1. Die Regionen Marlborough, Nelson & Tasman

Alle Highlights auf einen Blick

  • Picton – Whatamango Bay Campingplatz
  • Queen Victoria Lookout
  • Eatwells Lookout
  • Cable Bay
  • Nelson | Christ Church Cathedral | Pic´s Peanut Butter World | Nelson Classic Car Museum
  • Abel Tasman Nationalpark | Split Apple Rock
  • Te Waikoropupu Springs – Pupu Springs
  • Wharariki Beach – Windows-Felsenloch-Bild
  • Cape Farewell

1.1 Die Marlborough Sounds – Ankunft auf der Südinsel

Nach einer 3,5-stündigen Fährfahrt von Wellington nach Picton sind wir – nach knapp drei Monaten Nordinsel-Reise – auf der Südinsel angekommen. Während unseres Roadtrips haben wir immer wieder feststellen müssen, dass viele Reisende beide Inseln miteinander vergleichen, was unserer Meinung nach unmöglich ist. Jede von ihnen hat ihre ganz eigenen Orte und wunderschönen Landschaften, die kaum miteinander vergleichbar sind – die Nordinsel besteht gefühlt nur aus Vulkanen und Hobbit-Hügeln und die Südinsel aus majestätischen Berge und kristallklaren Bergseen. Versucht daher, beide Inseln auf ihre ganz eigene Art und Weise zu genießen.

Info zur Fähre
Die Bluebridge-Fähre fährt auch Nachts – verwechselt also nicht AM mit PM (12 AM ist Mitternacht und 12 PM Mittag)! Außerdem gilt die Regel „First come, first served“ – wer zuerst kommt, der bekommt den besseren Platz und kann auf dem oberen Deck im Auto bleiben ohne in den Aufenthaltsbereich zu müssen. Die Überfahrt kostet ab ca. 280 NZD für zwei Erwachsene (einfache Strecke bei einem Van in Standardgröße). Interislander ist mit ca. 340 NZD für zwei Erwachsene etwas teurer, dafür aber besser ausgestattet (einfache Strecke bei einem Van in Standardgröße).  

Die kleine Hafenstadt Picton ist zwar ein ganz süß Ort aber durch den Fährverkehr super überlaufen. Wir haben eine Nacht auf dem Whatamango Bay Campingplatz direkt am Meer verbracht, um noch letzte Besorgungen vor unserer Südinsel-Tour zu machen. Fresh Choice ist so ziemlich der einzige große Supermarkt und gleichzeitig einer von der teuren Sorte – überlegt euch daher lieber schon vorher euren Großeinkauf in Wellington zu machen. Der Campingplatz kostet euch 8 NZD pro Person und hat Toiletten mit fließend Wasser und ein kleines Außenwaschbecken, um euer Geschirr abwaschen zu können.

Das Highlight ist aber definitiv die Aussicht auf die Queen Victoria Sounds – diese könnt ihr aber auch sehr gut vom Queen Victoria Lookout aus sehen. Der Einstieg zur Wanderung liegt am Snout Track Carpark und ihr solltet ca. 40 min. einplanen. Ein weiterer schöner Foto-Spot auf das Fjordland ist der Karaka Point. 

Bevor wir unseren Südinsel-Roadtrip aber so richtig starten konnten, mussten wir uns aber – wie schon alle vor uns – die Frage stellen, welche Küste wir zuerst entlang fahren sollen: Die Westküste in Richtung Milford Sounds oder die Ostküste in Richtung Christchurch? Unsere Entscheidung viel schnell auf die Westküste mit ihren Fjorden und Bergpässen – obwohl es während des Sommers keine wirkliche Rolle spielt auf welcher Seite ihr beginnt (im Frühling kann es an der Westküste sehr regnerisch sein, daher solltet ihr am besten an der Ostküste starten).

Extra Tipp nördliche Fjordlandschaft
Wer eine einzigartige Aussicht auf die Queen Charlotte und die Kenepuru Sounds abseits der Menschenmassen haben möchte kommt nicht am Eatwells Lookout vorbei. Er gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der nördlichen Sounds und liegt mitten auf der Insellandschaft. Nachtteil ist aber, dass ihr ca. 1,5 Stunden mit dem Auto erst mal in Richtung Kenepuru Head Campsite fahren und von dort aus zum Eatswell Lookout wandern müsst. Alternativ könnt ihr euch aber auch mit dem Wassertaxi in Richtung Punga Cove und Fureaux Lodge fahren lassen und von dort aus in Richtung Lookout wandern – dafür solltet ihr aber auch inkl. Bootstransfer mindestens 4 – 6 Stunden einplanen.

1.2 Die zweifarbige Cable Bay & die Küstenstadt Nelson

Auf dem Weg nach Nelson kommt ihr an der zweifarbigen Cable Bay vorbei, die durch eine Sandbank in zwei komplett unterschiedliche Buchten mit verschiedenen Blautönen geteilt wird. Es gibt vor Ort leider nur sehr wenige Parkplätze – falls es keine freien Plätze gibt wartet einfach bis jemand raus fährt. Packt auf dem Weg zum Strand unbedingt eure Campingstühle und Kühlboxen ein, denn hier kommt ihr definitiv in „Urlaubsstimmung“. Nach unserer Blaupause am Strand sind wir zum Aussichtspunkt auf den Berg (siehe Bild). Der Weg ist zwar teilweise echt steil, dafür werdet ihr mit einer Aussicht belohnt, die ihr so schnell nicht wieder sehen werdet – Karibik-Feeling vom feinsten.



Weiter geht’s nach Nelson, dass ganz in der Nähe des Abel Tasman Nationalparks liegt und eine der ältesten und sonnigsten Städte Neuseelands ist – auch „Sunny City“ genannt. Wir haben uns die kleine Küstenstadt genauer angeschaut und fanden sie ehrlicherweise schöner als Picton – es gibt zwar nicht überaus viel anzuschauen, dafür fanden wir die entspannte Küstenatmosphäre ganz cool. Ein must-see ist auf jeden fall die Christ Church Cathedral (1965). Sie liegt weiter oben auf einem Hügel und ist auf den ersten Blick relativ schlicht, hat aber dafür einen ganz coolen Kakteen-Garten. Anschließend könnt ihr ganz in der Nähe für einen leckeren Cocktail ins Eight Places – ein super schönes viktorianisches Holzhaus mit stilvoller Bar und relativ guten „Happy Hour“ Preisen. Schon für 10 NZD bekommt ihr ein Aperol Spritz, was für neuseeländische Verhältnisse echt günstig ist.

Wer Nelson an einem Samstag besucht, sollte auf jeden Fall zum Nelson Market am Montgomery Square – wir sind einfach morgens zum Frühstücken hin und haben uns mit französischen Leckerbissen bei Craft French Pâté eingedeckt. Außerdem gibt es neben handgemachtem Käse, frischem Brot und eingelegter Marmelade auch naturbelassenen Manuka-Honig und viele weitere regionale Spezialitäten wie Smoked mussels, Whitenait fritters und Tangelo-Likör, die ihr unbedingt probieren müsst!



Oldtimer-Fans aufgepasst! Auf dem Nelson Classic Car Museum bekommt ihr für ca. 20 NZD pro Erwachsener Nostalgie vom feinsten. Es gibt ungefähr 150 restaurierte Fahrzeuge, darunter Marken wie Jaguar, Ferrari, Cadillac und Triumph. Außerdem ist die gesamte Location ein einziger Vergnügungspark – alter Tankstellen, ein Drive‑in Kino und historische Schaufensterfronten. Auch für nicht Auto-Fans ein mega cooles Erlebnis und definitiv ein Nelson-Highlight!

Wer sich nach der Besichtigung gerne die Beine vertreten möchte, sollte sich den Miyazu Japanese Garden anschauen – ein kleiner echt süßer japanischer Garten mit kleinem Pavillon und einem Karpfen-Teich, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Dort könnt ihr übrigens auch kostenlos parken und in die Stadt laufen – es kann aber sehr voll werden.


Wir haben zwei Nächte auf dem Tahuna Beach Holiday Campground verbracht – ein eher teurer und großer Campingplatz direkt am Meer. Was ihn aber ganz schön macht: Es gibt einen kleinen Holzsteg direkt am Wasser, den ihr in Richtung Stadt entlang laufen könnt – perfekt für ausgedehnten Abendspaziergänge bei Sonnenuntergang.

Nelson-Highlight: Pic’s Peanut Butter World: Hier könnt ihr kostenlos an einer Fabrikführung teilnehmen und bekommt einen spannenden Blick hinter die Kulissen der wohl beliebtesten Erdnussbutter Neuseelands. Ihr erfahrt alles über die Geschichte von Pic’s, den Röstprozess, die verschiedenen Nüsse und natürlich die Produktion. Das Highlight zum Schluss? Ihr dürft eure eigene Erdnussbutter herstellen – und direkt probieren. Bucht die Tour am besten vorab online, denn die Plätze sind heiß begehrt. Und plant unbedingt noch etwas Zeit für den Souvenir-Shop ein: Dort findet ihr richtig coole und witzige Mitbringsel für zu Hause.

Restaurant-Tipps

Boat Shed Café (teurer) – 1 A Lage direkt am Meer, mit einer super schönen Aussicht auf den Hafen. Auf der Speisekarte findet ihr neben fangfrischen Fisch auch Austern und Meeresfrüchte.

Melrose House Café – historisches Gebäude im viktorianischen Stil mit original britischem Teeparty-Flair – erinnert an Bridgerton

Smugglers Pub & Café – rustikale Holzbalken, maritime Deko und die leicht düstere Atmosphäre – erinnern an einen Piratenfilm oder eine Taverne mit deftigem Essen und leckeren Eisbechern

1.2 Der Abel Tasman Nationalpark und der Abel Tasman Coast Track

Checkliste für den Abel Tasman Coast Track

Euere Lebensmittel solltet ihr schon vorher in Motueka einkaufen (New World, Woolworths etc.), denn in Kaiteriteri und Marahau gibt es nämlich keine Einkaufsmöglichkeiten!
Auf dem Weg von Awaroa nach Tōteranui müsst ihr einen Fluss überqueren und unbedingt die Gezeiten in eurer Wanderungen einplanen!
Es gibt sehr viele Sandflies im Nationalpark (meistens bei Dämmerung) – langärmlige Kleidung oder Insektenspray ist Pflicht, denn die Bisse sind wirklich sehr unangenehm und jucken gefühlt noch Wochen danach
Es gibt kaum Möglichkeiten Wasser aufzufüllen: In der Anchorage Bay und Bark Bay gibt es Regenwasser, dass ihr erst aber vorher abkochen müsst und erst wieder ab der Totaranui Bay Trinkwasser
Die Wanderung ist kein Rundwanderweg – ein Wassertaxi fährt euch aber an verschiedene Campingplätze, von wo aus ihr eure Tour starten bzw. euch abholen lassen könnt Es gibt keine Mülleimer im Park – packt am besten einen kleinen Müllsack mit ein
Es gibt keine Mülleimer im Park – packt am besten einen kleinen Müllsack mit ein

Der Abel Tasman Coast Track gehört zu einer der beliebtesten Wanderungen in Neuseeland und das nicht umsonst: euch erwartet eine super abwechslungsreiche Wanderung mit vielen atemberaubenden Stränden und traumhaften Aussichtspunkten auf türkisblaue Buchten. Flussüberquerung und tierische Besucher nicht zu vergessen – in der Anchorage Bay schwimmen immer mal wieder Rochen vorbei. Uns hat die Wanderung so gut gefallen, dass wir sie gleich zwei Mal gemacht haben und wir gleich beide Routen laufen durften: Anchorage – Tōtaranui und umgekehrt.

Wie schon erwähnt: Es lohnt sich wirklich mit dem Wassertaxi hinzufahren und entspannt zurückzulaufen, ganz ohne feste Abholzeit. So bleibt ihr flexibel – vor allem wenn ihr unterwegs länger brauchen solltet und ihr aufgrund des schlechten Empfangs nicht umbuchen könnt. Außerdem müsst ihr unbedingt vorher die Gezeiten checken – die goldene Faustregel lautet 1,5 Stunden vor und 1,5 Stunden nach „low-tide“ ist das Wasser im Fluss am niedrigsten. Wir waren 1 Stunde nach der „low-tide“ dort und standen mit unseren Rucksäcken über den Kopf bis zum Bauch im Wasser – der Fluss ist wirklich sehr breit, plant also entsprechend Zeit für die Überquerung ein!


Die Wanderung startet in Marahau – entweder findet ihr direkt vor Ort einen Campingplatz oder im benachbarten Kaiteriteri, von dem aus ihr mit dem Abel Tasman Aqua Taxi am berühmten Split Apple Rock vorbeifahren werdet. Wir waren mit Marahau Water Taxi (Abel Tasman Aqua Taxi) unterwegs, dass direkt gegenüber vom Marahau Beach Camp liegt. Euer Auto könnt ihr auf einem Parkplatz direkt am Office stehen lassen und eure Wertgegenstände in der Tourist Information in kostenpflichtigen Schließfächern sicher einlagern.

Der Hinweg mit dem Wassertaxifahrt war für uns alleine schon ein Highlight – das Boot wurde mit uns zusammen erst mal auf einen Traktor geladen und dann ins Wasser gelassen. Ein verrücktes Gefühl auf einem Boot mit einem Traktor durch die Stadt gezogen zu werden. Die Überfahrt von Marahau/Kaiteriteri nach Tōtaranui kostet übrigens an die 70 NZD pro Erwachsener (eine Strecke) und dauert ca. 40 km in eine Richtung, daher haben wir uns auch für zwei Übernachtungen im Nationalpark entschieden.


Es gibt keine Verpflegung auf dem Weg, das heißt ihr müsst wirklich alles selber mitnehmen – Lebensmittel, Kochutensilien, Wasser, Zelt und Wechselklamotten. Da kommt man schnell auf einen schweren Rucksack! Viele haben einfach Fertigtüten und einen kleinen Kocher für heißes Wasser dabeigehabt – echt smart, denn damit spart ihr am meisten an Gewicht. Es gab aber auch verrückte, die sich nur von Müsliriegeln ernährt haben – was wir nach einer langen Wanderung absolut nicht empfehlen würden! Eine der beliebtesten aber auch teuersten Marken ist Black Country – vor allem Beef & Pasta und Chicken Tikka Masala sehen echt lecker aus.


Highlight im Nationalpark ist definitiv der Cleopatra Pool, der Torrent Bay View Point, die Falls River Swing Brücke und die unzähligen türkisblauen Buchten – vergesst also nicht eure Badesachen mitzunehmen! Die schönsten Campingplätze liegen unserer Meinung nach in der Anchorage Bay (kalte Outdoor-Dusche sowie Feuerstellen), der Bark Bay (traumhaft schöner Sandstrand und türkisblaues Wasser, aber wenige Schattenplätze) und der Onetahuti Bay (Rochen in der Bucht). 

Nach der langen Wanderung haben wir uns im Park Cafe Marahau eine lecker Pizza in wunderschönen Außenbereich des Restaurants gegönnt – es liegt direkt am Einstiegspunkt. Neben Pizza gibt es aber auch Meeresfrüchte, Tschechisches Gulasch & verschiedene Salate – es ist also für jeden was dabei! Wer eher einen Imbiss sucht, kann sich im The Fat Tui einen Burger oder Fish & Chips holen. 

Ausflugstipp: Wer den Split Apple-Rock oder auch den Abel Tasman Nationalpark genauer erkunden möchte, kann mit Kaiteriteri Kajak oder Abel Tasman Kajaks (Marahau) eine erlebnisreiche Kajak-Tour machen. Mit Glück könnt ihr sogar Pinguine, Seehunde, Delfine oder auch Orcas in den Buchten beobachten.

