die Māori wussten davon und haben es für rituelle Bäder genutzt – vor allem Magnesium, Kalzium, Silizium, Lithium und Schwefel sind super gut für Haut und Muskeln. Außerdem solltet ihr genügen Wasser mitnehmen, da ihr durch das heiße Wasser super schnell „austrocknen“ könnt – immerhin hat das das Wasser zwischen 33° und 42°. Der Eintritt in das Spa kostet 27 NZD pro Person – für 15 NZD pro Erwachsener könnt ihr euch die weißen Silikat-Terrassen genauer anschauen.


Aussichtspunkt: Falls ihr Lust auf eine kleine Tageswanderung zu einem Vulkan habt, könnt ihr die 6,5 Kilometer lange Wanderung zur Sleeping Lady machen – super schöne Panoramaaussicht auf den See und die Berge des Tongariro Nationalparks

Was wir nicht geschafft haben: Craters of the Moon im Wairakei Geothermal Gebiet 10 NZD pro Erwachsener)

Bäckerei-Empfehlung: Wenn ihr auf der Suche nach einer guten französischen Bäckerei seid, dann plant einen Stopp in der Industrie Kitchen ein – stellt euch aber auf eine kleine Schlange ein, denn das Café ist sehr beliebt.

Auf dem Weg zum Tongariro Nationalpark: Wildwasserrafting mit Tongariro River Rafting (199 NZD pro Erwachsener) – Besonderheit: „Whio“ vom aussterben Bedrohte Blauente ist dort heimisch

2.7 Togariro Alpine Crossing: Kraterwanderung am Schicksalsberg

Eine Stunde südlich von Taupo liegt der berühmte Tongariro Nationalpark – UNESCO-Weltnaturerbe und ein absolutes Highlight für alle, die schon immer mal einen aktiven Vulkan besteigen wollten. Eine der beliebtesten Wanderungen ist das 22 km lange Tongariro Alpine Crossing. Unterwegs erwartet euch eine Landschaft, die ihr so schnell nicht vergessen werdet: aktive Vulkane, mondähnliche Täler wie aus einem Science-Fiction Film, ein leuchtend roter Krater, dunkle Lavafelder und mehrere türkisfarbene Seen, die aussehen wie aus einer anderen Welt. Wir hatten das Gefühl das sich die Landschaft hinter jeden Kurve verändert – trotz wunder Fersen und Menschenmassen unserer Meinung nach einer der schönsten Wanderungen der Nordinsel.


Alle Highlights auf dem Weg für euch Zusammengefasst:

  • Mount Ngauruhoe – Schicksalsberg aus „Der Herr der Ringe“ (nicht begehbar)
  • Soda Springs – ein mineralhaltiger Wasserfall aus kohlendioxid- und eisenhaltigem Wasser (Steine färben sich durch Eisen rot/ orange)
  • Red Crater am Mount Tongariro – aktiver feuerroter Vulkankrater 
  • Emerald Lakes – türkisblaue schwefelhaltige Seen
  •  Blue Lake – Māori: Te-wai-whakaata-o-te-Rangihiroa bedeutet reflektierendes Wasser von Rangihiroa (Ahnenfigur der Māori)

Wichtiges zur Wanderung: Für das Tongariro Alpine Crossing solltet ihr 1–2 Wochen im Voraus einen Shuttletransfer (ca. 70 NZD pro Person) buchen, da die Wanderung kein Rundweg ist: Start am Mangatepopo-Parkplatz, Ende am Ketetahi-Parkplatz. Theoretisch könnt ihr auch laufen, was nach einer 20 Kilometer Wanderung nicht sehr empfehlenswert ist.

Auch um Campingplätze solltet ihr euch rechtzeitig kümmern – wir haben den letzten Stellplatz auf dem Discovery Lodge Campground bekommen (kein Handy-Empfang, WLAN-Hotspots u. a. im Nationalpark Village). Wir waren schon um 5 Uhr morgens auf den Beinen und gehörten zu den ersten Wanderern im Mangatepopo-Tal. Ganz nach dem Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – auf der Strecke kann es nämlich richtig voll werden. Außerdem gibt es kaum Schatten, was die Wanderung noch anstrengender macht. Toiletten gibt es zuletzt vor dem großen Anstieg bei den Soda Springs. Rechnet insgesamt 6–9 Stunden für die Wanderung ein; wir haben inklusive Fotostopps und Pause am Emerald Lake etwa 8 Stunden gebraucht. Dauer hängt von Kondition und Pausen ab.

Wer günstig übernachten möchte, kann den Kiwi Campground im National Park Village ausprobieren („First come, first served“). Vor Ort gibt es Duschen, Strom, Kochfelder, Waschmaschinen, Trockner und Wasser (Duschen ab 2 NZD). Für die Nutzung der Einrichtungen benötigt ihr eine PennyKey-Karte, die ihr in der Touristeninformation, an Tankstellen oder manchmal direkt am Eingang bekommt. Karte registrieren und aufladen könnt ihr über go-penny.com oder die Go Penny App; die Kosten werden automatisch vom Chip abgebucht.




Wasserfälle im Tongariro Nationalpark:

Taranaki Falls – Einer der schönsten Wasserfälle im Tongariro Nationalpark, den ihr über einen 6 km langen flachen Rundwanderweg erreicht (ca. 2 Stunden) – inklusive Bergblick und alpiner Flusslandschaft. Der Wairere Fluss stützt hier über einen Lavafelsen in eine kleine Schlucht – ein super schöner Picknick-Spot.

