Valentin – aka Valentino – (35) selbsternannter Alltags-Comedian und leidenschaftlichter Zimmerer. Er liebt old-school Rockbands (die Red Hot Chili Peppers oder wie ich sie gerne nenne: die alten Paprikas), ist passionierter Schrott-Sammler und würde am liebsten mit dem Motorrad den kompletten Osten Europas bis nach Russland unsicher machen – obwohl er noch keins besitzt. Er liebt den indischen Akzent und würde am liebsten jede Straßenkatze im Ausland adoptieren.
Christine – aka Christus – (34) ich liebe es neue Dinge auszuprobieren (vor allem wenn es um neue Food-Spots und exotische Reisen geht) und wäre als Kind am liebsten Regenwald-Forscherin geworden. Ich habe extrem Angst vor Schlagen (in Australien war die Angst definitiv berechtigt) und würde mich am liebsten mehr für den Erhalt unsere Erde engagieren. Ich koche leiden-schaftlich gerne, sodass es auch gerne mal mitten in der Wüste Pilz-Risotto gibt und liebe die mediterrane Küche.
Angefangen hat alles nach Valentins Ausbildung als Zimmerer und meinem Bachelorstudium ende 2019. Nach fünf Jahren eisernem Sparen haben wir es nach Australien geschafft – anschließend war geplant mit dem Working Holiday Visum nach Neuseeland zu fliegen.
Bis dahin wussten wir aber noch nicht was uns im März/April 2022 erwartet. Wir können uns noch genau an die ersten Corona-Eilmeldungen erinnern. Wir saßen damals oben auf dem Sky Point Observation Deck und haben uns darüber unterhalten, wie schnell das ganze wieder vorbei sein wird und wir ganz normal nach Neuseeland weiter Reisen können – Pustekuchen. Genau zwei Wochen später wurden alle Grenzen dicht gemacht – mit allen meinen wirklich alle, auch innerhalb der australischen Bundesländer – und wir saßen im 42 Stock eines Hochhauses in Melbourne in Quarantäne (Rückblickend gar nicht so übel, denn nach 3-monaten Vanlife gibt es schlimmeres als in einem Hochhaus mit Blick auf das Marvel Stadium festzusitzen). Was uns in der damaligen Zeit besonders im Gedächtnis hängen geblieben ist: die extremen Strafen, wenn man ohne Grund das Haus verlassen hat. Teilweise wurde, je nach Bundesland, sogar Strafen von bis zu 6 Monaten Haft verhängt. Eine sehr wilde Zeit, die uns aber im Nachhinein eine neuen Blickwinkel ermöglicht hat – auch im Bezug auf unsere Reise.
Nach der Grenzschließung und ohne australisches Arbeitsvisum mussten wir also nach knapp 3 Monaten Reisen wieder zurück nach Deutschland. Davor aber noch mussten wir unser kaputtes Auto verkauft bekommen. Damals wirklich ein Akt der Unmöglichkeit, denn durch die Grenzschließung und dem zusätzlichen Kühlerschaden wollte niemand unser Auto kaufen. Glücklicherweise haben wir in letzter Minute einen Käufer gefunden, der nach harter Preisverhandlung das Auto inkl. Rooftop Tent zu einem Spottpreis abgenommen hat (ca. 1200 Euro).
Danach hieß es Flüge buchen und Ádios Weltreise.
Lange rede kurzer Sinn: Wir haben nach der Reise wieder angefangen zu arbeiten und erst mal keine weiteren großen Reisepläne geschmiedet. Bis uns im April 2021 die neuseeländische Regierung eine E-Mail geschrieben hat, in der uns mittgeteilt wurde, dass unser abgelaufenes Working Holiday Visum wieder reaktiviert wurde. Uns war nach einigen Diskussionen schnell klar, dass wir uns diese Chance nicht entgehen lassen dürfen – in der Art, wenn das Universum dir eine neue Chance gibt, dann sagst du nicht nein. Gesagt, getan: nach knapp 1,5 Jahren haben wir unsere Jobs wieder gekündigt und alles was wir hatten in ein kleines Zimmer bei meinen Eltern gepackt. Diesmal hat sich die Reise ans andere Ende der Welt aber ganz anders angefühlt – viel klarer, auch im Bezug darauf wie unsere Zukunft einmal aussehen soll. Wir wussten einfach schon im Vorfeld worauf wir dieses mal achten müssen und was wir uns genau erhoffen. Im Endeffekt sind wir sehr froh über die Unterbrechung, ansonsten hätten wir niemals die Erfahrungen machen können, die wir während unserer Weltreise 2.0 machen durften.
Was uns zum Ende unsere Weltreise 2.0 im November 2024 führt. Aus dem anfänglichen Heimweh (vor allem in Neuseeland) wurde zum Schluss das komplette Gegenteil – wir wollten nicht mehr zurück. Zurück in ein altes System, das uns einredet die perfekte Karriere und ein Haus für mittlerweile 700.000 Euro wären das beste was du im Leben erreichen kannst. Uns war schnell klar: wir wollen etwas anderes. Wir möchten wieder auf unser Bauchgefühl vertrauen und unabhängig von verschiedenen gesellschaftlichen Meinungen leben dürfen. Jeder Weg sieht anders aus und unserer fängt genau mit diesem Blog an. Wir möchten Menschen nicht nur inspirieren außergewöhnliche Reisen zu machen, sondern dazu ermutigen, auch in ungewissen Zeiten neue Wege einzuschlagen. Das Leben muss nicht immer schwarz oder weiß sein, sondern kann auch verschiedene Nuancen dazwischen haben.
Daher auch unser Name „Escape the boring“ – nicht, weil das Gewöhnliche schlecht ist, sondern weil das Leben zu kurz ist, um nie herauszufinden, was noch möglich wäre.