1.3 Die kristallklaren Pupu Springs, der weltbekannte Wharariki Beach & er nördlichste Punkt der Südinsel am Cape Farewell

Nach unserer intensiven Wanderung im Abel Tasman Nationalpark ging es weiter in Richtung Cape Farewell, dem nördlichsten Punkt der Südinsel. Auf dem Weg dorthin haben wir uns aber noch die wunderschönen Te Waikoropupu Springs – kurz Pupu Springs – angeschaut, die ihr euch wirklich nicht entgehen lassen solltet! Ein kurzer Weg über einen Holzpfand (20 min.) führt euch zur türkisblauen Quelle, die mit ca. 63 Metern Sichttiefe einer der klarsten natürlichen Wasserquellen der Welt ist – vergleichbar mit dem Schmelzwasser in der Antarktis. Absolut crazy! Außerdem ist sie ein heiliger Māori-Ort, an dem früher rituelle Waschungen durchgeführt wurden. Schwimmen ist also leider nicht erlaubt, auch wenn das Wasser extrem einladend aussieht. Die türkisblaue Farbe und die bunten Unterwasserpflanzen sieht man übrigens am besten bei Sonne & Windstille.

Auf dem Weg wimmelt es von Sandflies – zieht daher am besten etwas langärmliges an!

Fun Fact: Bevor das Wasser unter hohem Druck an die Oberfläche kommt ist es über 10 Jahre alt. Das könnt ihr übrigens an vielen Stellen gut beobachten – es „sprudelt“ förmlich aus einer unterirdischen Höhle nach oben.

Weiter geht es zum Wharariki Beach – für uns einer der schönsten Strände der Südinsel und besonders bekannt für das berühmte „Windows-Felsenloch-Bild„. Wir sind damals recht spät angekommen und haben direkt nebenan auf dem Wharariki Holiday Park übernachtet – ein super idyllischer Spot mit vielen grünen Hügeln, Farmland und exotischen Pflanzen und der perfekte Ausganspunkt für einen Strandtag. Die Aussicht auf die Landschaft – vor allem bei Sonnenuntergang – war einfach nur traumhaft und Abends sind dann auch noch zwei Pfauen auf der Suche nach Futter vorbeigekommen -definitiv ein Spot an dem wir nochmal bleiben würden!


Den kompletten nächsten Tag haben wir am Strand verbracht und sind vom Campingplatz aus etwa 20 Minuten zum Wharariki Beach gelaufen. Nimmt auf jeden Fall eine kleine Kühltasche mit Snacks und kalten Getränken mit – das macht den Tag definitiv entspannter! Auf dem Weg zum Strand kommt ihr dann an vielen Kühen, windschiefen Bäumen und idyllischen Hobbit-Hügeln vorbei – ein interessanter Mix aus allem, was Neuseeland so zu bieten hat.

Der Strand selbst war für uns die Kirsche auf dem Eisbecher: weißer, wellenförmiger Sand und überall vertrocknetes Treibholz, unter dem sich kleine Krabben versteckt haben. Fast wie eine Wüstenlandschaft direkt an der Küste! Ein Highlight ist definitiv der Elephant Rock, der wie eine riesige Kathedralen aus dem Wasser ragt und es sogar als Hintergrundbild in die Fotokartei von Windows und Apple geschafft hat. Das berühmte Bild wurde aus eine der Höhlen auf der linken Seite vom Strand aufgenommen, dort findet ihr tagsüber übrigens auch einige coole Schattenplätze, falls ihr nicht direkt in der Sonne liegen möchtet.


Unser absolutes Highlight waren aber definitiv die Seehunde in den türkisblauen Becken am Strand. Die natürlichen Becken – und damit auch die Seehunde – verschwinden aber leider wieder, sobald das Wasser zurückkommt, also achtet auf die Gezeiten! Was den Moment für uns so besonders gemacht hat, war vor allem die Szene selbst: Die Jungtiere haben super ausgelassen direkt vor uns im Wasser gespielt und fast schon eine kleine akrobatische Wasser-Vorführung hingelegt – als wären wir gar nicht vor Ort. Im Hintergrund der Elephant Rock, die hohen Wellen und der lange weiße Sandstrand – eine Kombination, die es so bestimmt kein zweites Mal auf der Welt gibt. Wir haben die Becken nicht auf Anhieb gefunden – orintiert euch einfach an den Felsen auf der rechten Strandseite.

Hinweis: Seehunde sind super neugierig und können einem auch schon Mal sehr Nahe kommen, haltet daher bitte genügend Abstand. Es sind immer noch wilde Tiere, die auch schnell mal aggressiv werden können, wenn sie sich bedroht fühlen. Außerdem solltet ihr im Wasser super Vorsichtig sein – die Wellen und Strömungen sind sehr stark und es kann schnell gefährlich werden.

Das Cape Farewell liegt ganz in der Nähe vom Wharariki Holiday Park – perfekt also, um gleich morgens mit einem Heißgetränk loszufahren und den Tag mit einer traumhaften Aussicht zu starten. Ihr könnt entweder hinfahren und vor Ort auf dem „Cape Farewell Lookout Parking“ parken oder über den Puponga Hilltop Walk zu Fuß laufen – ein abwechslungsreicher Küstenwanderweg mit Panoramablick auf die Tasmansee und hügeliger Farmlandschaft. Plant für die Wanderung am besten zwischen 3 und 5 Stunden ein (hin- und zurück) aber vergesst nicht eine windfeste Jacke mitzunehmen, denn uns hat es auf den Klippen buchstäblich weggeblasen!

Am Parkplatz angekommen müsst ihr erst mal über eine großes Feld mit Schafen laufen. Der Weg führt euch direkt entlang der Klippen, bis doch zum Aussichtspunkt. Bei gutem Wetter leuchtet das Wasser türkisblau und mit Glück könnt ihr auch hier spielende Seehunde direkt an den Klippen beobachten – wir waren einfach alleine dort!


Ein Stück weiter oben liegt das Cape Farewell – eine 34 km langen Landzunge mitten im Naturschutzgebiet, die nur während einer geführten Vogelbeobachtungs-Tour betreten werden darf. Wir wollten trotzdem einen Teil selbst erkunden und haben einfach auf dem Puponga Farm Carpark geparkt, von wo aus der 5 km lange Beach Walk startet. Auf der hälfte sind wir aber wieder umgedreht, da am Strand teilweise so viel Seegras lag, dass wir nur super langsam voran gekommen sind. Ehrlich gesagt reicht es auch völlig, direkt am Anfang die Dünen hinaufzulaufen und die Sandlandschaft von oben anzuschauen – es kostet nichts und ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gigantischen Landzunge.

Wer sich aber gerne die gesamte Spitze inklusive Leuchtturm anschauen möchte, kann für 210 NZD pro Erwachsener eine Vogelbeobachtungstour inklusive Off-Road Bus buchen.

2. Unberührte Küste trifft auf uralten Regenwald – Neuseelands berühmte Westcoast

Die State Highway 6 gehört – neben der Great Ocean Road und der Route 66 – zu einer der abwechslungsreichsten Panoramastraßen der Welt und wurde schon in vielen Reisemagazinen als „one of the world’s most scenic drives“ bezeichnet. Stellt euch also auf wilde Klippenlandschaften, uralte Regenwald-Gletscher und einige tiefschwarze „Treibholz-Sandstrände“ ein. Auf dem Weg in den Süden sind wir die Küste bis nach Haast runter gefahren, die von vielen Reisenden auch liebevoll „New Zealands wild bonsai Coast“ genannt wird – zwischen dem Fox Glacier und Haast stehen super viele windschiefe, fast bonsaiartige Bäume, die definitiv ein großes Highlight an der Küste sind und die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet!

Was die Westküste zusätzlich so besonders macht: Sie liegt mitten im „Sturmgebiet“ des Südpazifiks und gehört damit zu den regenreichsten und stürmischsten Regionen der Welt – was auch auch Grund dafür ist, warum es hier kaum Häfen und nur wenige größere Städte gibt. Einige Tage waren tatsächlich super ungemütlich, aber haben uns auch gleichzeitig an einen alten Seemann’s-Film erinnert! Die Natur an der Westküste gibt also ganz klar den Ton an – macht euch also bereit, eine der wildesten Küstenabschnitte des Landes zu entdecken!

Alle Highlights auf einen Blick

  • Cape Foulwind Lightouse | Tauranga Bay Cliffs
  • Art Déco Clock Tower in Westport
  • Pancake Rocks | Pororari River Track
  • Hokitika Gorge | Hokitika Abandoned Seaview Asylum | Glowworm Dell
  • Franz Josef & Fox Glacier | Gillespies Beach Campground | Heli-Flug
  • Küstenabschnitt Haast | Tauparikaka Marine Reserve
  • Haast Pass | Cameron Flat Campsite

2.1 Seerobben am Cape Foulwind, Pfannkuchen-Felsen in Punakaiki & die eisblaue Hokitika Gorge

Der Weg von Cape Farewell an die Westküste ist mit 330 km gar nicht so kurz – ihr müsst wieder bis nach Motueka zurück fahren, um auf die Highway 6 zu kommen. Plant also am besten eine Zwischenübernachtung ein – oder startet sehr früh am Morgen, wenn ihr die gesamte Strecke an einem Tag schaffen wollt. Wir haben einen kleinen Umweg in kauf genommen und haben direkt am Lake Rotoiti auf der Kerr Bay Campsite übernachtet – alternativ könnt ihr auch die kürzere Strecke fahren und auf dem Riverside Holiday Park bleiben. Die Strecke zur Westküste war nicht allzu spektakulär, daher könnt ihr auch ohne schlechtes Gewissen einfach durchfahren.


Das erste Westküsten-Highlight liegt direkt am Cape Foulwind – bekannt für seine Seerobbenkolonie an den Tauranga Bay Cliffs und den weißen Leuchtturm aus den 20er Jahren. Der Leuchtturm liegt oben auf einer Klippe aus hat man einen weiten Blick auf die raue Klippenlandschaft rund um Westport und kann mit etwas Glück sogar Delfine oder auch brütende Seevögel an den Klippen beobachten! Leg euch für die Reise unbedingt ein Fernglas zu, es war wirklich eine der besten Investitionen, die wir auf unserer Reise gemacht haben!

Leider endet die Straße wieder in Cape Fouldwind und ihr müsst wieder über Westport zurück fahren – eine super Gelegenheit um sich den Clock Tower im Art Déco Stil anzuschauen, der definitiv ein „Must-see“ der Stadt ist. Neben einem kleinen Stadtspaziergang haben wir die Zeit genutzt und haben direkt am Pier, neben dem M.V. Kaitawa Memorial eine Pause mit Blick auf’s Meer gemacht – es gibt definitiv schlechtere Orte!

Weiter entlang der Westküste führt uns unser nächster Stopp zu den Pancake Rocks im Paparoa Nationalpark – gestapelten Kalksteinschichten, die tatsächlich aussehen, als hätte jemand Pfannkuchen übereinandergestapelt. Plant aber vorher noch einen Stopp am Irimahuwhero Lookout ein – die Aussicht auf die Bucht ist atemberaubend und bringt euch schon mal richtig in West-Coast Stimmung. Der Park selbst ist kostenlos, jedoch zahlt ihr zahlt pro angefangene Stunde 5 NZD für den Parkplatz – rechnet für den den gesamten Rundweg ungefähr 20 min. ohne große Fotopausen ein. Witzigerweise können sich Forscher bis heute nicht erklären, warum sich die Felsformationen genau hier entwickelt haben. Eins ist aber klar: Sie passen zur rauen Küstenlandschaft, wie die Faust aufs Auge! Ein besonderes Highlight auf dem Weg ist das Blowhole – ein Loch im Felsen durch das bei starkem Wellengang Wasser wie aus einem Geysir in die Luft geschleudert wird. Wer eher etwas mehr vom Hinterland sehen möchte, kann auch alternativ den Pororari River Track entlang des Pororari Fluss machen.

Etwas außerhalb von Punakaiki gibt es aber noch ein paar weitere coole Wanderungen: Der Truman Track – ein kurzer und entspannter Weg zum Strand, der euch vorbei an Nikau Palmen und Regenwald führt. Und wer schon immer mal auf Höhlenentdeckungs-Tour gehen wollte, kann sich die „Punakaiki-CavernHöhle“ anschauen.

Kommen wir zu unserem nächsten großen Highlight – der eisblauen Hokitika Gorge. Leider gab es vor Ort keinen offiziellen Campingplatz, deshalb haben wir einfach direkt am Meer auf dem Shining Star Beachfront Campingplatz übernachtet – wie sich herausgestellt hat die beste Entscheidung, denn neben den schönen Stellplätzen und der Nähe zum Meer gab es sogar ein Gehege mit Lamas!

Die Hokitika Gorge selbst liegt etwa 30 min. östlich von Hokitika und ist ein absoluter Traum in türkisblau – die intensive Farbe des Wassers entsteht übrigens durch das sogenannte Rock Flour (winzige Gesteinspartikel eines Gletschers, die das Sonnenlicht reflektieren). Wer genau das festhalten möchte, sollte am besten früh morgens oder am späten Nachmittag kommen, wenn die Sonne am besten steht und am wenigsten los ist. Vergesst nicht etwas langärmliges anzuziehen, da es von Sandflies nur so wimmelt!


Die Hängebrücke ist eine der beliebtesten Foto-Spots in der Schlucht – aber auch dementsprechend voll und wackelig. Wir haben uns einfach auf die Steine direkt am Fluss gesetzt und einige coole Bilder gemacht, aber auch verrückten Besuchern beim baden zugesehen. Falls ihr euch jetzt auch überlegt baden zu gehen: Das Gletscherwasser ist eiskalt! Wir wissen wirklich nicht wie es die Menschen ausgehalten haben, uns hat es schon gereicht nur unsere Füße rein zu strecken!


Wieder zurück in Hokitika sind wir an einen ganz anderen, sehr ungewöhnlichen Ort: in die ehemalige psychiatrische Anstalt „Hokitika Abandoned Seaview Asylum“. Damals war es noch ein echt gruseliger Campingplatz, der aber leider schon vor einer ganzen Weile zugemacht hat. So wie es aussieht sind die Gebäude aber immer noch zugänglich – wer also richtig mutig ist, kann abends auf eine absolut gruselige Entdeckungs-Tour.

Ein weiterer super cooler und kostenloser Spot in Hokitika ist das Glowworm Dell – ein Wald mit pflanzenbedeckten Felsen und Glühwürmchen an den Wänden. Es kann super viel los sein, kommt also am besten nach 23 Uhr.

2.2 Die zwei letzten großen Gletscher Neuseelands: Franz Josef und Fox Glacier

Die beiden kleinen Orte Franz Josef und Fox Glacier sind absolute Touri-Hotspots und dementsprechend überlaufen. Uns waren die Campingplätze persönlich zu voll, deshalb sind wir etwas außerhalb auf dem Gillespies Beach Campground geblieben – er liegt direkt am Meer und hat eine unfassbar schöne Aussicht auf die Südalpen. Außerdem liegt er in der Nähe einer alten Goldgräbersiedlung mit vielen historischen Bergbau-Relikte aus der Goldgräberzeit – in der Nähe gibt es sogar einen verlassenen alten Goldgräber-Friedhof. Wir haben den Tag mit Freunden und einem kleinen Feuer am Strand ausklingen lassen – informiert euch unbedingt vorher, ob Feuer zu der Zeit wo ihr dort seit erlaubt sind. Einziger Nachteil: Es wimmelt von Sandflies, packt euch also gut ein!


Ein ganz großes Highlight der Region ist ein ca. 20 – 40 minütiger Helikopter-Flug inkl. Ausstieg zu den Gletschern. Freunde von uns haben den spektakulären Flug zum Fox Glacier gemacht und waren absolut begeistert. Die Heli-Tour ist mit ca. 330 NZD pro Erwachsener nicht ganz günstig, aber wann hat man schon mal die Gelegenheit über einen Gletscher zu fliegen und dann auch noch zu laufen? Wir haben uns gegen den Flug entschieden aber haben uns die Aussicht für eine ganz besondere Wanderung am Mt. Cook aufgehoben. So viel Vorweg: Es hat sich mehr als gelohnt! Alternativ können wir euch auch den Fox Glacier Viewpoint/ Te Kopikopiko O Te Waka und den Lake Matheson Walk in Richtung Reflection Island empfehlen – von beiden Aussichtspunkten habt ihr eine wunderschöne Aussicht auf die Berge und die Gletscher.