Tawhai Wasserfall – Das blaugrüne Becken (Gollum’s Pool) diente als Filmkulisse für „Der Herr der Ringe“ – kurzer Walk. Baden könnt ihr auf eigene Gefahr- bitte aber auf die Natur achten


Fotospots: Auf dem Weg in Richtung Tongariro Alpine Crossing gibt es einige coole Fotospots direkt am Straßenrand – unserer Meinung die beste Aussicht auf die Vulkane

Wir haben alle Etappen der Wanderung in einer Tabelle für euch Zusammengefasst:

AbschnittBeschreibungTipps/Hinweise
Mangatepopo Parkplatz → Soda Springs (ca. 1 – 1,5 Stunden)| Relativ flacher, entspannter Weg durch ein weites Tal
| Teilweise Holzwege
| Viele Pflanzen- und Moosarten (Besonders: fleischfressenden Sonnentau)
| Perfekt zum „warm wandern“
| Kleine Pause bei Soda Springs mit Aussicht auf Mount Ngauruhoe
| Kurzer Abstecher zum Wasserfall (10–15 min) – kein Wasser trinken, da sauer
Soda Springs → South Crater (ca. 1 Stunde)| Aufstieg über den Devil’s Staircase (~300 m Höhenunterschied) ins mondähnliche Tal
| Gerölliger Weg
| Aussicht auf Mount Ngauruhoe
| Kein Schatten, Sonne intensiv → Sonnenbrille, Hut, langärmeliges Shirt; Fotopausen einplanen
| Tal wie aus einem Science-Fiction Film
| Für die Durchquerung ca. 1 Stunde mit Stopps
South Crater → Red Crater (ca. 1 Stunde)| Über einen schmalen Grat und Lavageröll zum Red Crater – höchster Punkt der Wanderung
| Panoramablick auf Red Crater, Emerald Lakes, Mount Ngauruhoe und Blue Lake
| Absoluter Höhepunkt der Wanderung
| Längere Fotopause einplanen
Red Crater → Emerald Lakes (ca. 30 min.)| Abstieg über steilen Aschehang zu den Emerald Lakes
| Rutschig, staubig und windig
| Wanderstöcke helfen beim sicheren Abstieg
| Schönste Aussicht auf die Lakes
Emerald Lakes → Blue Lake (ca. 30 min.)| Smaragdgrüne Seen in altem Explosionstrichter – heiße Gase steigen auf, gelblicher Seeboden und vulkanische Aktivität
| Blue Lake: größer, bläuliche Farbe – tolle Aussicht auf Lavafeld, Tal und Vulkankrater
| Mittagspause an den Emerald Lakes einplanen
|Baden verboten – da schwefelhaltig (spirituelle Bedeutung)
| Fotopausen am Lavafeld einplanen
Emerald Lakes → Ketetahi Carpark (ca. 2 – 2,5 Stunden)| Abstieg ins Tal über längeren Abschnitt
| Panoramablick auf Graslandschaften, Lake Rotoaira und dampfende Ketetahi-Quellen
| Lavasteine und rote Eisensteine am Wegrand
| Weg entlang eines kleinen Flusses durch Buschlandschaft
| Genug Zeit einplanen, da der Abstieg dauert
| Schatten erst im letzten Wald-Abschnitt
| Ketetahi-Quellen nicht betreten (privates Grundstück)

2.8 Skifahren auf dem Mount Ruapehu

Der Mount Ruapehu ist mit seinen 2.797 Metern der höchste Berg der Nordinsel und liegt zusammen mit seinen Nachbarn Mount Ngauruhoe und Mount Tongariro mitten im Taupō-Vulkanzentrum. Der Vulkan ist immer noch aktiv (der letzter kleine Ausbruch war 2006) und hat auf seinem Gipfel einen türkisblauen Kratersee. Die Sky Waka Gondola bringt euch von der Talstation auf etwa 2020 Meter zum berühmten Knoll Ridge Chalet (40 NZD pro Erwachsener) – Neuseelands höchstgelegenem Restaurant. Dort gibt’s einige super leckere Gerichte: von Halloumi Fries und Mushroom Gyoza über eine Karaage Chicken Platte und Mountain Poke Bowl bis hin zu Chocolate Lava Cake und Black Diamond Cheesecake.

Ein weiteres Highlight ist das berühmten Tea at 2020 – ein dreistöckiger Afternoon-Tea mit verschiedenen Sandwiches, Kuchen und heißen Getränken. Das Kombi-Ticket inklusive Gondelfahrt kostet euch 89 NZD pro Erwachsener. Wer den Tag etwas schwungvoller starten möchte, kann für 10 NZD ein Alkohol-Upgrade dazubuchen – Royal High Tea oder Gin Tea.

Das absolute Highlight aber kommt noch: Die riesige verglaste Fensterfront mit atemberaubender Aussicht auf das Tal und die felsige Vulkanlandschaft. Wir hätten dort stundenlang sitzen können!


Witzigerweise kann man auf dem Vulkan im Winter auch Ski fahren – Skipisten zwischen schroffen Vulkanfelsen, why not! Definitiv eine verrückte „once-in-a-lifetime“-Erfahrungen. Ein Wochenend-Tagespass bekommt ihr für ungefähr 160 NZD pro Erwachsener – umgerechnet etwa 82 € – was unserer Meinung ganz in Ordnung ist, wenn man bedenkt, was eine Tageskarte heutzutage in Österreich oder der Schweiz kostet.


Vom Chalet führen mehrere Wanderwege nach Oben:

  • der Skyline Walk mit Blick auf den Mount Ngauruhoe (1,5–2,5 Stunden),
  • der Waterfalls Descent Walk, der euch entlang alter Lavaflüsse und Wasserfälle führt (1–2 Stunden),
  • und der aus „Der Herr der Ringe“ bekannte Meads Wall Track (ca. 20 Minuten).

3. Die Region Taranaki

3.1 Die Forgotten World Highway

Statt den Weg nach New Plymouth über die Küste zu nehmen sind wir die abenteuerliche Forgotten World Highway entlang gefahren – auch bekannt als Neuseelands letzte richtige Abenteuerstraße. Sie führt euch 254 km durch eine der abgelegensten Regionen an der Westküste – auf dem Weg kommt ihr an idyllischen Hügel- und Farmlandschaften vorbei und überquert die drei kurvigen Bergpässe Tahora, Strathmore und Pohokura Saddle. Entlang der Strecke gibt es außerdem einige coole Aussichtspunkte mit direkter Sicht auf den Mount Taranaki – plant also mehrere kleine Stopps ein. Die Straße ist teilweise nicht asphaltiert, aber gut machbar. Stellt euch außerdem auf kaum Handyempfang und auf mehr Schafe als Menschen ein.

Ein Highlight ist der 180 Meter lange Moki Tunnel – ein sehr schmaler (es passt nur ein Auto durch!), stockdunkler und von innen nicht ausgekleideter Steintunnel. Er wurde 1936 von Hand und mit Sprengstoff in den Felsen gehauen und genauso sieht er auch aus – urig und wie aus einem Expeditions-Film. Kein Wunder wird er auch „Hobbit Hole“ genannt!

Auf halber Strecke liegt die bekannte Mini-Republik Whangamomona – ein verschlafenes Dorf mit rund zwölf Einwohnern, ein paar historischen Gebäuden, alten Zapfsäulen und einer guten Portion Pioniergeist. Alle zwei Jahre im Januar wird dort der Republic Day gefeiert: mit Kostümen, Paraden, Holzfällerwettbewerben, Traktorenrennen und Livemusik. An diesem Tag wählt das Dorf sogar seinen Präsidenten – unter den Kandidaten waren auch schon tierische Bewohner wie der Ziegenbock Billy Gumboot.

Das Herzstück von Whangamomona ist das historische Whangamomona Hotel aus den frühen 1900ern – ein richtig gemütlicher Pub mit jeder Menge Charme. Hier gibt’s zu fairen Preisen ein gutes Mittagessen, und im kleinen Souvenir-Shop nebenan könnt ihr für 2 NZD den ikonischen „Republic of Whangamomona – Stempel“ in euren Reisepass holen – ein kleines Must-have für jeden Besucher. Wir haben uns für die Loaded Fries mit Hackfleisch und Käse (24 NZD) und den Whanga Beef Burger (28 NZD) entschieden – die Portionen waren recht groß und beides war super lecker!

Wer die rustikale Stimmung ein bisschen länger genießen will, kann direkt im Hotel übernachten (ab 190 NZD) oder für rund 15 NZD pro Erwachsenem auf dem Whangamomona Campground campen. Perfekt, um noch ein bisschen länger in dieser skurrilen Mini-Republik zu bleiben!


Wichtig: Auf dem Campingplatz wird nur Bargeld akzeptiert – zur Not könnt ihr im Pub nebenan Geld abheben.

Hinweis: Nicht alle Länder finden solche Stempel gut – ihr könnt damit sogar Probleme bei der Einreise bekommen. Alternativ könnt ihr euch auch einfach für NZD 5 ein kleines Souvenir-Reisebuch kaufen oder den Stempel in ein eigenes Buch stempeln lassen. 

3.2 New Plymouth: Mount Taranaki & das Festivals of Light

New Plymouth selbst hat uns nicht so vom Hocker gehauen – der 2.528 Meter hohe Mount Taranaki und das Festival of Lights sind aber zwei sehr gute Gründe, wieso ihr unbedingt einen Abstecher in Richtung Egmont Nationalpark einplanen solltet. Der Mount Taranaki ist das Wahrzeichen der Region und kaum zu übersehen, vor allem durch seine perfekte Kegelform – Taranaki bedeutet übrigens glänzender Gipfel, unter anderem weil der Schnee im Winter bis ins Tal reicht und er sich dadurch landschaftlich komplett abhebt. Als hätte Mutter Natur ihren Zirkel ausgepackt und ihre Zuckertüte direkt am Meer abgelegt. Genau das könnt ihr an folgenden Fototspots einfangen – teilweise auch im Sommer:

  • Kent Road – sehr belieb, denn die Straße führt direkt auf den Vulkan zu. Zwar ist hier meist einiges los, aber der Besuch lohnt sich: Zum Sonnenaufgang habt ihr ein wunderschönes Licht – und es ist deutlich ruhiger als am Abend.
  • Te Rewa Rewa Bridge – eine der bekanntesten Brücken der Region – erinnert mit ihrer Form an das Skelett eines Wals. Ihr Design ist so ausgerichtet, dass der Vulkan perfekt zentriert in der Mitte des Bogens liegt. Von hier startet übrigens auch der 12,7 km lange Coastal Walkway, falls ihr die Küste zu Fuß erkunden möchtet.