Ansonsten haben wir in der Region nicht wirklich viel gemacht, da es uns einfach zu überfüllt war, und sind nach zwei Tagen Gletscher-Paradies weiter entlang der State Highway 6 in Richtung Haast gefahren. Die Strecke ist teilweise super kurvig und schmal, dafür kommt ihr an verwunschenen Wäldern, Wasserfällen und einer dramatischen Küstenlinie vorbei – unserer Meinung nach der schönste Abschnitte der Westküste. Bevor ihr euch aber auf den Weg macht, checkt unbedingt vorher auf der Seite von NZ Transport Agency die Road-Conditions, da durch den vielen Regen Erdrutsche passieren und ganze Straßenabschnitte gesperrt werden können.

Auf der Strecke in Richtung Haast war die mystische Atmosphäre allgegenwärtig – tief hängende Wolken, ein recht stürmischer Wind und immer mal wieder leichte Nebelfelder. Genau so stellen wir uns auch die Küstenlandschaft in den nordischen Ländern vor – leider waren bis bis jetzt noch in keinem. Erstes Highlight auf dem Weg war das Tauparikaka Marine Reserve – hier trifft tropischer Küstenregenwald auf eine entspannte Dünenlandschaft. Die Wanderung zum Dune Lake Lookout am Ship Creek ist eine super Möglichkeit, um euch die wunderschöne Landschaft genauer anzuschauen – der Weg zum Strand für euch über einen flachen Holzsteg, vorbei an den Dünen und einem kleinen See. Mit Glück könnt ihr sogar Hector-Delfine direkt vom Strand aus beobachten!

Nach dem kurzen Abstecher am Ships Creek ging es weiter in Richtung Haast – es gibt einige Haltemöglichkeiten, von denen aus ihr coole Bilder von den schiefen Küstenbäumen machen könnt (siehe Bild oben). In den feuchten Wäldern trifft man vor allem im Herbst auf den giftigen blauen Pilz namens Werewere-kōkako – bitte nicht anfassen, da er tödlichen Toxine enthält und auch Halluzinationen und Panikattacken auslösen kann. Nichtsdestotrotz ist der Pilz wunderschön und ein super besonderes Fotomotiv!


Von der Küste sind wir dann auf dem Haast Pass in Richtung Inland gefahren und haben auf der Cameron Flat Campsite geschlafen – es gibt Pit-Toilets und fließendes Wasser, was aber vorher erst abgekocht werden muss. Die Aussicht auf die Flusslandschaft und die Berge entschädigt aber dafür – vor allem bei Sonnenaufgang!

3. Die Regionen Otago, Southland & Canterbury

Alle Highlights auf einen Blick

  • Blue Pools im Mount Aspring Nationalpark
  • Wānaka | Food Truck Park Wānaka | Roy’s Peak | Wānaka Tree | Diamond Lake
  • Crown Range Road | Cardrona Hotel | Crown Range Summit Viewpoint und Crown Range Road Scenic Lookout
  • Arrowtown | Remarkable Sweet Shop | Chinese Sattlement
  • Queenstown am Lake Wakatipu | Fergburger | Onsen Hot Pools | Wye Creek Track
  • Gibbston Tal | Kawarau Gorge | Gibbston Valley Winery | Kinross Winery
  • Glenorchy | Devil’s Staircase | Bob’s Cove Viewpoint | 12 Mile Delta Campground | Routeburn Track | Isengard Lookout | Rees River Bridge Viewpoint
  • Milford Sounds | Lake Marian | Monkey Creek Viewpoint | Cleddau Valley Vista Point | Homer Tunnel | Milford Sound Cruise | Milford Sound Lookout | Milford Sound Swing
  • Doubtful Sounds | RealNZ Bootstour | Overnight Cruise
  • Invercargill | Classic Motorcycle Mecca | Bill Richardson Transport World | E. Hayes & Sons Shop
  • Bluff | Hayz @ Anchorange | Stirling Point
  • Catlins | Slope Point |  Waipapa Point Lighthouse | Curio & Canibal Bay | Cathedral Caves |  Nugget Point Lighthouse
  • Dunedin | Royal Albatross Centre | Baldwin Street | Tuhura Otago Museum | Saint Kilda Viertel & Beach | St Clair Hot Salt Water Pool | Tunnel Beach Walk
  • Ōamaru | Moeraki Boulders Beach | Ōamaru’s Heritage Precinct | Steampunk HQ| Ōamaru Harbour Tourist Park

3.1 Der idyllische Haast Pass & von Bergen umgebene Lake Wānaka

Der Haast Pass ist neben dem Arthur`s und Lewis Pass einer der schönsten Bergstraßen der Südalpen und verbindet die Westküste mit dem Inland. Ein großes Highlight auf dem Weg ist der kristallklare Haast River, der neben herabstürzenden Wasserfällen auch türkisblaue Pools für euch bereit hält. Ab jetzt heißt es: weg von der Küste und auf zu den Highlights im Inland!

Schaut euch auf dem Pass unbedingt die Fantail Falls und den Thunder Creek an. Beide liegen direkt an der Straße und sind der perfekte Ort, um sich Neuseelands alpine Flusslandschaft genauer anzuschauen und einen ersten Eindruck der wunderschönen Natur des Mount Aspring Nationalparks zu bekommen, der übrigens auch zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.


Unser erstes großes Ziel auf dem Strecke waren die berühmten Blue Pools – der Track dorthin liegt übrigens direkt gegenüber vom Cameron Flat Campground, der euch ungefähr 30 min. lang durch einen dichten moosigen Wald voller gigantischer Farne führt. Wir haben dort übernachtet und einfach unser Auto auf dem Campingplatz stehen lassen. Am Ende des Wegs wartet eine 14 Meter hohe Stahlhängebrücke auf euch, von der aus ihr die beste Aussicht auf den eisblauen Fluss habt. Einige verrückte sind nach der Wanderung sogar von der Brücke gesprungen, was wir definitiv nicht empfehlen würden – das Wasser ist mit 11° wirklich super kalt, was für den aufgeheizten Körper sehr schnell gefährlich werden kann. Uns haben gefühlt zwei Sekunden in dem eiskalten Wasser gereicht, haha!

Nicht zu vergessen: auch hier wimmelt es von aggressiven Sandflies – vor allem morgens und abends! Nimmt also für die Wanderung am besten etwas langärmliges mit.

Nach der eiskalten Abkühlung ging es für uns weiter zum malerischen Lake Wānaka – einer der schönsten Bergseen der Südinsel und besonders bekannt für die ikonische Aussicht vom Roy’s Peak auf die Südalpen. Auf dem Weg vom Haast Pass in die Stadt kommt ihr vorher am Lake Wānaka Lookout vorbei, von dem aus ihr einen ersten Vorgeschmack auf die Region bekommt. Die Wanderung zum Roy’s Peak solltet ihr gut vorbereiten, denn mit 16 km und 1.100 Höhenmetern ist sie wirklich nicht zu unterschätzen – vor allem weil es keinen Schatten auf dem Weg nach oben gibt!

Wir sind um 4 Uhr morgens los gelaufen, um einerseits der Mittagshitze zu entgehen aber andererseits auch den Menschenmassen zu entfliehen, denn durch Social Media ist die Wanderung super bekannt geworden und dementsprechend überlaufen. Wir waren rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben und hatten eine der schönsten Sonnenaufgänge plus Bergpanorama-Aussichten, die wir jemals gesehen haben. Natürlich waren wir aber nicht alleine und hatten gefühlt 35 weitere Frühaufsteher neben uns – wir fanden es aber nicht schlimm, denn wir hatten eins gemeinsam: Wir wollten den einzigartigen Sonnenaufgang über dem Lake Wānaka nach einer anstregenden Wanderung sehen.

Einige von Ihnen hatten kurze Klamotten an, wovon wir euch selbst im Sommer dringend abraten würden. Ab einer bestimmten Grenze wird es nämlich immer kälter und sobald man nicht mehr in Bewegung ist, fängt man sofort an zu frieren. Selbst wir – die mehrere Schichten Klamotten anhatten – haben so extrem gefroren, dass unsere Haut sogar angefangen hat zu brennen. Das extra Gepäck lohnt sich also! Außerdem schadet es nicht etwas warmes zum trinken dabei zu haben und auf jeden Fall Sonnencreme und eine Sonnenbrille mitzunehmen!

Weitere Tageswanderungen: Rob Roy Glacier Track im Mount Aspring Nationalpark – Startpunkt am Raspberry Creek Car Park ca. 1 Stunde westlich von Wānaka ( 10 km in 3 – 4 Stunden hin- und zurück)

Hinweis zur Wanderung: Der Roys Peak Parkplatz wird regelmäßig kontrolliert – übernachten ist nicht erlaubt und kann schnell mal 400 NZD Strafe kosten. Wir haben stattdessen ganz entspannt für 10 NZD pro Person/Nacht auf dem Albert Town Campground, was für Wanaka- Verhältnisse echt günstig ist. Bezahlen könnt ihr direkt bei der Einfahrt am Automaten – auch mit Karte also „EFTPOS“ möglich. Alle Stellplätze sind „First come, first served“. Außerdem gibt es Toiletten mit Spülung sowie ein Waschbecken zum Geschirr waschen aber leider keine Duschen – zur Not könnt ihr einfach auf einer der Campingplätze nach Duschen fragen oder es einfach im „The Wānaka Watersports Facility“ probieren.

In der Stadt könnt ihr auf dem Wānaka Tree Carparking kostenlos parken und den Tag direkt am See verbringen, ohne aus dem Auto aussteigen zu müssen – zumindest wenn ihr einen Camper habt. Wir haben dort den Tag nach unserer Wanderung verbracht und einfach die Aussicht auf den See genossen – um ehrlich zu sein waren wir auch zu nichts anderem mehr in der Lage, haha. Außerdem ist es der perfekte Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang zum berühmten Wānaka Tree – ein kleiner Weidenbaum, der mitten im See wächst und als „das Wahrzeichen“ der Stadt gilt. Vor allem früh morgens oder am späten Nachmittag/Abend könnt ihr mit den Bergen im Hintergrund unfassbar schöne Bilder machen – es gibt sogar eine eigene Insta-Fanpage mit Bildern von Reisenden.

Wer in Wānaka zu günstigen Preisen etwas gutes essen gehen möchte, sollte unbedingt im Food Truck Park Wānaka vorbeischauen – es gab neben ultra leckeren Fisch-Tacos und Pad Thai Cashew-Noddle-Boxen auch deftige Burger, gesunde Frühstück-Bagels und loaded Fries. Wir hatten das Gefühl, dass sehr viele Einheimische ihre Mittagspause dort verbracht haben – ein echt schöner Outdoor-Bereich mit vielen Sitzmöglichkeiten und süßem kleinen Teich. Wer Lust auf gute Hausmannskost hat, sollte auf jeden Fall was im Big Fig Wānaka essen gehen – es gibt eine super große Auswahl an verschiedenen Salaten, Fleischarten und Gemüse. Ihr zahlt je nach Tellergröße und könnt zwischen verschiedenen Gerichten auswählen – alles war super lecker und wir hatten das Gefühl, dass wirklich alles frisch zubereitet wurde. Die beste Pizza in der Stadt bekommt ihr bei Francesca Wānaka und die schönste Aussicht von der Water Bar Wānaka – wobei dort auch das Essen keinen schlechten Eindruck gemacht hat.

Außerdem gibt es auch außerhalb der Stadt sehr gute Wanderwege direkt am See. Wir haben unser Auto kostenlos am Wānaka Station Park stehen lassen und sind dann 3 km in Richtung Roy’s Peak Parkplatz gelaufen -die Strände dort sind im Vergleich zu denen in der Stadt super ruhig und ein guter Platz für ein richtig schönes Picknick mit unfassbar schöner Aussicht auf die Berge. Einige Reisende haben uns auch die Wanderung zum Diamond Lake empfohlen – vor allem die Aussicht auf die Gletscher und die Berge soll unfassbar schön sein. Ganz in der Nähe findet ihr dort das Kletterparadies „Wildwire Wānaka„, dass direkt an einem Wasserfall liegt – in der Picknick Area gibt es eine Schaukel mit super schöner Aussicht auf den Wasserfall.

3.2 Entlang der spektakulären Crown Range Road: Von Arrowtown ins hippe Queenstown

Die Crown Range Road ist eine der schönsten und höchsten Bergpässe der Südinsel und führt euch von Wānaka über Cardrona ins hippe Queenstown. Der höchste Punkt liegt auf stolzen 1.078 Höhenmetern – ihr bekommt also die volle Berg – und Abenteuer-Experience.

Der Pass schlängelt sich durch die einzigartige alpine Landschaft der Remarkables, aber auch durch das abgeschiedene Cardrona Valley, das bei Reisenden vor allem für seinen Goldgräberflair und rustikalen Charme bekannt ist. Ein absolutes „Must-see“ auf der Strecke ist das historische Cardrona Hotel, das schon von außen nach Wildem Westen schreit. Es wurde 1863 gebaut und gehört zu einer der ältesten Hotels in Neuseeland. Nach dem Ende des Goldrauchs wurde es buchstäblich zu einer Geisterstadt – nur das Hotel überlebte. Früher Trinkhalle für Händler und Durchreisende, ist es heute ein schickes Boutique Hotel mit wunderschönem Biergarten und einem historischem Pub – knarrende Dielen, ein offene Kamin sowie die originale Bar runden das Goldgräber-Erlebnis ab. Wir haben uns ein kaltes Getränk im Biergarten gegönnt und waren absolut begeistert von der urigen und entspannten Atmosphäre – lasst euch also unbedingt etwas Zeit, um diesen besonderen Ort zu genießen.

Hinweis zur Passüberquerung: Die Crown Range Road ist sehr kurvig und nicht ideal für große Campervans in der warmen Jahreszeit aber trotzdem gut machbar! Falls ihr in den kälteren Monaten unterwegs seid, solltet ihr euch unbedingt vorher über die Straßenverhältnisse informieren – bei Schnee gilt Schneekettenpflicht! Die beste Aussicht auf das Wakatipu-Tal und Queenstown habt ihr vom Crown Range Summit Viewpoint und dem Crown Range Road Scenic Lookout – aber ehrlicherweise ist die ganze Strecke ein einziger Aussichtspunkt.

Bevor es für uns ins angesagte Queenstown ging haben wir uns aber noch die alte Goldgräberstadt Arrowtown angeschaut – besonders bekannt für die historischen Gebäude im Wild West Stil & absolutes Erlebnis im Herbst. Die Altstadt ist recht übersichtlich und hat einige Cafés, Boutiquen, Galerien und Restaurants – unser Favorit war der Remarkable Sweet Shop, der uns total an den Honigtopf aus Harry Potter erinnert hat. Er ist vor allem bekannt für sein hausgemachtes Karamell auch „Fudge“ genannt: von Salted Caramel, Cookies & Cream und Peanut Butter Chocolate, bis zu Lemon Cheesecake. Außerdem gibt es einige sehr leckere Restaurants: Bendix Stables mit super schönem Außenbereich, Provision Café mit liebevoll angerichteten Frühstücksgerichten und das Postmasters Kitchen + Bar, ein altes verwunschenes Postgebäude mit Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten und super leckerem Seafood Chowder. Weiteres Highlight in der Stadt ist das Chinese Sattlement Gelände, dass das Leben ehemaliger chinesischer Goldsucher zeigt, die unter harten Lebensbedienungen in kleinen Hütten am Fluss leben mussten – der Eintritt ist kostenlos.

Wie schon erwähnt ist Arrowtown besonders im Herbst ein sehr beliebtes Reiseziel. Grund dafür sind die vielen Laubbäume wie Ahorn, Eiche und Pappel, die die ganze Stadt in bunte Herbstfarben tauchen – in Verbindung mit der Goldgräber-Atmosphäre ein absolut einzigartiges Südinsel-Erlebnis. Da in Neuseeland normalerweise fast nur Nadelbäume wachsen, wird die Region besonders für Einheimische zu einem echten Herbst-Highlight, dass seinen Höhepunkt mit dem Arrowtown Autum Festival im April feiert- neben Live-Musik gibt es auch viele Kunsthandwerkstände und Wein aus der Region.