Die Taranaki Region ist außerdem ein echtes Wanderparadies – von entspannten Wasserfall-Wanderungen über gefährliche Gipfelbesteigungen ist wirklich alles dabei. Der mehrtägige Pouakai Circuit Trail mit Blick auf den Reflective Tarn ist einer der bekanntesten in der Region – die Chancen den Mount Taranaki im spiegelglatten Wasser des Bergsees zu sehen, sind übrigens früh morgens am höchsten. Alternativ könnt ihr auf dem Pouakai Tarn Trail (2-3 Stunden) auch nur zum See laufen, denn der Circuit Trail ist stolze 25 Kilometer lang. 

Der anspruchsvolle Summit Climb ist eine der gefährlichsten Wanderungen am Mount Taranaki – vor allem bei Nebel. Der Weg ist ziemlich steil, es gibt viele lose Steine und Stufen und das Wetter kann ziemlich schnell umschlagen. Wir empfehlen den Weg über die Nordseite – er ist weniger gefährlich als die Südseite und mit normaler Ausdauer gut machbar. Startpunkt ist oben am North Egmont Visitor Center. Von dort habt ihr übrigens eine einzigartige Aussicht auf das umliegende Waldgebiet am Fuße des Mount Taranaki und Abends die Gelegenheit bei klarem Himmel die Sterne zu beobachten – der Parkplatz ist nämlich auch nach Schließung des Visitor Centers geöffnet. Self-Contained Camper könne dort sogar kostenlos übernachten. Die Nächte können aber selbst im Sommer echt kalt werden.


Weitere Wanderung: Wilkies Pools Walk (3 km – 1 Stunde) | Dawsons Falls Track (1,5 km – 45 min.) – einige kleine Schwimmlöchern und Bademöglichkeiten

Unser persönliches New Plymouth-Highlight war das Festival of Lights, dass jedes Jahr zwischen dem 21 Dezember und den 26 Januar im Pukekura Park stattfindet – der Eintritt ist übrigens kostenlos. Jedes Jahr aufs Neue wird das Waldgebiet von Künstlern aus aller Welt in einen leuchtenden Märchenwald verwandelt – von leuchtenden Grotten und bunten Wasserfälle, bis zu schwimmenden Glow-Boats und bunten UV-Spagetti. Die Lichtinstallationen sind jedes anders – als wir dort waren gab es eine große begehbare Bubble-Blase und eine Insel mit leuchtenden Flamingos (siehe Bild unten) – letzteres hatte totale Karibik Vibes. 

i-Tüpfelchen war die Live-Musik am Pavillon und die zur Musik leuchtende Poets Bridge – vor allem die Country Band mit Banjo, Geige und Klavier hat uns richtig gut gefallen. Wer sich durch verschiedene Food-Trucks probieren möchte, kann das auf dem „Foodtruck-Platz“. Es gibt auch verschiedene Getränke-Stände ohne Alkohol – das Festival ist eine „alcohol-free-zone“.

Wer etwas Zeit mitbringt, kann eine Stunde nördlich von New Plymouth die berühmten Tree Sisters und den Elephant Rock besuchen – ein wunderschöner schwarzer Vulkanstrand mit türkisblauem Wasser. Leider sind von den ursprünglich vier Schwestern nur noch zwei übrig und auch der Elephant Rock hat im Jahr 2016 seinen berühmten Rüssel verloren – nichtsdestotrotz ist der Strand einen besuch wert.

Der Track führt euch ca. 3,5 km bis zu den White Cliffs, durch enge Tunnel und vorbei an grün vermoosten Felsen. Unterwegs könnt ihr an den Felswänden einige kleine Meeresbewohner beobachten, darunter Krabben, Seeschnecken und Muscheln.


Aussichtspunkt: Coastline Viewpoint – super schöne Vogelperspektive auf die Küste. Ihr könnt dort sogar Seerobben im Wasser jagen oder spielen sehen

4. Hawkes Bay

4.1 Hastings & Napier: Weinlandschaft trifft auf bunte Art-déco Gebäude

Die rund 400 km von New Plymouth nach Hawke’s Bay sind nicht gerade ein Katzensprung. Wenn ihr also nur begrenzt Zeit habt, lohnt es sich vorher zu überlegen, worauf ihr mehr Lust habt: Die Vulkanlandschaft rund um New Plymouth entdecken oder Wein, Sonne und das Art-déco-Flair in Hawke’s Bay genießen? So könnt ihr eure Zeit voll auskosten, ohne die Hälfte unterwegs zu verpassen.

Wir hatten ein Jobangebot im sonnigen Hastings und durften Hawke’s Bay ein halbes Jahr lang unser zu Hause nennen – ein Glück, denn die Region hat neben den vielen Obstplantagen eine super idyllische Weinlandschaft. Als Eventorganisatoren für Hochzeiten sind wir sehr viel unterwegs gewesen und durften die gesamte Nordinsel von einer ganz anderen Seite kennenlernen – es hat sich schnell herausgestellt, dass wir den absoluten Jackpot unter all den Backpacker-Jobs hatten! Alle Infos zum Working Holiday Visum findet ihr übrigens auf unseremWorking-Holiday-Neuseeland Blogartikel.