Driftway Queenstown Campingplatz
Campingplatzempfehlung: Driftway Queenstown – sehr neu, modern & super schnell ausgebucht
Aussichtspunkte: Lake Wakatipu Viewpoint, Gillys‘ s Point
Ausflugstipps: Country Lane Retail Village | BBQ Buffet in der RealNZ Walter Peak High Country Farm – auch mit dem Auto erreichbar

Nur einen Katzensprung von Arrowtown entfernt liegt die hippe Stadt Queenstown, direkt am Fuße der spektakulären Remarkable Mountains und am glitzernden Lake Wakatipu. Sie gehört zu einer der beleibtesten Städte Neuseelands und ist „das“ Abenteuer-Epizentrum der Südinsel – von Jetboot-Fahren, Paragliding, Skydiving und Mountainbiking ist wirklich alles dabei, was das Adrenalin-Herz höher schlagen lässt. Kein Wunder also zieht es jedes Jahr aufs Neue viele junge Reisende aus aller Welt an, die auf der Suche nach Adrenalin, Working-Holiday-Jobs und internationalem Flair sind.

Wir waren zuerst sehr Skeptisch – auch wegen des „über-gehypten Rufs“ von Queenstown – aber schon nach kurzer Zeit wurden wir positiv überrascht. Der Mix aus malerischer Natur und urbanem Lifestyle passt einfach perfekt, und plötzlich konnten wir total nachvollziehen, warum sich hier so viele Backpacker tummeln. Gleichzeitig mussten wir aber feststellen, dass Queenstown kein Schnäppchen ist: Im Vergleich zu anderen neuseeländischen Städten sind Benzin, Lebensmittel und Unterkünfte locker bis zu 30 % teurer. Generell gilt wohl: Je mehr touristische Hotspots, desto höher die Preise – aber ehrlich gesagt passt das irgendwie auch zum Abenteuer-Feeling der Stadt.

Ein kulinarisches Highlight der Stadt und absolutes Pflichtprogramm für jeden ist der Besuch im kultigen Burgerrestaurant Fergburger – sogar Ed Sheeran war dort (siehe Bild an der Wand)! Das Restaurant hatte seine Anfänge als „hole-in-the-wall Projekt in einer Garage und ist laut Lonely Planet eine der beste Ort für ausgefallene und handgemachte Burger – der Besitzer ist sich treu geblieben und hat das Restaurant nicht zu einer Filialkette ausgebaut, was das Erlebnis umso authentischer macht. Es kann echt sehr viel los sein und man muss teilweise mit 1,5 Stunden Wartezeit rechnen. Wer das umgehen möchte, kann einfach versuchen unter der Nummer +64 3 441 1232 anzurufen und vorzubestellen. Vor Ort soll es aber auch QR-Codes geben, über die ihr bestellen könnt, aber trotzdem warten müsst, bis euer Name aufgerufen wird.

Der beliebte Klassiker ist der Ferg Deluxe Burger mit Rinderfleisch, Speck und Aioli – ihr habt die Auswahl an verschiedenen Sorten von Käse, vor allem die Variante mit Blue Cheese soll super lecker sein. Wer es etwas ausgefallener mag kann den Sweet Bambi Burger mit Fjordland Hirsch, Brie und Boysenbeer‑Zwiebel‑Chutney probieren. Es gibt außerdem noch Burger mit Lamm, Hähnchen, Fisch, Schwein, Tofu und Falafel – eine riesige Auswahl und für jeden etwas dabei!

Direkt nebenan liegt die gleichnamigen Bäckerei Fergbaker, die super bekannt ist für ihre herzhaften Pies, handgemachten Sauerteigbrote, Croissants und gigantischen Brezeln. Richtig gehört eine gigantische Brezel in Neuseeland, die auch noch wirklich gut schmeckt! Wer hinterher noch ein Dessert mag, kann sich in der Mrs Ferg Gelateria ein Gelato-Eis holen – neben den Klassikern wie Haselnuss und Pistazie gibt es neuseeländischen Spezialitäten wie Hokey Pokey (Vanilleeeis mit Karamellstückchen und Honig) oder Dulce de Leche (Milchkaramelleis).

Eine weitere sehr gute Eisdiele an der Promenade: Patagonia Chocolates – Ice Creamery & Chocolaterie mit über 20 hausgemachten Eissorten.

Alternativ könnt ihr euch auch in der Minus 5° Ice Bar abkühlen und an einer besonderen Queenstown Antarctic Experience teilnehmen – von den Möbeln bis hin zu den Gläsern besteht wirklich die gesamte Bar aus Eis. Der Eintritt kostet ca. 50 NZD inkl. zwei Cocktails, was für neuseeländische Maßstäbe in Ordnung ist, jedoch fanden wir es persönlich zu touristisch.

Nach der schlemmer Tour in der Stadt sind wir für einen Spaziergang in Richtung Queenstown Gardens. Die grüne Halbinsel hat viele urige Bäume & bunte Pflanzen, einen kleinen Teich mit Steinbrücke und einen hübschen weißen Pavillion – vom Peninsula Vista Point habt ihr eine der besten Aussichten auf den Lake Wakatipu.


Für alle Wanderfans unter euch: Queenstown hat unglaublich viele Wanderungen mit atemberaubender Aussicht auf den Lake Wakatipu. Ein Klassiker ist der Queenstown Hill Track, der euch zunächst durch einen verzauberten Feenwald führt und mit einem tollen Blick über die Stadt und den See belohnt – vor Ort gibt es nur sehr wenige Parkplatze (Belfast Terrace – kostenlos) optional könnt ihr auch in der Belfast Street oder am Hallens Place parken. Uns wurde außerdem von mehreren wanderbegeisterten wärmstens empfohlen, unbedingt eine Tour in den Remarkables zu machen – es gibt zahlreiche Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der Lake Alta Track ist mit etwa 1–1,5 Stunden (hin und zurück) eine der leichteren Wanderungen und führt zu einem kleinen, aber unglaublich schönen Gletschersee. Wer es etwas anspruchsvoller mag, kann sich den Wye Creek Track vornehmen. Die Wanderung dauert je nach Tempo etwa 3–6 Stunden (hin und zurück) und hält für euch unvergessliche Highlights in Form von Wasserfällen, steilen Felsformationen und einer spektakulären Aussicht auf den Lake Wakatipu bereit.


Wer es etwas entspannter angehen lassen möchte, aber trotzdem nicht auf eine spektakuläre Aussicht verzichten will, kann mit der Skyline Queenstown Gondola (ca. 66 NZD pro Erwachsener) zum Bob’s Peak hochfahren und bei einem eher hochpreisigen Buffet-Abendessen im Stratosfare Restaurant, die wirklich unfassbar schöne Aussicht auf den Lake Wakatipu und Queenstown genießen – man zahlt also definitiv auch für die Aussicht, die sich aber wirklich sehen lässt. Über Silvester gibt es dort sogar ein spezielles Silvester-Menü, perfekt also für alle, die einen besonderen Jahreswechsel über den Dächern der Stadt möchten.


Etwas außerhalb von Queenstown liegen die Onsen Hot Pools – ein Spa, das vor allem für seine atemberaubende Aussicht auf die dramatische Schlucht des Shotover River bekannt ist. Ganz ehrlich: Die Preise haben uns damals aber erstmal schlucken lassen, denn für 60 bis 120 Minuten zahlt man stolze 175 NZD für zwei Erwachsene – definitiv kein Schnäppchen, auch für Urlauber. Im Nachhinein würden wir es uns aber wahrscheinlich doch nochmal überlegen, denn die Location ist wirklich einzigartig: ein warmer Pool, ein Drink in der Hand und dazu noch eine Aussicht auf die Berge und eine wilde Flusslandschaft. Selbst für uns Europäer, die Wellness durch die vielen Thermen schon gewohnt sind, ist das echt was Besonderes.

Nach eurem Spa-Aufenthalt könnt ihr direkt nebenan in der Gantley`s Tavern lecker Essen gehen – vor allem der Outdoor-Bereich mit Steinkamin sieht super gemütlich aus.

3.3 Umgebung Queenstown: Das Gibbston Valley und der Kawarau River


Gibbston ist ein kleines idyllisches Tal direkt am wilden Kawarau River und ca. 30 min. von Queenstown entfernt – ein perfekte Ort für Weinverkostungen, Sternenbeobachtung und Bungee Jumping. Die Strecke ist super abwechslungsreich und führt euch durch enge Schluchten, sonnige Weinberge und durch eine türkisblaue Flusslandschaft, die sogar als Kulisse für einige Szenen aus  „Der Herr der Ringe“ diente. Entlang der Kawarau Gorge gibt es außerdem super viele Aussichtsplattformen, von denen aus ihr den wilden & türkisblauen Fluss bestaunen könnt – in Kombination mit dem Goldgräberzentrum fühlt man sich fast wie einem Wild-West-Film.

In den Weinbergen wird vor allem der berühmte Gibbston Pinot Noir angebaut, den ihr in der Gibbston Valley Winery oder der Kinross Winery probieren könnt. Falls ihr es nicht nur bei einem Glas belassen wollt, könnt ihr sogar in einer der beiden Vinyards übernachten. Besonderheit: In der Gibbston Valley Lodge & Spa habt ihr Zugang zu Hot Pools, einer Sauna und einem Fitnessraum, aber nur wenn ihr dort übernachtet – Spa-Behandlungen bekommt man aber auch schon als Day-Guest. Warum es außerdem eine gute Idee ist dort zu übernachten: das Gibbston-Tal wurde als einer der besten Orte für Sternenbeobachtungen ausgezeichnet. Ihr könnt aber auch einfach von Queenstown mit dem Auto hinfahren und in der Gibbston Back Road mit Blick auf das Valley und die Remarkables, die Sterne unter freiem Himmel zählen.

Das Gibbston Tal ist außerdem ein Hot-Spot für Bungee-Jumper – von der Kawarau Gorge Suspension Bridge könnt ihr 43 Meter in die Tiefe springen und mit euren Händen sogar das Wasser im Fluss berühren. Die Brücke gilt als Geburtsstätte des Bungee Jumping und damit ein historischer & ikonischer Ort besonders für alle Adrenalin-Verrückten. Der Sprung kostet euch an die 320 NZD pro Erwachsener – ein stolzer Preis, aber die Location ist auch einfach super beliebt. Wer auf der Suche nach einem extremeren Erlebnis ist, kann für 240 NZD pro Erwachsener auch von der 134 Meter hohen Nevis Swing springen – eine der höchsten kommerziellen Bungee-Plattformen der Welt.


Ein weiteres besonderes Erlebnis am Kawarau River ist eine Guided-Tour im Goldfields Mining Centre – ein historisches ehemaliges Bergwerk, das die Geschichte der legendären Goldgräberzeit erzählt. Für 45 NZD pro Erwachsener bekommt ihr die Möglichkeit neben originalen Goldminen, historische Bergbaugeräte & alte Minen-Hütten der chinesischen Arbeiter „Chinese Village“ auch selber Gold zu schürfen – wenn das mal nicht ein schönes Souvenir ist.

Queenstowns verstecktes Juwel: Wer ein ganz besonderes Übernachtungserlebnis in einer rustikalen Schlammhütte im Hinterland Neuseelands sucht, kann über Airbnb mehrere Nächte in der Mut Hut auf dem Welcome Rock Trail buchen. ABER die Hütte ist nicht so einfach zu erreichen: mit dem Auto müsst ihr erst mal zur Garston Ski Hütte fahren und es dort auch stehen lassen. Vor dort müsst ihr ca. 10 km bis zur Hütte laufen! Es gibt keine Verpflegung und keinen Strom, dafür aber einen offenen Kamin, Gas, Utensilien zum Kochen sowie eine Outdoor Badewanne mitten in den Bergen – wenn das mal kein besonderes Erlebnis ist. Schlafsäcke könnt ihr entweder selber mitnehmen oder beim Gastgeber gegen eine Gebühr ausleihen. Außerdem ist der Handyempfang sehr begrenzt – ca. 20 Meter über der Hütte soll der Empfang besser sein.

3.4 Entlang der Devil’s Staircase – Glenorchy, die Paradiese Road und der Routeburn Track

Die Strecke von Queenstown nach Glenorchy ist nicht nur super kurvig, sondern stellenweise auch richtig schmal, warum ihr auch der Name Devil’s Staircase sehr gerecht wird. Sie schlängelt sich direkt am Lake Wakatipu entlang und führt euch immer wieder an wunderschönen Aussichtspunkten vorbei – einer dieser Straßen, bei denen man gefühlt alle paar Minuten anhalten möchte, um Bilder aus jeder Perspektive zu machen.

Unser erster Stopp auf dem Weg war der Bob’s Cove Viewpoint, zu dem ihr aber erst noch 30 – 45 min. hinlaufen müsst. Was die Bucht so besonders macht: Am Ende des Wegs kommt ihr zu einer türkisblauen Badestelle, die perfekt für ein Picknick am See ist und euch mit einer wunderschönen Aussicht auf die kleine Halbinsel und die umliegenden Berge belohnt. Die perfekte Gelegenheit also, um sich bei heißen Temperaturen etwas abzukühlen – bekanntlich ist ja der Weg das Ziel, was hier absolut zutrifft. Wer die Strecke also nicht komplett an einem Tag durchfahren möchte, kann anschließend ganz in der Nähe auf dem Der 12 Mile Delta Campground übernachten – es kann ziemlich voll werden, es lohnt sich also sein Zelt etwas früher aufzuschlagen!

Schönste Aussichtspunkte:  Bennetts Bluff Viewpoint, Lookout Point und Little Stony Creek – obwohl es wirklich hinter jeder Ecke wunderschöne Plätze gibt!
Camping in Glenorchy: Mrs Wolly’s Campingplatz direkt neben dem General Store (wenig Stellplätze)
Mehrtages-Wanderung: Earnslaw Glacier Lookout mit Startpunk an der Lovers’ Leap Road (20 min. von Glenorchy) – 20 – 30 km Wanderung für die ihr 8 Stunden einplanen solltet (nur Hinweg!) | Alternative zum Routeburn Track

Die entspannte Kleinstadt Glenorchy ist der perfekte Ausgangspunkt für den weltbekannten Routeburn Track – sie liegt super idyllisch zwischen alpinen Tälern, dramatischen Bergen, Sümpfen und einem Flussdelta und ist ein bekannter Drehort für Naturdokumentationen und Filmen wie „Der Herr der Ringe“ und Narnia. Unser erster Stopp in der gemütlichen Kleinstadt war im Mrs Woolly’s General Store – vor allem der Mushroom Pie und die liebevoll dekorierten Törtchen haben es uns angetan. Wir würden sogar so weit gehen zu behaupten, dass es einer der besten Pies in Neuseeland war! Neben den ganzen Leckereien gibt es dort aber auch Klamotten aus Merino-Wolle, – kommt ja auch aus Neuseeland – Manuka Honig und alle möglichen Arten von Souvenir-Mitbringsel – eine Art Café mit Deko- und Souvenirshop im Farmhouse-Style.

Der General Store ist so ziemlich der einzige Laden mit Lebensmitteln in der Gegend und es gibt auch nur eine kleine Tankstelle, die nur zu bestimmten Zeiten geöffnet hat – denkt euch also mit allen nötigen Dingen am besten noch in Queenstown ein. Unseren Pie haben wir genüsslich an der Waterfront, auf einem urigen Steg gegessen. Direkt nebenan liegt ein kleines rotes Bootshaus mit dem Schriftzug „Glenorchy“, was das meistfotografierte Motiv der Kleinstadt ist.

Außerdem Sehenswert: der Glenorchy Lagoon Scenic Walk, der euch über einen Holzsteg durch die Sumpf- und Seenlandschaft der Region inkl. Aussicht auf die Berge führt.

Der Routeburn Trailhead liegt eine halbe Stunde nördlich von Glenorchy und führt euch durch eine der schönsten und ursprünglichsten Landschaften der Südinsel – nicht umsonst gehört die Wanderung zu den 10 Great Walks in Neuseeland. Doch bevor ihr eure Wanderschuhe am Routeburn Shelter Parkplatz auspackt und loswandert, führt euch die idyllische Paradiese Road durch ein offenes Alpental mit Flussauen und Blick auf die umliegenden Bergketten. Wir sind schon sehr früh morgens aufgebrochen und wurden von einem mystischen Nebel sowie einem lila-rosafarbenen Sonnenaufgang über den Bergen begrüßt. Entlang der Strecke haben wir immer mal wieder große Gruppen von Rehen gesehen, die auf den feuchten Wiesen weiden – ein wirklich guter Hinweis darauf, wie wildreich die Gegend eigentlich ist. Nehmt euch vor allem morgens und abends genügend Zeit für die Strecke, denn dann sind die Lichtverhältnisse und die Chancen auf Tierbeobachtungen am besten.

Ein absolutes Highlight auf der Paradiese Road war für uns der Isengard Lookout und der Rees River Bridge Viewpoint – ja, genau die Orte, die in „Der Herr der Ringe“ für Szenen aus Isengard, Lothlórien und dem Auenland genutzt wurden. Kaum standen wir dort, wurde uns sofort klar, warum gerade dieses Tal die Filmcrew so begeistert hat: Das türkisblaue Flusstal, eingerahmt von majestätischen Gletscherbergen, sah so idyllisch aus, dass man fast das Gefühl hatte, gleich Hobbits oder Elben um die Ecke huschen zu sehen. Wenn ihr die perfekte Aufnahme wollt, plant den Stopp lieber auf dem Rückweg ein. Früh morgens ist das Licht zwar schön, aber die Farben kommen erst richtig zur Geltung, wenn die Sonne schon etwas höher steht.

Hinweis zum Routheburn Track: Auf dem Routeburn Shelter Parkplatz – und eigentlich auch auf der Wanderung selbst – gibt es praktisch keinen Handyempfang. Wer also auf Google Maps angewiesen ist, sollte sich passende Offline-Karten unbedingt schon vorher in Glenorchy herunterladen. Außerdem solltet ihr nicht zu spät ankommen: Der Parkplatz ist zwar relativ groß, aber die freien Plätze füllen sich sehr schnell mit Neuankömmlingen. Und dann gibt es noch die Keas – unglaublich freche, aber super intelligente Bergpapageie, die gerne mal an den Gummidichtungen der Autos rumbeißen.

Bevor ihr also in Richtung Berge startet, solltet ihr unbedingt vorher prüfen, dass keine losen Teile herumhängen – auch an Dachzelten. Sie können wirklich sehr kreativ werden, was natürlich solange witzig ist, bis es einen nicht selber betrifft, haha! Außerdem können sie auch beißen, haltet also genügend Abstand!

Der Routeburn Track ist keine Rundwanderung und ihr kommt im Normalfall auf der anderen Seite im Fjordland am „The Divide Shelter“ wieder raus (32 km) – für die ganze Strecke solltet ihr euch also mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Uns war der Rücktransport persönlich zu kompliziert (325 km Streckendifferenz), warum wir auch nur bis zum Lake Mackenzie gelaufen sind – sozusagen haben wir auf halber Strecke einfach wieder umgedreht. Alleine dafür waren wir knapp 12 Stunden unterwegs und sind auf 42 km rund 1200 Höhenmeter aufgestiegen, was für eine Tageswanderung echt sportlich ist, aber sich sowas von gelohnt hat!

Auf dem Weg erwartet euch ein märchenhafter, vermooster Wald, der Harris Saddle, – höchster Punkt der Strecke mit atemberaubender Aussicht auf den Lake Harris -und der Lake McKenzie – unfassbar schöne Aussicht auf das Flusstal und die Berge. An beiden Seen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten, entweder auf einem Campingplatz oder einer Hütte. Wenn ihr also die ganze Strecke in mehreren Etappen laufen möchte, sollte ihr euch schon vorher um eine Schlafmöglichkeit kümmern, denn die Wanderung ist sehr beliebt und die Übernachtungsplätze in den Hütten sind sehr begrenzt.


Für den Rücktransport gibt es verschiedene Anbieter: Tracknet oder Trackhopper (Auto Relocation). Der reguläre Rücktransport kostet euch an die 155 NZD pro Erwachsener und dauert an die 4 – 5 Stunden. Fahrzeug Relocations sind in der Regel deutlich teurer und kosten zwischen 300 – 400 NZD.

Wer sich das Geld für den Rücktransport sparen will, aber trotzdem die ganze Strecke laufen möchte, kann auch am „The Divide Shelter“ im Zelt übernachten und den Weg einfach wieder zurück laufen – so spart ihr euch nicht nur den Rücktransport, sondern könnt die Strecke nochmal von der anderen Seite aus anschauen.

Falls Creek Wasserfall

3.5 Atemberaubende Fjordlandschaft an den Milford Sounds & Doubftful Sounds

Um mit dem Auto zum weltbekannten und abgelegenen Milford Sound zu kommen, müsst ihr wieder die ganze Strecke zurück nach Queenstown fahren und von dort aus in Richtung Te Anau – dafür solltet ihr am besten 4 – 5 Stunden einplanen. Auf dem Weg kommt ihr an einigen vermoosten Wäldern, kristallklaren Wasserfällen & Bergseen vorbei, daher würden wir euch empfehlen die Strecke nicht an einem Tag abzufahren.

Die kleine Stadt Te Anau ist das Tor zum Fjordland Nationalpark und liegt am gleichnamigen Te Anau Lake. Wir haben auf dem Andy’s Place Campground übernachtet und uns mit Lebensmitteln im FreshChoice eingedeckt – eine der einzigen großen Supermarktketten, aber auch teuer. Am Abend haben wir dann kostenlos am Stephen Nairn Memorial & Coin BBQ, direkt am See gegrillt, bevor es dann am nächsten Tag weiter in Richtung Milford Sound ging.

Good to know: Der Milford Sound gehören zu den regenreichsten Gebieten der Südinsel. Es regnet an ungefähr 200 Tage im Jahr und das Wetter kann sehr schnell umschlage. Regen gehört also zur Tagesordnung (Regenjacken nicht vergessen), was nicht weiter schlimm ist, denn die vielen Wasserfälle werden euch umhauen! Prüft bei schlechtem Wetter unbedingt vorher, ob der Homer Tunnel geöffnet ist!

Auf dem Weg in die Sounds gibt es einige coole Aussichtspunkte und Bademöglichkeiten, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet! Starten wir mit dem Hollyford Valley Lookout – ein Gletschertal, das seinem Namen alle Ehre macht, denn es ist umgeben von den hohen Bergen der Südalpen! Von dort könnt ihr auch eine kurze Wanderung über einen Holzsteg zu den Marian Falls und den smaragdgrünen Lake Marian Bergsee machen – letzteres dauert hin- und zurück ungefähr 3 Stunden. Oben angekommen – der Weg war mit den ganzen Baumwurzel echt nicht ohne – wurden wir vom Gipfel des Mount Talbot und einer wunderschönen alpinen Landschaft begrüßt.

Nur zwei Kilometer weiter kommen wir zu unserem nächsten Highlights auf dem Weg: den türkisblauen Falls Creek Wasserfall, der direkt einem Disney-Märchenbuch entsprungen sein könnte. Viele fahren einfach an ihm vorbei, weil es keine richtige Haltemöglichkeit gibt – wir haben kurzerhand angehalten, die Badesachen geschnappt und sind ins eiskalte Wasser gesprungen. Wie sich herausstellt eine super Idee, denn das Wasser war sehr erfrischend und es hat auch einfach soo viel Spaß gemacht! Passt aber unbedingt auf die rutschigen Steinen auf und versucht auch in den tieferen Bereich zu springen, da ihr euch sonst verletzten könntet.

Einen Steinwurf weiter kommt ihr am Monkey Creek Viewpoint vorbei, von dem aus ihr eine wunderschöne Aussicht auf die grüne Buschlandschaft und die Berge habt. Am Aussichtspunkt verläuft ein kleiner idyllischer Gletscherbach und mit Glück könnt ihr sogar einen Kea in seiner natürlichen Umgebung beobachten – viele füllen hier auch ihre Trinkflaschen auf. Und kurz danach kommt ihr auch schon zum Cleddau Valley Vista Point, der kurz vor dem berühmten Homer Tunnel liegt und besonders bei starkem Regen für die vielen Wasserfälle an den Felswänden bekannt ist.

Die Fahrt durch den Homer Tunnel wird von vielen als „die ultimative Neuseeland-Experience“ beschrieben – vor allem wenn es geregnet hat und gefühlt hundert Wasserfälle dramatisch an den Felswänden herunterströmen. Wir hatten an diesem Tag sehr gutes Wetter, was natürlich ein großer Jackpot in dem doch sehr verregneten Gebiet ist. Dementsprechend wenig Wasser hatten die ganzen Wasserfälle, was unsere Experience vielleicht auch beeinflusst hat, denn wir fanden die Passstraßen in den Bergen ein Stück beeindruckender. Jep, kaum zu glauben das Regen an bestimmten Orten etwas Magisches haben kann!

Der Tunnel ist übrigens einspurig, wodurch es zu längeren Wartezeiten kommen kann. Bei starkem Schneefall oder Lawinengefahr kann die Straße sogar komplett gesperrt werden – im Sommer solltet ihr aber normalerweise keine Probleme haben. Direkt nach dem Tunnel gibt es übrigens einige schöne Aussichtspunkte – einer davon ist der Hundered Falls Viewpoint.

Milford Sound Swing
Campingplatz-Empfehlung:  Cascade Creek DOC – Campground, direkt neben dem Lake Gunn – vor Ort es gibt Feuerschalen in denen ihr Abends ein kleines Lagerfeuer machen könnt

Die Milford Sounds sind einer der häufigsten besuchten Orte Neuseelands und ein absolut unvergessliches Erlebnis. Wir haben unsere Bootstour auf bookme.com gebucht und waren ungefähr für zwei Stunden mit Milford Sound Cruise – Mitre Peak Cruise unterwegs. Es gibt übrigens einen großen Parkplatz direkt am Visitor Terminal, der pro Stunde stolze 10 NZD kostet – bis 15 Uhr. Danach reduziert sich der Preis auf 5 NZD pro Stunde, jedoch sind auch die Bootstouren nachmittags meist teurer. Außerdem soll der Parkplatz – wie am Routeburn Track – sehr bekannt für räuberische Kea’s sein – wir haben an diesem Tag keine gesehen.

Wer versuchen möchte einen kostenlosen Parkplatz zu erwischen, kann es am Deepwater Basin probieren, dass ca. 1 km von der Bootsanlegestelle entfernt liegt und auch Ausgangspunkt zum Milford Sound Lookout und der Milford Sound Swing ist. Zu der Aussicht von Schaukel auf den Sound brauchen wir wohl nichts weiter sagen (siehe Bild oben). Gegen Mittag sind aber schon die meisten Plätze belegt, daher solltet ihr schon relativ früh dort sein. 

Während der Bootstour durch den Fjord kommt man selbst im Sommer an einigen wunderschönen Wasserfällen vorbei – darunter die Bowen, Stirling und Fairy Falls, die je nach Wetterlage, entweder mit voller Wucht oder ganz leicht die Felswände herunterstürzen. Das Boot fährt sogar so nah hin, dass selbst Regenjacken keine Chancen mehr haben – eine Abkühlung, die man so schnell nicht mehr vergisst!


Wenn euch die Bootstour nicht genug ist, könnt ihr bei Roco’s Milford Kayaks eine Day Safari, die Sunriser Classic oder die Morning Glory Tour buchen. Im Kajak hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf die atemberaubende Meereslandschaft – und wer weiß, vielleicht habt ihr sogar noch bessere Chancen, auf tierische Begegnungen mit Seebären, Delfinen, Orcas oder auch Walen – letztere vor allem in den Wintermonaten zwischen Juni und August. Orcas dagegen haben keine feste Jahreszeit und tauchen immer mal wieder ganz spontan in der Nähe der Küste auf.

Great Walks im Fjordland Nationalpark: Milford Track (ca. 53 km, nur in eine Richtung, vorbei an den Sutherland Falls – mit 580 m einer der höchsten Wasserfälle Neuseelands) | Kepler Track (ca. 60 km, Rundwanderung, optionaler Abstecher zum Monument Peak Viewpoint am Lake Manapouri)

Die Doubtful Sounds sind einer der abgelegensten Fjorde der Southlands und fast drei Mal so groß wie die Milford Sounds. Im Vergleich ist er viel schwerer zu erreichen und daher auch weniger touristisch, was sich natürlich auch auf den Preis auswirkt – eine Tour mit RealNZ kostet stolze 360 NZD pro Erwachsener. Dafür bekommt ihr aber ein einmaliges Naturerlebnis, dass ihr so kein zweites Mal finden werdet: dichter mystischer Nebel, wilde Wasserfälle, neugierige Delfine und Wildnis in ihrer ursprünglichsten Form. Ein Ort, der – wie es scheint – von der Zeit vergessen wurde.

Die Tour startet zuerst mit einer entspannten Bootsfahrt über den Lake Manapouri. Anschließend geht es mit dem Bus über den Wilmot Pass zur Endstation in Deep Cove, wo die Fjord-Tour dann erst so richtig startet. Was einem zu aller erst auffällt: Er ist weiter verzweigt und hat viel mehr Seitenarme als der Milford Sound, was die Durchfahrt definitiv abwechslungsreicher und intensiver macht. Außerdem sind die Chancen wilde Delfine zu sehen sehr hoch, da hier eine große Gruppe von Bottlenose Delfinen zu Hause ist.

Falls ihr noch eine Schippe obendrauf setzten wollt, könnt ihr statt der regulären Wilderenss Day-Tour auch eine Overnight Cruise mit Verpflegung buchen. Der Preis ist mit 750 NZD pro Erwachsener wirklich knackig. Mittlerweile sind wir aber Fans davon geworden, uns nicht nur zu fragen, was es kostet, sondern vor allem, was man dafür bekommt und ob sich die Experience dafür lohnt. Wir haben vor allem zu Beginn unserer Reise immer mal wieder Touren ausgelassen, weil sie uns in dem Moment zu teuer waren. Im Nachhinein erinnert man sich aber immer an die Erfahrung und nicht an das Geld das man ausgegeben hat. Wir haben viele Berichte gelesen, dass die Overnight Cruise eine sehr einzigartige Erfahrung sein soll und mal ganz ehrlich: Wann hat man das nächste mal so schnell die Gelegenheit, auf einem Boot in einem der abgelegensten Fjorde der Welt unter Sternenhimmel zu übernachten und den Tag mit mystischem Nebel und Delfinen zu beginnen?

3.6 Oldtimer & Meeresschätze: Invercargill und die Küstenstadt Bluff

Campingplatz-Empfehlung: Invercargill Holiday Park – sehr ruhige Lage, super sauber und wird mit viel Liebe geführt
Sehenswert: Queens Park mit botanischem Wintergarten und einem kleinen Tierpark (Ostrich Enclosure)

Nach der Bootstour im Fiordland Nationalpark ging unser Weg weiter in den tiefen Süden, zur wilden Küstenregion der Catlins – eine der rauesten Gegenden der Südinsel und Heimat der Gelbaugenpinguine. Auf dem Weg dorthin sind wir über die Southern Scenic Route durch das verschlafene Invercargill gefahren und waren wirklich überrascht: Die Stadt war deutlich günstiger als Otago, hatte aber gleichzeitig eine Menge cooler Museen und wunderschöne historische Gebäude wie das Boer War Memorial und die imposante XO Church. Unser Foto-Tipp: Vom Quest Hotel bekommt ihr den perfekten Schnappschuss von beiden Gebäuden!

Direkt nebenan findet ihr mit über 300 internationalen Maschinen das Classic Motorcycle Mecca, dass mit der Britten V1100 „Cardinal eine der seltensten Motorräder der Welt beheimatet. Um etwas Geld zu sparen könnt ihr euch das Kombi-Ticket für 80 NZD pro Erwachsener holen und zusätzlich die Bill Richardson Transport World besuchen. Auch hier findet ihr über 300 Oldtimern, darunter auch seltene Sammlerstücke und Trucks, wie den 1914 Stewart 1‑Ton Truck, von dem es weltweit nur ein einziges Exemplar gibt. Der letzte in der Runde ist der E. Hayes & Sons Shop – der Eintritt ist kostenlos und ihr könnt euch neben der originalen „The World’s Fastest Indian“, verschiedene internationale Motorräder aber auch Werkzeuge von Burt Munro anschauen.