Gründe warum ihr euch Hawke’s Bay nicht entgehen lassen solltet:

  • Mediterranes Wetter – Hawkes Bay zählt zu den sonnigsten Regionen der Nordinsel und hat ein ähnliches Klima wie in Südeuropa
  • Zweitgrößte Weinregion Neuseelands – Ihr könnt euch auf viele verschiedene Weingüter freuen, denn durch das warme Klima ist die Region perfekt für den Weinanbau!
  • Landwirtschaftlicher Hotspot – Die Region ist bekannt für ihre vielen Obstplantagen, Farm-to-Table Restaurants und Food Markets (viele Farmjobs)
  •  Zeitreise in die stilvollen 30er-Jahre – Napier wurde 1931 von einem heftigen Erdbeben zerstört und im einzigartigen Art-déco-Stil wieder aufgebaut | (Tipp: Art-Déco-Festival im Februar)
  •  Outdoor Möglichkeiten – Radtour in den Weinbergen, Surfen am Ocean Beach (perfekt für Anfänger), Wanderung zu kalifornischen Mammutbäumen und die Aussicht vom Te Mata Peak auf das idyllische Tal
  • Kulinarische Veranstaltungen – F.A.W.C organisiert Gourmet-Erlebnisse in verschiedenen Weingütern (persönlicher Zugang zu Winzern) – Feiert mit Einheimischen auf dem Harvest Festival die Weinlesezeit mit Live-Musik und kulinarischer Küche

Unser Tipp: Wer die Strecke zum Te Mata Peak nicht hoch laufen möchte, kann mit dem Auto zum Summit Carpark hoch fahren. Beachtet aber das die Straße ab 22 Uhr gesperrt wird. Oben angekommen könnt ihr im Peak House lecker Frühstücken oder Mittagessen – Egg Benedict ist ein Klassiker – und habt dabei noch eine super schöne Aussicht.  Es gibt neben vegetarischen und veganen Gerichten, verschiedene Burger und auch Seafood Chowder, eine Art Meeresfrüchte-Eintopf. Im Sommer wird oft Live-Musik gespielt und im Winter das Feuer im offenen Kamin angezündet.

Unsere Zeit in Hawke’s Bay war wirklich besonders – wir hatten ein kleines Cottage auf dem Land mit hauseigenen Eseln, Pferden und Ziegen sowie ein Haufen Zitronen- und Limettenbäumen im Garten, auch wenn es Nachts ganz schön kalt werden konnte – gut das es Wärmeflaschen gibt. Wir haben uns in dieser Zeit – auch Jobtechnisch – einige der bekanntesten Weingüter der Region genauer angeschaut und für euch folgende Liste für das perfekte Winetasting zusammen gestellt:

WineryStil/BesonderheitWine-TastingTipps
Te Mata Estate WineryGriechischer Traum in WeißColeraine (Neuseelands „most iconic red wine“) – günstigere Alternative: AwateaProbiert unbedingt den Elston Chardonnay (Weiß) – einer der elegantesten Chardonnays der Region
Craggy RangeFarmstyle Winery trifft nobles AmbienteLeSol Syrah (Rot)Essen im Craggy Range Restaurant: bestes Winery-Sternerestaurant Neuseelands, Blick auf Te Mata, neue Showküche im Außenbereich
Church Road WineryHistorische Winery im Industrial Style, Silos (seit 1897)Cabernet Sauvignon, besonders die „One“-WeineLive-Musik-Konzerte in der Industrial-Farmstyle Kulisse; spannende unterirdische Wein-Museumstour möglich
Black BarnStilvolle Boutique-Winery mit atemberaubender Aussicht auf den Te Mata PeakChardonnay (Weiß), Merlot/Cabernet Blends (Rot)Im Sommer unbedingt den Black Barn Market besuchen – super Atmosphäre, Foodtrucks & Live-Musik

Campingplätze in Hastings: Das Te Mata View Resort gehört zu einer unserer Favorit-Campingplätze auf der Nordinsel – euch erwartet eine wunderschöne idyllische Anlage mit Whirlpool & Außenpool, eine top ausgestattete Küche sowie ein ultra moderner Sanitärbereich. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir am Ende gleich zwei Monate geblieben sind – über Winter sind wir dann in unser kleines Cottage gezogen.

Alleine die Einfahrt war schon ein kleines Highlight: Ihr werdet von italienischen Zypressen und großen Palmen begrüßt und direkt nebenan von einer kleinen Apfelplantage. Außerdem habt ihr die Möglichkeit in einer der „Safari-Zelte“ direkt an einem kleinen Teich zu übernachten. Und falls ihr länger bleibt, lohnt es sich vielleicht, nach einem Rabatt zu fragen – bei uns hat das damals geklappt.



Restaurant-Empfehlungen

Frühstück

  • Kindred Road – stylisches Boutique-Café, sehr gutes Frühstück, award-winning barista coffee
  • YA Bon Bakery – französische Bäckerei mit hervorragendem Sourdough, Baguette & leckeren belegten Baguettes


Mittagessen

  • Tu-meke-DON – liebevoll gestaltete Sushi-Boxen; unbedingt das Karaage-Chicken probieren (10/10, oft schnell ausverkauft)
  • Brave Brewing – leckere Burger & das berühmte Tiger Milk Beer; cooles Souvenir: Tiger Milk T-Shirt
  • Pipi Pizza Café – knallrosa Restaurant, günstige & sehr gute Pizzen (ideal zum Mitnehmen)


Abendessen

  • Alessandro’s Pizzeria e Pasta – beste Pizza der Stadt (klein, daher schnell voll)
  • Black Betty BBQ – sehr gute Burger & Rippchen
  • Cranky Chicken – perfekt für Fans von koreanischem Fried Chicken
  • FunBuns – leckere Bao-Buns & Dumplings
  • St. Georges Restaurant – für alle, die ein echtes Genusserlebnis suchen

Weiter geht’s in die Küstenstadt Napier – auch bekannt als eine der am besten erhaltenen Art-déco-Städte der Welt. Falls ihr im Februar dort seid, dürft ihr auf keinen Fall das große Art-déco Festival verpassen: Durch Oldtimer-Paraden, Charleston-Abende, Jazzbands und jeder Menge Vintage-Outfits verwandelt sich der kleine Ort regelrecht in ein 20er Jahre Filmset. Wir waren im Februar leider schon auf der Südinsel und nicht vor Ort– würden das Festival aber definitiv fürs nächste Mal auf unsere To-do-Liste setzen.

Neben den vielen bunten Outfits ist das glamouröse Great Gatsby Picknick an der Marine Parade ein weiteres cooles Highlight des Festivals. Überall wimmelt es von Fransenkleidern, Federboas und Nadelstreifenanzügen, und auf den Wiesen wird auf karierten Decken mit Vintage-Koffern, Porzellan und Sektgläsern stilecht im Sinne der 20er Jahre gepicknickt. Eine Nummer exklusiver wird es dann auf der Gatsby’s Birthday Party in der Mission Estate Winery. Wer den Film „Der große Gatsby“ kennt, kann sich ungefähr schon vorstellen, was einen dort erwartet. Die Tickets sind mit rund 250 NZD pro Erwachsener zwar nicht ganz so günstig, dafür bekommt ihr ein luxuriöses Dinner mit verschiedenen Showeinlagen, Zirkus-Acts, Live-Musik und einer riesigen Gatsby-Torte – definitiv ein unvergessliches Neuseeland-Erlebnis.


Wir haben uns die Stadt auch ohne Festival angeschaut und waren total begeistert – die bunten Häuser in Napier haben uns an einen alten amerikanischen Film aus Hollywood erinnert. In vielen davon verstecken sich kleine Galerien, verrückte Boutiquen mit ausgefallenen Souvenirs und richtig süße Cafés. Wir sind einmal quer durch die Stadt geschlendert und haben uns danach in der „The Pavilion Sports Bar & Eatery einen Drink gegönnt – das Essen sah übrigens auch ziemlich gut aus und ihr könnt dort sogar eine runde Billard spielen. Dort haben wir auch unser Auto geparkt. Alternativ könnt ihr auch kostenlos am Straßenrand der Nelson Crescent parken (ca.16 min. zu Fuß in die Stadt).

Allgemein ist die Marine Parade ein super schöner Ort für einen Spaziergang am Meer – es gibt einige coole Streetart-Bilder direkt am National Aquarium, die auf die Umweltzerstörung in unseren Meeren aufmerksam machen. Nicht weit entfernt davon findet jeden Samstag am Clive Square ein Farmers Market mit lokalen Produkten statt – ein süßer kleiner Park mit wunderschönem Art-déco Brunnen.

Wer gerne etwas mehr von der Küsten-Natur sehen möchte, sollte eine Wanderung zum Cape Kidnappers einplanen – dort findet ihr mit rund 20.000 Vögeln eine der größten Tölpelkolonien der Welt (September–April). Es gibt auch einige schöne Aussichtspunkte auf die Stadt – Clyde Road Lookout – und auf den Hafen – Bluff Hill Lookout – der übrigens der zweitgrößte Exporthafen der Nordinsel ist.

Wichtig: Die Kolonie ist nur über den Strand und nur bei Ebbe erreichbar. Alternativ könnt ihr auch eine geführte Tour mit einem Geländewagen oder sogar einem nostalgischen Traktorwagen machen. Plant für die Wanderung etwa 5–6 Stunden ein (hin und zurück).

Insider-Tippfür Golf-Liebhaber: Am Cape Kidnappers liegt eine der besten Golfanlagen der Welt – Golf spielen direkt auf einer Klippe mit einer unfassbaren Aussicht


Campen in der Nähe vom Cape Kidnappers: Direkt am Meer liegt der Te Awanga Point Holiday Park – im Hygge at Clifton Bay könnt ihr übrigens ganz nett Frühstücken

Napier Food-Spots: Vinci`s Pizza – einer der besten Pizzerien in Neuseeland | The Lone Star – Cowboy Atmosphäre | Central Fire Bistro Station – gehobene Küche in einer alten Feuerwehr Halle | Hunger Monger Seafood – Wohnzimmer-Atmosphäre und Seafood | Frühstück – Egg Benedict im Raffles St. Café