Museum: Bluff Maritime-Museum – der Eintritt kostet an die 5 NZD
Aussichtspunkt: Bluff Hill Lookout – eine wunderschöne 360° Aussicht auf Bluff und die 30 km entfernte Stewart Island bekommt (mit dem Auto möglich)

Das kleine, verschlafene Bluff liegt auf einer kleiner Halbinsel direkt an einem Naturhafen und ist weltweit für die exklusiven Bluff-Oyster bekannt. Hauptsaison ist übrigens von März – August. Wer also zur richtigen Jahreszeit dort ist, kann die frischen Bluff-Austern inklusive Weißwein und Fries direkt bei Fowler’s Wild Bluff Oysters probieren.

Was die Austern so besonders macht: Durch das kalte, saubere und nährstoffreiche Meerwassers direkt vor der Küste werden die Muscheln besonders groß und bekommen dadurch ihren unverwechselbaren und intensiven Geschmack. Im Gegensatz zu vielen anderen Austern werden sie nicht gezüchtet, sondern in der Hauptsaison nur mit wenigen Booten direkt vor Ort geerntet – ein Handwerk, das vor allem in der heutigen Zeit immer seltener wird und besonders das kulturelle Erbe der Region bewahrt!

Um genau diese Tradition am Leben zu halten, wird jedes Jahr im Mai das Bluff Oyster Festival gefeiert. Neben lokaler Country-Musik und einem traditionellen Austern-Wettessen, gibt es einige Souvenir- und Handwerksstände aber auch regionale Spezialitäten wie Whitebait, Crayfish, Lamm oder Wild. Die Tickets kostet ab 50 NZD pro Erwachsener und sind super schnell ausverkauft – ein wohl sehr kultiges & beliebtes Ereignis in der Region. Zwar nicht ganz so günstig, dafür aber supportet ihr die kleine Gemeinde!

Leider waren wir noch vor Saisonstart dort, konnten aber trotzdem im Hayz @ Anchorange super leckere Meeresfrüchte aus der Region probieren. Das Essen war überirdisch gut und wurde sogar mit regenbogenfarben Pāua Meeresschnecken angerichtet (siehe Bild). Wir haben damals einfach eine große Platte für zwei bestellt und sind mehr als satt geworden – frag einfach bei den Mitarbeitern nach der entsprechenden Karte. Ihr dürft sogar bis zu 10 der bunten Schnecken-Schalen als Souvenir nach Deutschland mitnehmen – behaltet aber auf jeden Fall den Kassenzettel, falls euch der Zoll überprüfen sollte! Die besonderen Mitbringsel bekommt ihr übrigens im Bluff Visitor Centre oder bei Fowler’s Wild Bluff Oysters – sammeln auf eigene Faust ist nicht erlaubt, gleichzeitig unterstützt ihr so die lokale Wirtschaft.


Ein sehr beliebtes Bluff-Fotomotiv ist der gelben Wegweiser am Stirling Point, der das südliche Ende der neuseeländischen State Highway 1 markiert und symbolisch für das Ende einer Neuseelandreise steht – ähnlich wie der Nordkap in England.

3.7 Die Highlights der Catlins: Cannibal Bay, Curio Bay & das Nugget Point Lighthouse

Nach unserem leckeren Essen in Bluff sind wir weiter in Richtung Catlins, zum südlichsten Punkt der Südinsel – dem Slope Point – gefahren. Auf dem Weg solltet ihr aber noch unbedingt einen Stopp am historischen Waipapa Point Lighthouse einplanen – sozusagen der kleinere Bruder des Nugget Point Lighthouse, an dem ihr wilde Seelöwen beobachten könnt – haltet auf jeden Fall genügend Abstand, denn die Kolosse können – wenn sie gestört werden – sehr schnell aggressiv werden. Außerdem hat sich dort im Jahr 1874 eine extrem düstere Geschichte abgespielt: Ein Sturm hat 131 Mitglieder der SS Tararua in den Tod gerissen, was übrigens auch Grund für ihren Bau war.

Weiter entlang der Catlins erwartet euch das berühmte gelbe Schild am Slope Point – es gibt die Entfernung zum Äquator (5100 km) und der Antarktis (4800 km) an und ist der südlichste Punkt der Südinsel. Passend zum rauen Küstenklima war das Wetter zu dieser Zeit unterirdisch schlecht und es hat in Strömen geregnet, fast als wären wir die Statisten in einem stürmischen Seemannsfilm, die auf der Suche nach dem Licht des Leuchtturms sind. Unserer Laune war aber trotzdem super gut, denn ehrlicherweise haben wir es uns auch genauso vorgestellt: Die raue & wilde See sowie die Tatsache, dass wir der Antarktis noch nie so nah gewesen sind. Definitiv ein besonderer Moment und ein „Must-do“ auf der Strecke.

Um zum Slope Point zu kommen, müsst ihr aber erst mal 20 min. über eine offene Schafsweide laufen. Außer ist das Gelände zwischen September und November gesperrt (Privatgelände), da genau zu dieser Zeit die Lammzeit beginnt. Wir haben damls kaum Menschen getroffen, was bei dem Wetter auch nicht verwunderlich war – dafür hatten wir den Aussichtspunkt fast für uns alleine.

Ein absolutes Catlins-Highlight ist der versteinerte Wald in der Curio Bay, der direkt am gleichnamigen Curio Bay Holiday Park liegt. Die Geschichte dazu ist wirklich verrückt und hat die Küste der Südinsel für immer verändert: Vor über 180 Millionen Jahren wurde durch einen heftigen Vulkanausbruch der heimische Wald komplett mit Asche bedeckt und zeitgleich für die Ewigkeit konserviert. Wir haben teilweise ganze Baumstämme inklusive Jahresringe gesehen, was in dieser Form extrem einzigartig auf der Welt ist. Leider kann man den Wald nur bei Ebbe sehen, dafür müsst ihr einfach entlang des Ufers am Campingplatz laufen. Mit ganz viel Glückt könnt ihr währenddessen dann auch noch seltene Gelbaugenpinguine beobachten – die Chancen sind nachmittags oder abends am höchsten, weil sie genau zu dieser Zeit von ihrer Fishing-Tour an Land zurück kommen!



Ausflugstipp entlang der Catlins:

Die Cathedral Caves bestehen aus zwei gigantischen Meereshöhlen, die so hoch sind, dass locker eine gotische Kathedrale hineinpassen würde – beide sind nur bei Ebbe begehbar. Ihr zahlt am Eingang 15 NZD pro Erwachsener und müsst ungefähr 30 min. zum Höhleneingang laufen. Leider konnten wir uns beide aufgrund von schlechtem Wetter nicht anschauen – fragt am besten vorher auf dem Campingplatz nach. 

Neuseeländische Seelöwen an der Cannibal Bay

Nach einer kalten und regnerischen Nacht auf dem Curio Bay Holiday Park ging es für uns am nächsten Morgen dann weiter in Richtung Cannibal Bay – ein Hot-Spot für neuseeländische Seelöwen und eine der besten Orte des Landes, um die gigantischen Kolosse abseits der Touristenmassen zu sehen.

Um an den Strand zu kommen müsst ihr von der Hauptstraße abfahren und etwa 30 min. über eine Schotterpiste in Richtung Küste fahren. Wir waren mitten im Sommer dort (Februar) und neben einem Einheimischen, waren wir weit und breit die einzigen dort. Netterweise hat er uns nach einem kurzem Small-Talk auch verraten, wo genau wir die Tiere finden können – haltet euch einfach rechts vom Strand. Neben den Seelöwen war auch ganz viel Seetang am Strand, teilweise sogar so .viel, dass sie es als eine Art Seetang-Bett benutzt haben, um nicht auf dem nassen Sand liegen zu müssen. Sowas sieht man wirklich nicht alle Tage, vor allem nicht mit so einer Kulisse!

Wir sind also ganz entspannt an den Tieren vorbei spaziert und haben einfach den Moment genossen. Am Strand waren mit Sicherheit mehr als 40 friedlich schlafende Tiere – natürlich solange man sie nicht stört, denn sie sind extrem schreckhaft und können wirklich aggressiv werden, sobald sie sich bedroht fühlen. Als wir schon auf dem Rückweg waren, sind plötzlich zwei große Männchen aufeinander losgegangen und haben den halben Strand in Aufruhr versetzt. In diesem Moment waren wir wirklich Froh nicht in der Nähe gewesen zu sein – haltet also unbedingt genügend Abstand.

Der letzte Halt an der Catlin-Küste führt uns zu einem ganz besonderen Leuchtturm, der durch seine malerische Lage einem Seefahrer-Märchen wie Peter Pan entsprungen sein könnte: dem strahlend weiße Nugget Point Lighthouse.

Er ist schlappe 150 Jahre alt und liegt mitten auf einer steilen Klippe, umgeben von Felsen, die bei Sonnenauf- und abgang wie goldene Goldhaufen also Nuggets aussehen. Unser erster Gedanken als wir den Leuchtturm auf der Klippe gesehen haben, war einfach: „Ist das hier jetzt eine Filmkulisse und kommt gleich Moby Dick aus dem Wasser geschossen oder gibt es wirklich solche malerischen und unberührten Orte auf dieser Welt ?“

Wir waren auf jeden Fall beeindruckt und sind auf dem schmalen Pfand – der sich über die gesamte Klippe schlängelt – zum Leuchtturm gelaufen. Unterwegs gibt es einige coole Aussichtspunkte mit Blick auf die raue Küstenlandschaft – stellt euch hier besonders Abends auf goldgelb leuchtende Aufnahmen mit magischer Märchen-Kulisse ein.

Dunedin Railway Station

3.8 Dunedin – schottischer Charme trifft auf historische Gebäude und Albatrosse

Restaurant/Brauerei: Emeron`s Brewery – sehr beliebt und kann sehr voll werden
Chinesischer Garten: Lay Yuan Chinese Garden inklusive Teehaus mit Dumplings auf der Speisekarte
Museum: Tuhura Otago Museum – Naturgeschichtliche Ausstellung mit Planetarium und Schmetterlingshaus

Los geht’s an die Ostküste und auf die Otago Halbinsel – unser erstes Ziel: die junge Universitätsstadt Dunedin und ein Red Hot Chili Peppers Konzert im Forsyth Barr Stadium. Während unserer Recherche haben wir schon einiges über die „schottischste Stadt Ozeaniens“ gelesen. Aber waren vor Ort doch mal kurz baff, denn das historische Stadtbild ist der absolute Wahnsinn!

Kurz zum historischen Hintergrund: Dunedin wurde 1848 von schottischen Siedlern gegründet und hat viele öffentliche Gebäude, wie Kirchen, Schulen und Banken, die nach schottischem Vorbild und mit viel vulkanischem Basalt gebaut wurden, was der Stadt ihren unvergleichlichen Charakter gibt. Außerdem orientiert sich der Stadtplan an dem von Edinburgh, daher auch der Spitzname „Edinburgh of the South„. Einige der schönsten Gebäude – vor allem erkennt ihr sie an den verspielten Türmchen und Spitzbögen – findet ihr mitten in der Stadt. Unsere persönlichen Favoriten waren: die Dunedin Railway Station, die First Church of Otago, die St. Pauls Cathedral und die University of Otago (Neuseelands älteste Uni) – letzteres gibt einem richtige Harry-Potter und Hogwards Vibes und ihr könnt sogar eine self-guided Tour auf dem Gelände machen! Infos dazu gibt es an der Rezeption unter dem Clock Tower. Außerdem findet ihr in der Nähe der Uni das The Good Earth Café, dass besonders viel Wert auf Organic legt – der Kaffee ist Fairtrade und es gibt viele Vegane/ Vegetarische Gerichte

Auf dem Weg in die Stadt haben wir direkt an der Dunedin Railway Station geparkt (5 NZD pro Tag) und uns die weiß-schwarze Außenfassade, sowie den detaillierten Innenbereich genauer angeschaut – euch erwarten aufwendig gestaltete Mosaikböden, einzigartigen Buntfenstergläser mit Eisenbahn Motiven und jede Menge Säulen sowie Rundbogen-Fenster. Kein Wunder erinnert es einen an ein schön verziertes Lebkuchenhaus!

Etwas außerhalb der Stadt findet ihr das Larnach Castle – Neuseelands einziges Schloss, was in privatbesitz eines reichen Bankiers ist. Uns war der Eintritt mit 50 NZD pro Erwachsener ehrlicherweise etwas zu hoch, daher haben wir uns such gegen einen Besuch entschieden. Unserer Meinung reicht es völlig aus, die Dunedin Railway Station oder Alternativ für 26 NZD pro Erwachsener das Olveston Historic Home mit originaler Einrichtung und Kunstwerken aus den 1910er Jahren anschauen – es gibt sogar einen kleinen botanischen Garten. Das Anwesen ist definitiv nicht weniger Spektakulär und ein echt guter Geheimtipp für alle die Geld sparen wollen.

Die Baldwin Street ist mit 35% Steigung eine der steilsten Wohnstraßen der Welt und gehört definitiv auf jede „Dunedin-Must-do-Liste“ – hochfahren ist definitiv nichts für schwache Nerven! Wir haben unser Auto einfach unten an der Querstraße geparkt und sind die steile Straße hochgelaufen.

Fun Fact: Die Straße musste sogar extra mit Beton gebaut werden, um den hochfahrenden Autos bei schlechtem Wetter genügend Grip geben zu können. Wohnen würden wir dort definitiv nicht wollen – mal abgesehen davon, dass ständig Touristen auf der Straße liegen und so tun, als würden sie herunterfallen und sich dabei festhalten müssen, „räusper“. Die Aussicht von oben auf die steil abfallende Straße sieht man aber tatsächlich nicht alle Tage, daher lohnt sich der Aufstieg alle mal! Die schönste Aussicht hat man vor allem Abends, wenn die Sonne untergeht – es ist aber auch entsprechend viel los!

Auf dem Weg zur Baldwin Street könnt ihr einen kleinen Abstecher ins Grüne machen und durch die Dunedin Botanical Gardens spazieren – euch erwartet ein tropisches Gewächshaus mit kleinem indoor Kakteengarten, ein exotisches Vogelgehege mit bunten Papageienvögel und ein Ententeich inklusive kleiner Steinbrücke. Direkt nebenan liegt übrigens auch der Parkplatz zum Signal Hill Lookout, von dem aus ihr eine super schöne Aussicht auf Dunedin habt. 

Kommen wir zu einem absoluten Natur-Highlight und einem echten „Must-do“ für alle Vogelliebhaber: das Royal Albatross Centre auf der Otago Peninsula Halbinsel. Während einer einstündigen Tour könnt ihr für 60 NZD pro Erwachsener die weltweit einzige Festland-Kolonie des Northern Royal Albatross von einer kleinen Observationshütte aus beobachten.

Die relativ großen Vögel haben mit 3,5 Metern die größte Flügelspannbreite aller Vögel auf der Welt. Außerdem verbringen sie 85 % ihres Lebens auf offener See und kommen nur alle 2 Jahre an Land, um für 80 Tage ein einziges Ei auszubrüten – wenn ihr zwischen November und September dort seid, könnt ihr genau das beobachten. Wir hatten Glück und haben einige kleine Albatrosskücken von der Observationshütte aus beobachten können. Nehmt aber unbedingt ein Fernglas für die Tour mit, da ihre Nester meist doch ein Stück weiter weg liegen.

Die Halbinsel hat – was tierische Begegnungen angeht – aber noch mehr zu bieten: Direkt nebenan liegt der Pilot Beach, der für die kleinsten Pinguine der Welt, die sogenannten Blue Pinguines bekannt ist. Leider kommt ihr nur mit einer geführten Tour an den Strand – zumindest dann, wenn die Pinguine Abends zu ihren Schlafquartieren kommen. Das Schauspiel könnt ihr für 65 NZD pro Erwachsener von einer darüber liegenden Aussichtsplattform aus beobachten – wir haben einige Kommentare gelesen, dass es sehr überlaufen sein soll. Wir haben uns daher gegen die Tour entschieden und wurden in Oamaru mit einer ganz besonderen Begegnung überrascht – dazu aber mehr im Oamaru Beitrag.

Ein Stück weiter südlich findet ihr das gemütliche Küstenviertel St. Kilda, mit einer kleinen aber entspannten Promenade und einigen individuellen Surferläden – in den Sommermonaten ist der Abschnitt übrigens ein beliebter Surfer-Hotspot. Schon auf der Hinfahrt wurden wir von einer super schönen Aussicht auf die türkisblaue Bucht und die Dünenlandschaft überrascht – besonders zwischen dem John Wilson Ocean Drive und dem Sir Leonard Wright Lookout. Nehmt euch also auch für dem Hinweg etwas Zeit und genießt die leichte Meeresbriese!