5. Die Region Wellington

5.1 Weintasting in Martinborough & Robbenbeobachtung am Cape Palliser

Nach unserer unvergesslichen Zeit als „Einheimische“ ging es für uns weiter in die wunderschöne Hauptstadt Wellington – mit einem ersten Zwischenstopp in der Weinhochburg Martinborough. Die kleine Stadt ist vor allem bekannt für ihren Pinot-Noir und Heimat von über 20 familiengeführten Weingütern. Bevor es für uns aber zum Weintasting ging, haben wir es uns nicht nehmen lassen die Mikrobrauerei Martinborouh Brewery zu besuchen – Bier wird dort nur in kleinen Chargen und in liebevoller Handarbeit produziert. Wir haben uns für ein Tasting Paddle mit 4 verschiedenen Biersorten entschieden (32 NZD) – und es war das beste Bier das wir seid langem hatten. Anschließend ging es für ein kleines Weintasting weiter zur Union Square Bar – es war einiges los und es war direkt um die Ecke, daher haben wir die Winerys einfach ausgelassen (wir hatten ja schon einige in Hastings gesehen). Falls ihr euch aber trotzdem welche anschauen möchtet, können wir euch folgende empfehlen:

  • Colombo Martinborough – leckere Pizzen für ca. 30 NZD | Winetasting für 15 NZD pro Person
  • Poppies Martinborough – schöner Außenbereich, „Vinyard Platter“ für ca. 60 NZD für zwei Personen | Winetasting für 15 NZD

Das Cape Palliser ist der südlichste Punkt der Nordinsel und unser letzter Stopp, bevor es weiter nach Wellington und anschließend mit der Fähre auf die Südinsel ging. Schon alleine die Fahrt dorthin ist ein echtes Erlebnis: Eine schmale Straße, die euch an termitenähnlichen Felsen und einer zerklüfteten Küste vorbei führt.

Plant unterwegs unbedingt einen Stopp an den Putangirua Pinnacles ein – hier wurde übrigens auch eine Szene aus „Der Herr der Ringe“ gedreht. Wir haben die Pinnacles ganz spontan während der Fahrt vom Auto aus entdeckt und mussten sofort anhalten. Vom Straßenrand aus habt ihr tatsächlich die schönste Aussicht: Die Landschaft wirkt wie ein altes Bergwerk, das von Riesenameisen übernommen wurde. Wer näher ran möchte, kann zusätzlich eine kleine Wanderung dorthin machen – vom Parkplatz sind es etwa 10 bis 15 Minuten bis zum Eingang.

Angekommen am südlichsten Punkt der Nordinsel – dem Cape Palliser – haben wir uns zuerst einmal einen Schlafplatz für die Nacht gesucht. Ganz in der Nähe findet ihr das kleine Fischerdorf Ngawi und den Ngawi Area Campingplatz – ein DOC Campingplatz für ca. 15 NZD pro Person. Er liegt super idyllisch, direkt gegenüber vom Meer und hat sogar einige Feuerschalen auf den Stellplätzen – wenn nicht gerade Feuerverbot gilt, könnt ihr darin Marshmallows oder auch Würstchen grillen. Er ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Ausflug zum berühmten Cape Palliser Lighthouse (1897) – durch seine besondere Lage und die rot-weiße Farbe einer der schönsten Leuchttürme die wir bisher gesehen haben.

Fun Fact: Das kleine Fischerdorf Ngawi hat mehr Traktoren als Häuser.. Es gibt keinen richtigen Hafen, weshalb die Fischerboote mit Traktoren ins Wasser gezogen werden. Und genau das könnt ihr am Strand beobachten: postapokalyptische teils verrosteten Traktoren, die rückwärts Boote ins das Wasser fahren. Der Strand & die Traktoren sind ein super beliebtes Fotomotiv, vor allem auch bei Sonnenuntergang.

Außerdem könnt ihr auf den Felsen unterhalb des Leuchtturms Neuseelands größte Pelzrobbenkolonie besuchen. Besonders während der Brutzeit von November bis Januar könnt ihr einige unglaublich süße Robbenwelpen beobachten, die mit ihren Müttern und Geschwistern auf den Felsen spielen. Die wilden Tiere liegen teilweise nur wenige Meter von der Straße entfernt – darunter auch echte Kolosse – haltet daher auf jeden Fall genügend Abstand. Leider ist das Cape kein Geheimtipp mehr – ihr müsst also mit entsprechend vielen Menschen rechnen!

Daher unser Tipp: Nutzt die frühen Morgenstunden und schaut zu, wie die Sonne direkt über der türkisblauen Kirikiri Bay aufgeht und den Leuchtturm in warme Farben taucht – auch die Seerobben sind zu dieser Tageszeit am aktivsten. Bei guter Sicht könnt ihr sogar die Südinsel sehen.

6.2 Wellington – Neuseelands kultivierte Hauptstadt

Wellington – auch bekannt als „Windy Welly“ – gehört zu unseren Lieblings-Großstädten in Neuseeland – dicht gefolgt von Christchurch und Queenstown (mehr dazu aber im „Neuseelands Südinsel“ Beitrag). Durch die Lage direkt am Meer weht es hier an über 280 Tagen im Jahr mit teilweise über 80 km/h – packt also eure warmen Sachen besser griffbereit ein, denn es kann richtig frisch werden. Es gibt sogar ein windy Wellington Schriftzug – quasi das neuseeländische Hollywood, dass buchstäblich vom Wind „weggeblasen“ wird. Was uns im Vergleich zu Auckland sofort aufgefallen ist: Die Gebäude in der Innenstadt sehen teilweise sehr historisch aus und haben uns stark an Europa erinnert. Besonders Sehenswert: das Wellington Museum, das Public Trust Building und die Bank of New Zealand!