Wir waren gegen Abend dort und sind im Esplanade Restaurant bei super gemütlicher Atmosphäre Pizza essen gewesen – die Schlage war wirklich sehr lange und wir mussten über eine halbe Stunde warten, aber es hat sich total gelohnt. Die Wände waren mit Backstein verkleidet, auf dem Kaminsims haben Kerzen gebrannt und Aussicht auf die Küste war unfassbar schön – genau so stellt man sich ein italienisches Restaurant am Meer vor. Wer etwas früher vor Ort ist, kann vorher noch eine Runde im beheizten St. Clair Hot Salt Water Pool schwimmen gehen. Der Outdoor-Pool liegt unter freiem Himmel direkt am Meer und ist eine der letzten in Dunedin, ähnlich wie die Bondi Icebergs in Sydney. Das Wasser hat angenehme 28 Grad und es gibt 6 Bahnen, sowie eine großzügige Umkleidekabine – bei stürmischen Seegang können die Wellen sogar über den Beckenrand schwappen. Eine Erfahrung, die man nicht alle Tage macht – vor allem bei einer so traumhaften Kulisse.

Einer unserer letzten Stopps in Dunedin war der berühmte Tunnel Beach – ein in Stein gehauener Tunnel, der euch über 72 Stufen zum gleichnamigen Strand führt. Dort erwarten euch neben steilen Sandsteinklippen und natürliche Steinbögen, sogar versteinerte Fossilien in Form von versteinerten Muscheln und Seeigeln. Für die Wanderung solltet ihr ca. 1 Stunde (hin und zurück) einplanen – die recht steile Treppe kann sehr nass und rutschig sein, packt also gute Schuhe ein. Achtet außerdem auf die Gezeiten, denn einige Teile des Strandes sind nur bei Low-Tide zugänglich. Schwimmen wird übrigens durch die starke Strömung nicht empfohlen. 

3.9 Ōamaru – Kugelfelsen am Strand & die kleinsten Pinguine der Welt

Bier-Tasting: Craftwork Brewery – Neuseelands kleinste Brauerei, die ihr Bier nur in ganz kleinen Margen an Restaurants verkauft und in einer Vitage-Lagerhalle liegt
Whiskey Tasting: New Zealand Whisky Collection

Auf dem Weg von Dunedin nach Ōamaru kommt ihr am Moeraki Boulders Beach vorbei – ein 300 langer Strand der für seine kugelrunden Steine bekannt ist, die glatt als Riesenschildkröten durchgehen könnten (siehe Bild). Die Riesen-Felsen können bis zu 3 Meter groß werden und sind über den ganzen Strand verteilt – achtet aber auf die Gezeiten, denn sie liegen teilweise im Wasser. Ihr könnt euer Auto direkt am Strandcafé auf dem kostenlosen DOC-Parkplatz stehen lassen und von dort dann zum Strand runter laufen. Wir waren Vormittags direkt nach dem Frühstück dort und was sollen wir sagen: Es war natürlich die Hölle los. Wir waren uns schnell einig, dass uns der eine Besucht gereicht hat, nicht weil der Strand nicht schön war, sondern weil wir uns irgendwie mehr erhofft hatten.

Im Nachhinein glauben wir aber, dass wir einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren, denn der Strand und die Moeraki Boulders sollen vor allem bei Sonnenaufgang unglaublich schön sein. Man kann sich die Szene in etwa so vorstellen: leichter morgendlicher Nebel, der an der Küste und an den grünen Berghängen hängen bleibt, dazu ein leichter Wellengang und die Moeraki Boulders, die wie verstreute Murmeln aussehen und durch das morgendliche Sonnenlicht orange-rot leuchten. Außerdem werdet ihr um diese Uhrzeit kaum Menschen antreffen, was definitiv nach einem gelungenen Start in den Tag klingt!


Nach dem Strandbesuch ging es für uns auch schon weiter in die gemütliche Küstenstadt Ōamaru – Neuseelands Steampunk-Hochburg und inoffizielles PinguinParadies. Für alle die Steampunk nicht kennen: Es ist eine Mischung aus viktorianischem Punk und dampfbetriebenen, oft verrosteten Zukunftsmaschinen – mit viel Kupfer, Zahnrädern, ausgefallenen Anzügen und Schutzbrillen. Klingt verrückt und total interessant? – ist es auch. Gefühlt die halbe Stadt besteht aus antiken Kalksteinhäusern und mechanischen Skulpturen und hat ihren Mittelpunkt im Steampunk HQ Museum – eins der coolsten Museen in denen wir jemals waren.

Der Eintritt kostet euch 15 NZD pro Erwachsener, was – finden wir – echt günstig ist für das, was man geboten bekommt. Hinter jeder Ecke erwartet euch ein verrückter Gegenstand nach dem anderen – sei es ein umgebauter Vintage-Arztstuhl, ein vollausgestattetes Experimenten-Labor oder ein begehbarer Retro-Zug, der sogar einem Ritt durch die Hölle standhalten wurde. Einer unserer Highlights war aber definitiv der verspiegelte Kristallraum, der passend zur Musik in unterschiedlichen Farben leuchtet – vom Gefühl fast so, als würde man mitten zwischen den Sternen im Universum stehen. Wir waren gute 2 Stunden dort und haben uns auch im Innenhof eine verrückte Erfindung nach der anderen angeschaut, die dem Film Mad Max alle Ehre machen würden.


Kommen wir zum historischen Stadtkern „Ōamaru’s Heritage Precinct“ – eine viktorianische Häuserallee aus dem 19 Jahrhundert, die praktischerweise direkt neben dem Steampunk-Museum liegt. Das Viertel hat uns buchstäblich umgehauen und wir hatten teilweise das Gefühl, ein Jahrhundert in die Vergangenheit zurück zu reisen – zwischen der historischen Fassade flattern viele bunte Fähnchen von Haus zu Haus und ist ein super beliebtes Fotomotiv auch bei Einheimischen. Das Viertel ist nicht allzu groß, trotzdem solltet ihr ungefähr 2-3 Stunden einplanen, um euch die vielen kreativen Werkstätten und individuellen Boutiquen genauer anzuschauen.

Das besondere: Früher waren es alte landwirtschaftliche Lagerhallen für Getreide & Wolle, die nach dem Rückgang des Schiffshandels restauriert und neu belebt wurden. Gut für uns, denn damit hat es definitiv seinen Charme behalten und gilt auch heute noch nicht umsonst als eine der best erhaltenen viktorianischen Städte der Südhalbkugel.


Während unserer Erkundung haben wir uns in der Harbour Street Bakery leckere Croissants und gefüllte Pie’s geholt und sind anschließend an der verrückten Roboter-Werkstatt „Buggyrobot Gallery“ vorbei gekommen. Wir mussten natürlich sofort anhalten und uns die handgefertigten Kunstroboter-Figuren aus Metall genauer anschauen. Der Besitzer Martin aka „The Robot Men“ sammelt leidenschaftlich gerne Schrottteile, aus denen er dann die super coolen und individuellen Roboter baut – preislich bewegen wir uns eher im höheren Segment, daher haben wir uns auch ehrlicherweise nur umgeschaut. Er hat uns super viel über den Bau von Robotern erzählt, was alleine schon ein echt cooles Erlebnis war! Wenn ihr also eure Steampunk-Erfahrung abrunden wollt, seid ihr hier genau richtig.


Nach einem sehr erlebnisreichen Tag in der Stadt hatten wir uns entschieden die Nacht auf dem Ōamaru Harbour Tourist Park zu verbringen. Was wir aber nicht wussten: Es ist eine der besten Orte um Little Blue Pinguine in freier Wildbahn, ohne Touristenmassen zu beobachten! Teilweise wird auf dem Campingplatz sogar explizit auf Schildern davor gewarnt, dass sie sich besonders Nachts unter den Autos verstecken können. Prüft also unbedingt unbedingt vorm losfahren, ob ihr Nachts tierische Besucher hattet, die es sich gemütlich gemacht haben. Der Campingplatz liegt mitten in ihrem Brutgebiet und Nachts watscheln sie vom Meer in Richtung Campingplatz zu ihren Nestern – die liegen meistens unter der Küchenterrasse oder unter anderen Häusern.

Genau das haben wir auch Abends nach unserem Spaziergang an der Esplanade beobachtet – nehmt am besten Stirnlampen mit Rotlicht mit, falls ihr dort nach welchen Ausschau halten möchtet (rotes Licht können sie nicht sehen). Als wir schon auf dem Rückweg zum Campingplatz waren, ist uns eine kleine Gestalt auf der Mauer zwischen Meer und Gehweg aufgefallen, die direkt vor uns runter gehüft und seelenruhig in Richtung Campingplatz gewatschelt ist. Wir sind vor lauter Freude fast ausgeflippt und haben ihn neugierig aus der Ferne beobachtet, wie er über den Campingplatz marschiert und wirklich von Auto zu Auto gelaufen ist. Es war wirklich einer unserer schönsten und spontansten Neuseeland-Momente, daher würden wir den Campingplatz definitiv weiter empfehlen! Aber bitte haltet genügend Abstand zu den Tieren und versperrt ihnen nicht den Weg zu ihren Nestern.

Falls ihr lieber eine Tour mit Pinguin-Garantie machen möchtet, könnt ihr für 47 NZD pro Erwachsener am Ōamaru Blue Pinguine Visitor Centre die kleinen Pinguine von einer Plattform aus beobachten. Einziger Nachteil: Ihr seid gefühlt mit hundert anderen Menschen dort. Wir haben uns nach unserer spontanen Begegnung dagegen entschieden und haben es nicht bereut.


Ganz in der Nähe der Blue Pinguine Kolonie gibt es auch noch einen Spot, an dem ihr die seltenen und sehr scheuen Yellow eyed Pinguins beobachten könnt. Wir würden euch auf jeden Fall empfehlen einen Fernglas mitzunehmen, da die Aussichtsplattform auf einer hohen Klippe liegt und der Strand echt ein Stück weit weg ist. Wir haben fast 2 Stunden gewartet – es war schon dunkel und es gab keine Toiletten vor Ort – und sind dann wieder zurück zum Campingplatz.

Wir haben an dem Abend leider keinen gesehen, aber vielleicht habt ihr mehr Glück, denn es ist sehr abhängig von einigen Faktoren: Während der Brutzeit kommen sie öfter an den Strand (Oktober – Februar), durch Lärm oder Lichtquellen wie Taschenlampen oder Blitz bleiben sie im Wasser oder kehren um oder sie finden nicht genügend Futter während ihrer Jag und bleiben entsprechend länger im Wasser. Der Strand wir übrigens jeden Tag ab 15 Uhr gesperrt.

Mueller Hut Wanderung im Mount Cook Nationalpark

4. Extra Route Canterbury

Alle Highlights auf einen Blick

  • Omarama | Clay Cliffs | Omarama Hot Tubs
  • High Country Salmon Restaurant
  • Lake Middleton Campground  am Lake Ōhau
  • Lake Pukaki | Tapataia Mahaka Peter´s Lookout | NZ Alpine Lavender Farm
  • Mount Cook Nationalpark | Hooker Valley Track | Mueller Hut Track | Tasman Lacke Viewpoint Track
  • Lake Tekapo | Lupines Flower-sea Feld | Lake Alexandria | Church of the Good Shephered | Astro Café
  • Christchurch | New Regent Street | Riverside Market | Canterbury Museum – Paua Wohnzimmer | Cardboard Cathedral | Rememberance Bridge | Memorial Wall
  • Akaroa | Eco-Tour mit seltenen Hector-Delfinen | Akaroa Lighthouse | Little Penguin Eco-Tour
  • Arthur’s Pass |

4.1 Lake Pukaki: Gletscherwanderung am Mount Cook Nationalpark

Der Lake Pukaki ist einer der schönsten Gletscherseen die wir jemals gesehen haben, vor allem durch seine türkisblaue Farbe und der idyllischen Lage zwischen den Bergen der Südalpen. Am besten fährt ihr von Ōamaru die Highway 82/83 entlang, vorbei an den termitenartigen Omarama Clay Cliffs, die uns ein wenig an den Bryce Canyon in Utha erinnert haben – sie sind aber weniger farbenfroh und kleiner. Falls ihr weniger Zeit haben solltet, könnt ihr auch einfach an einer kleinen Bucht am Highway anhalten und Bilder aus der Ferne machen – reicht im Normalfall auch. Falls ihr euch aber die Beine vertreten wollt, könnt ihr am Eingang des Parkplatz eine kleine Spendenkasten reinwerfen – die meisten werfen 5 NZD pro Auto rein – und euch die 40 Meter hohen Sandsteinfelsen aus der Nähe anschauen.

Die Omarama Hot Tubs sind das Pendant zu den Secret Hot Tubes in Rotorua und liegen direkt auf dem Weg in den Nationalpark. Der Eintritt kostet euch für zwei Erwachsene 130 NZD (ohne Sauna) inklusive atemberaubender Aussicht auf einen kleinen See und die dahinterliegenden Berge. Falls ihr eine Sauna dazu buchen möchtet kostet es euch nochmal 50 NZD mehr – die liegt übrigens direkt neben dem Hot Tub. 

Weiter auf dem Weg werdet ihr kurz vor Twitzel am High Country Salmon Restaurant vorbei kommen, in dem ihr alle erdenklichen Arten von Lachs bekommen könnt – super beliebt sind natürlich die Sushi-Sharing-Platten. Es gibt aber auch Hauptgerichte wie Steak, Lamm oder auch Cheeseburger. Wir hatten den Lachs-Süßkartoffel-Pie, Trüffelpommes und eine kleine Sushi-Platte. Der Fisch war super lecker und sehr frisch – kein Wunder, denn sie werden auch im glasklaren Gletscherwasser gezüchtet. Das kleine Lokal ist aber leider kein Geheimtipp und wirklich sehr überlaufen – kommt daher am besten schon etwas früher am Morgen.

Übernachten könnt ihr entweder auf dem etwas weiter entfernten und nur über eine Schotterpiste zu erreichenden Lake Middleton Campground am Lake Ōhau – ein eher abgelegener, von Bergen umgebener, wunderschöner Campingplatz – oder auf der Lake Poaka Campsite, die wirklich sehr gut zu erreichen ist und idyllisch an einem kleinen See liegt.

Angekommen am Lake Pukaki erreicht ihr den Mount Cook Nationalpark nur über die SH80 – eine unglaubliche Panoramastraßen die euch von den Socken hauen wird, denn auf dem Weg kommt ihr an unglaublichen Aussichtspunkten auf den glasklaren Gletschersee und den Mount Cook vorbei. Eine der bekanntesten Aussichtspunkte ist der Tapataia Mahaka Peter´s Lookout, wobei es wirklich an jeder Ecke wunderschöne Fotospots gibt. Nehmt euch also unbedingt genügend Zeit für die Strecke und plant vorher noch einen Stopp auf der NZ Alpine Lavender Farm ein – das Lavendel-Eis war wirklich sehr lecker und es gibt viele verschiedene Lavendel Produkte. Der Eintritt kostet euch während der Blütezeit im Sommer ca. 8 NZD pro Person und ihr könnt mit pastellfarbenen Fahrrädern durch die Felder fahren!

Wir haben direkt am Fuße des Mount Cook auf dem White Horse Hill Campground übernachtet – die Preise sind mit 20 NZD pro Person echt saftig, dafür ist die Lage einfach nur premium. Nicht weit entfernt davon liegt die winzige Nationalpark-Stadt Aoraki, in der ihr euch im Mount Cook Visitor Centre weitere Infos zu den verschiedenen Wanderungen oder auch Ausflügen holen könnt – es wirklich super schön aufgebaut und erzählt auf spielerische Art und Weise die Geschichte der Region. Gegen einen kleinen Aufpreis könnt ihr euch nach einer langen Wanderung am Mt Cook Public Shelter eine warme dusche gönnen, denn am Campingplatz gibt es nur Toiletten.