Ein absolutes must-do in Wellington ist ein Ausflug in das Museum of New Zealand (Te Papa Tongarewa) – auch „Behälter der Schätze“ genannt. Plant mindestens einen halben Tag ein, denn es gibt super viel zu entdecken! Unser Highlight war definitiv die Erdbebensimulation & der riesige ausgestopfte Moa (ausgestorben) auf Level 2 sowie die vielen Maori-Schätze auf Level 4 – darunter ein traditionelles Versammlungshaus und verschiedene Waka-Kriegsboote. Es hat uns so gut gefallen, dass wir gleich zwei Mal dort waren. Außerdem haben wir beim ersten Mal nicht alles geschafft – es ist übrigens kostenlos und lohnt sich damit gleich doppelt!

Nach unserem Besuch im Museum ging es weiter in die bunte Cuba Street – ein echtes Highlight für Foodies und Streetlife-Fans. Im The Old Quarter könnt ihr richtig lecker vietnamesisch essen: Unbedingt probieren solltet ihr die Bao Buns (gefüllte Teigtaschen mit Gemüse) und die Phó-Soup mit Rinderfleisch. Ehrlicherweise hat uns die Phó Suppe seitdem nicht mehr losgelassen und wir haben sie während unserer gesamten Weltreise immer wieder in verschiedenen Restaurants probiert. Die Straße selbst ist ein echtes Erlebnis: bunte Street Art, Live-Musik, jede Menge cooler Bars. Ein kleines Highlight ist der bunte Regenbogen-Zebrastreifen, der die lockere und offene offene Atmosphäre nochmal perfekte unterstreicht.

Nach der kleinen Stärkung sind wir dann weiter in Richtung Kelburn Park – von dort könnt ihr mit der roten Wellington Cabelbahn zu den Wellington Botanical Gardens hoch fahren (12 NZD hin- und zurück pro Erwachsener). Wir sind einfach hoch gelaufen und haben uns die berühmte Cable Car von oben angeschaut – übrigens habt ihr direkt am Cable Car Museum eine super schöne Aussicht auf Wellington. Nach einem kurzen Spaziergang seit ihr dann auch schon in den Botanical Gardens, die nicht nur ein absoluter Pflanzentraum für Hobby-Gärtner sind, sondern auch ein Erlebnis für alle Weltall-Fans, denn es gibt ein Observatorium inklusive Tour inklusive mit Teleskop und Space-Kino. Highlight waren definitiv die tropischen Gewächshäuser und der Baumhaus-Souvenirshop am Visitor Center. Wir hätten auch hier wieder Stunden verbringen können, mussten aber weiter zu unserem Abendprogramm. Auf dem Rückweg in die Stadt müsst ihr unbedingt durch den Bolton Cementery Friedhof laufen, der 1870 eröffnet wurde und direkt zwischen Autobahn und Stadt liegt – ein echt surrealer Ort auf dem einige der ersten Siedler, sowie viele bekannte Persönlichkeiten Neuseelands begraben liegen. 


Unseren Abend haben wir im berühmten Embassy Theatre ausklingen lassen – ein wunderschönes historisch Kino aus den 20er Jahren mit eleganter Fassade und authentischem Innenraum. Dort wurde übrigens 2003 die Weltpremiere des letzten „Der Herr der Ringe“ Teils gefeiert, was das Kino zu einem wichtigen kulturellen Ort in Neuseeland macht. Achtet aber darauf, dass der Film im großen Saal gespielt wird: Von der mit Stuck verzierten Decke hängt ein großer Kronleuchter und selbst die Toiletten nebenan sind mit nostalgischen Fliesen und alten Holztüren ausgestattet. Definitiv ein kulturelles Schmuckstück und eine echter Insider-Tipp von uns. 


Restaurantempfehlung für den Abend: Das argentinische Restaurant El Matador mit – unsere Empfehlung: Rumpsteak mit Chimichurri und Kartoffelspalten mit Sangria und Churros zum Nachtisch (das Restaurant ist sehr beliebt und es kann eine längere Warteschlage geben, bucht also am besten schon vorher einen Tisch)

Eine super schöne 360° Aussicht auf Wellington und den Hafen habt ihr vom Mount Victoria Lookout – wer nicht hochlaufen möchte, kann auch einfach kostenlos oben am Lookout parken. Wer es eine Nummer entspannter angehen lassen, aber trotzdem eine geniale Aussicht auf die Sykline möchte, kann auch einfach zum Oriental Bay Beach.

Etwas mehr Action bekommt ihr nicht weit entfernt in der Weta-Cave – ein weltbekanntest Effekt- und Requisitenstudio, dass viele originale Kostüme, Waffen und Filmrequisiten aus Der Herr der Ringe, der Hobbit, Avatar und District 9“ beheimatet. Die Tour kostet 65 NZD pro Erwachsener und dauert an die 45 Minuten – währenddessen werden euch auch die ganzen Spezialeffekte erklärt. Was das Studio in Wellington im Vergleich zu Auckland so besonders macht: Ähnlich wie in den Warner-Bros.-Studios in London wurden viele der bekannten Filme tatsächlich genau hier produziert. Alles, was man sieht, ist also original – für uns ein absolutes Muss für alle Filmfans.

Wer noch etwas Zeit mit bringt sollte einen Abstecher in das Takina Wellington Convention & Exhibition Centre einplanen – als wir dort waren, gab es eine große Jurassic World Lego-Ausstellung.


Weitere Restaurantempfehlungen: Little Penang (vietnamesisch) | Dumpling Company (Dumplings & gigantische Suppen) | Mr Go’s (pan-asiatisch)

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