Der Campingplatz ist Ausgangspunkt für einige der schönsten Wanderungen der Welt – darunter die berühmte Gletscherwanderung zur Mueller Hut und der Hooker Valley Track, der euch um gleichnamigen Hooker Lake führt. Wir haben beide Tracks gemacht und waren absolut überwältig von der Aussicht, die bei beiden Wanderungen doch sehr unterschiedlich war. Der Hooker Valley Track ist ein wirklich super einfacher Weg und endet am Hooker Lake, in dem selbst im Sommer immer mal wieder Eisberge herumtreiben. Der Weg ist ungefähr 10 km lang (hin und zurück), wofür ihr mindestens 3 Stunden (hin und zurück) einrechnen solltet. Außerdem erwarten euch auf dem Weg drei Stahlhängebrücken, die euch über den reißenden und schon fast milchig weißen Gletscherfluss führen und ein Blick auf das idyllische Hooker Tal, dass von hohen Bergen und Gletschern der Südalpen umgeben wird.

Auf dem Track ist wirklich super viel los –  überlegt euch daher am besten schon vorher, ob ihr eher früh morgens oder am späten Nachmittag – Stirnlampen nicht vergessen – aufbrechen wollt. Wir haben die Wanderung sowohl morgens, als auch nachmittags gemacht und fanden es erstaunlicherweise gegen Abend etwas entspannter. Auf dem Rückweg wurden wir mit einem wunderschönen, rosafarbenen Sonnenuntergang und einem wolkenfreien Himmel, mit perfekter Aussicht auf die Sterne belohnt – ein wirklich perfekter Abschluss des Tages. Es gibt übrigens keine Toiletten auf dem Weg, geht daher am besten noch auf dem Campingplatz auf die Toilette. 

Die Wanderung zur Mueller Hut steckt uns definitiv noch heute in den Knochen – 10 km, 1000 Höhenmeter und ca. 2000! Stufen. Vor allem das letzte Stück hat uns den Rest gegeben: wir mussten über ein großes Geröllfeld, dass echte Trittsicherheit vorausgesetzt hat. Die Aussicht von der Hütte war – aber ohne zu dick aufzutragen – einfach überwältigend. Wir waren absolut sprachlos und standen nun endlich – nach einer Fluchparade, die jeden außenstehenden schmunzeln lässen hätte – mitten in einer einzigartigen  Gletscher- und Bergseenlandschaft. Von Oben habt ihr bei gutem Wetter eine perfekte Aussicht auf den Hooker- und Mueller Glacier sowie auf den Mount Cook selbst.

Falls ihr schon etwas früher mit der Planung dran sein solltet, könnt ihr mit etwas Glück auch einen Schlafplatz in der teilweise schon monatelang ausgebuchten Mueller Hut ergattern. Leider waren wir sehr spät dran und mussten am selben Tag wieder runter laufen. Tatsächlich haben wir aber sehr viele Plätze entdeckt, wo andere Wanderer etwas abseits der Hütte ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Wahrscheinlich ist das aber nicht gerade die beste Idee, davon abgesehen dass es oben über Nacht sehr kalt werden kann. Außerdem leben in der Nähe der Hütte die berühmtberüchtigten Kea-Bergpapageie, die euer Zelt mal schnell auseinander nehmen können. Für die Wanderung solltet ihr übrigens mindestens 6 – 8 Stunden (hin und zurück) einplanen. 

Eine weitere richtig coole Wanderung ist der Tasman Glacier Viewpoint Track – der milchige Gletschersee des Tasman Glacier. Kurz bevor wir dort waren ist wohl ein großes Stück des Gletschers abgebrochen und hat sprichwörtlich den gesamte See mit Eisschollen überflutet – teilweise sind waren es so viele, dass die gelben Gummi-Boote der Tour-Guides von Glacier Explorers kaum durchgekommen sind. Uns hat die Aussicht vom Ufer völlig ausgereicht. Wir haben sogar einen riesigen Eisberg mitten in der Mündung zum Fluss kentern sehen!

Aussicht vom Astro Café auf den Lake Tekapo

4.2 Extra Route Lake Tekapo: Lupinen & Sternenbeobachtung

Wanderung direkt am See:  Mount John Summit Circuit Track (9 km) – Startpunkt: der kostenlose Mount John Summit Carpark mit Platz für etwa 8 Autos, von dem aus ihr ca. 2 – 3 Stunden für die Rundwanderung einplanen solltet. 
Best Pie’s in Neuseeland:  Fairlie Bakehouse  – kleine Bäckerei die 2010 von einem österreichischen Chefkoch eröffnet wurde und neben herzhaften Pasteten auch Cream Donuts und selbstgemachtes Eis anbietet (besonders abgefahren ist der Belly Pie mit Apfelmus)
Lebensmittel: Einziger großer Supermarkt ist der Four Square Supermarket (teuer) – eine gute und preisgünstigere Option zu Restaurants sind die Food-Trucks am Lakeside-Drive, unter anderem das The Better Batter NZ mit guten Fish & Chips und die Monster Kitchen mit leckeren Burgern 
Campground Lake Tekapo: Lakes Edge Holiday Park – kaum Schatten, dafür eine schöne Aussicht drekt auf den See

Lake Tekapo war der dritte und letzte Gletschersee auf unserer Tour durch das Landesinnere und darf unserer Meinung nach auf keiner guten „Must-see-Liste“ fehlen, auch wenn es sehr touristisch und voll werden kann. Was den See von den anderen besonders abhebt: Jedes Jahr zwischen Frühling und Frühsommer verwandelt sich das Seeufer und die umliegenden Wiesen in ein buntes Blütenmeer aus rosa, lila, blau, gelb und weiß leuchtenden Lupinen – mit dem türkisblauen Wasser des Sees und den schneebedeckten Südalpen im Hintergrund ein Fotomotiv, das selbst erfahrene Fotografen kurz mal schwach werden lässt.

Leider haben wir die Blütezeit um einige Wochen verpasst, die normalerweise von Anfang November bis Mitte/Ende Dezember geht. Durch die schwankenden Temperaturen variiert die Blütezeit natürlich jedes Jahr aufs Neue, was es gar nicht so einfach macht den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Es wäre echt cool einen offiziellen Blüten-Tracker als Info-Quelle nutzen zu können, leider gibt es bis dato noch keinen. Unser Tipp: schaut einfach immer mal wieder nach Lupinen-Bilder auf Instagram.

Für alle die zur richtigen Zeit dort sind: die besten Lupinen-Spots liegen direkt im Uferbereich der kleinen Stadt (es ist sehr super überlaufen, kommt daher am besten schon früh morgens), an der Straße zum Lake Alexandria und auf dem Lupines Flower-sea Feld auf einem privaten Grundstück. Wir haben zwar keine Lupinen gesehen, aber auf einem super schöner und ruhiger Campingplatz direkt am Lake Alexandria übernachtet – der Lake Mc Gregor Campground.


Ein weiteres großes Highlight der Stadt war für uns die winzige rustikale Steinkirche „Church of the Good Shephered“ direkt Seeufer – ein Ort, der jeden Tag aufs Neue gefühlt hunderte Fotografen aus der ganzen Welt in seinen Bann zieht. Kein Wunder, denn er liegt mitten im Mackenzie Dark Sky Reserve, einem der größten Lichtschutzgebiete der Welt und bester Spot für Aufnahmen von der Milchstraße (siehe Bild). Tagsüber muss die kleine Naturstein-Kapelle parallel als Laufsteg für Brautpaare herhalten, was unterhaltungstechnisch ganz witzig war! Es spielt also keine Rolle wann ihr genau dort seid, da zu jeder Tageszeit was los ist. Eine weitläufige Panorama-Aussicht auf die Kirche und den See habt ihr übrigens von der Mclaren Footbridge – Nachts wird sie beleuchtet, was wiederum nicht ganz so optimal für Milchstraßen-Bilder ist.

Wenn ihr gerne mehr in die Astro-Welt eintauchen möchtet, dann ist Lake Tekapo definitiv der Place-to-be! Es gibt viele verschiedene Touren, die euch in die Welt der Sternenbeobachtung mitnehmen und sogar über die Sternenbilder der Māori aufklären. Eine empfehlenswerter Tour-Anbieter ist Chameleon Stargazing der euch für 110 NZD pro Erwachsener und 90 Minuten in die Welt unseres Solar-Systems mitnimmt – definitiv unser Favorit Anbieter, vor allem weil er etwas außerhalb der Stadt liegt und dadurch nicht so überlaufen ist. Ein professioneller Astronomie- Guide versorgt euch neben interessanten Astronomie-Fakten, auch mit heißer Schokolade, Marshmallows am Lagerfeuer und Decken. Die Gruppe ist recht überschaubar und ihr werdet natürlich auch in ein Teleskop eingewiesen, dass übrigens die selbe Größe wie Stephen Hawkings damaliges privates Teleskop haben soll!

Der zweite Tour-Anbieter ist bekannt für eine etwas andere Art von Sternenbeobachtung: Mit Tekapo Springs & Stargazing könnt ihr ab 139 NZD pro Erwachsener und für 90 Minuten in den heißen Tekapo Quellen, sippend an einem Getränk den Sternenhimmel erkunden. Es gibt verschiedene Arten von Tickets: Das Economy Ticket ohne Stornomöglichkeit und Begrüßungsgetränk oder das Premium Ticket das euch zu den 139 NZD nochmal 50 NZD extra kostet! Die Tickets sind relativ schnell ausgebucht und es ist entsprechend was los – also eher nichts für Menschen, die auf der Suche nach privater Atmosphäre sind.

Das Dark Sky Project ist Neuseelands höchste Gipfel/-Sternenbeobachtungstour auf dem Mount John University Observatory und hat mit dem DOM-Teleskop ein echtes Highlight im petto – ein 1,8-Meter-Spiegelteleskop auf 1029 Höhenmetern durch das ihr sogar ferne Galaxien entdecken könnt! Die Tour ist mit 220 NZD pro Erwachsener defintiv teurer als die meisten, dafür aber werdet mit einem Shuttle den Berg hochgebracht und der Guide erklärt euch zusätzlich zum Teleskop mit Laserpointern den Sternenhimmel. Euch werden außerdem warme Jacken gestellt, aber leider keine warmen Getränke – die müsst vorher selber organisieren. 


Direkt neben dem Mount John Observatorium liegt das  Astro Café – ein Aussichtspunkt mit 360°-Blick auf den türkisblauen Lake Tekapo und die umliegenden Südalpen, der euch die Socken ausziehen wird. Alleine die kurvige Passstraße nach oben bzw. nach unten wird euch die Kinnlade offen stehen lassen – haltet also eure Kamera griffbereit! Bis etwa 14 Uhr bekommt ihr im Café superleckeren Kuchen – teilweise auch vegan und glutenfrei – und warme Getränke. Bevor ihr aber die Straße hochfahren könnt, müsst ihr an der Schranke am Eingang eine Gebühr von 14 NZD pro Auto bezahlen – ab 17 Uhr wird die Straße dann zum Schutz der Natur, aber auch zur Kontrolle vor zu vielen nächtlichen Sternenbeobachtern gesperrt. Theoretisch könnt ihr sie aber nach 17 Uhr trotzdem hochlaufen. 

4.3 Christchurch & die Halbinsel Akaroa

Besondere Bars an der Oxford Street: Kong | Mr. Brightside Rooftop Bar
Campingplatz: Tasman Holiday Park – großer Pool und viele Palmen
Memorials: Bridge of Remeberence – Soldaten-Denkmal aus dem ersten Weltkrieg
Freizeitspaß: Holey Moley Golf Club Christchurch
Natur: Botanical Gardens mit tropischen Gewächshäusern und Bootsverleih
Museum: Canterbury Museum: Neuseelands ältestes Naturkundemuseum – Fred und Myrtle’s Paua Shell House mit dem originalgetreuen Wohnzimmer aus Paua Muscheln | Derzeit geschlossen: Wiedereröffnung 2028, ansonsten kleine Pop-Up Ausstellung

Christchurch gehört aus mehreren Gründen zu einer unserer Lieblings-Großstädte auf der Südinsel: die junge, kreative Studentenstadt hat viele kleine und gemütliche Cafés, außergewöhnliche Street-Art Viertel und immer wieder wechselnde Pop-up Märkte. Dazu kommen viele internationale Menschen und Backpacker sowie eine entspannte und total offene Atmosphäre – genau die Mischung, die eine coole Großstadt für uns ausmacht. Neben ihrer besonderen Atmosphäre gibt es außerdem einige coole Highlights die ihr euch unbedingt anschauen solltet, darunter die bunte Regent Street, die historische Retro-Straßenbahn und den internationalen Riverside Market.


Leider hat die schillernde Stadt an der Ostküste auch eine dunkle Vergangenheit, denn ein schweres Erdbeben im Jahr 2011 hat große Teile des Stadtzentrums zerstört und 185 Menschen das Leben gekostet – darunter auch einige internationale Besucher und Studenten. Um den zerstörten Stadtkern nach der Katastrophe zwischenzeitlich wieder zu beleben, wurde eine provisorische Mall aus bunten Seeschiffscontainer gebaut, die es heute aber leider nicht mehr gibt – Re:START wurde 2018 wieder geschlossen und musste einer neuen Einkaufsmeile weichen. Wirklich schade, denn optisch hat sich die farbenfrohe Container-Stadt wirklich abgehoben und Christchurch das gewisse etwas gegeben – es wäre mit Sicherheit – neben den anderen Gedenkstätten – ein weiteres bedeutendes Memorial gewesen!

Good to know: Nach dem Erdbeben wurden viele Hochhäuser mit wabenartigen Stahlträgern verstärkt und damit zusätzlich erdbebensicher gemacht. Außerdem werden mittlerweile viele privaten Wohnhäuser mit Holz gebaut, da es um einiges flexibler als Beton ist – auch der Grund, warum in den Wohngebieten sehr viele viktorianische Holzhäuser stehen.

Wenn ihr durch die Stadt schlendert werdet ihr an vielen bedeutenden Erdbeben-Memorials vorbei kommen, darunter auch die 111 Meter lange Memorial Wall, die super idyllisch am Avon River liegt – es sogar einen kleinen Steg mit mehreren Sitzmöglichkeiten. Es war wirklich erschreckend alle Namen der Opfen zu lesen, dennoch finden wir, dass es ein schöner Ort war um wieder Energie zu tanken! Ein weiteres sehr wichtiges Denkmal im Zentrum der Stadt ist die Cardboard Cathedral mit ihren riesigen tragenden Karton-Röhren im inneren der Kirche. Erstaunlicherweise ist Karton bei Erdbeben extrem flexibel & stabil und wurde daher als Stein-Ersatz verwendet – was die Kirche umso besonderer macht!


Kommen wir jetzt zu den erfreulichen Dingen des Lebens – Essen! Denn Christchurch ist bekannt dafür ein kleines Foodie-Paradies zu sein! Wir haben schon einiges über den Riverside Market an der Oxford Terrace Street gelesen und wollten uns selber einen kleinen Überblick über die 100 internationalen Food-Stände und Delikatess-Läden verschaffen. Eine der beliebtesten Stände ist definitiv Dimitris Greek Food – bekannt für die besten Souvlakis der Stadt, was wir mehr als bestätigen können! Aber auch der griechische Salat mit Feta war echt gut.

In der Food-Halle gibt es aber auch super gute Bäckereien (French-Style), Metzgereien und Fisch-Verkaufsstände – bei Little Fish gibt es frische Pacific Austern. Wir haben auch seeehr leckere nepalesische Dumplings mit einer Art Erdnuss-Sesamsoße bei Kathmandu MO:MO probieren dürfen – kurz gesagt: Wir waren im absoluten Food-Koma. Bringt also genügend Hunger mit! Anschließend waren wir imAmazonita Tiki-Cocktails trinken – die Preise waren zwar etwas höher, dafür war die Atmosphäre mit den Vintage-Lampenschirmen echt cool!

Weitere Food-Spots: Little High Eatery – Food-Halle | The Church Pub – historische Kirche aus dem Jahr 1875 mit Steinofen-Pizza und originalen Kirchenfenstern | C4 Coffee Co. – Kaffeebar im Industrial-Style | PUFF’D – Dessert Food-Truck

Die New Regent Street liegt in einem hippen Viertel mitten zwischen pastellfarbenen Häuschen im spanischen Missionarsstil und ist ein beliebter Spot für individuelle Restaurants & coole Bars, die rustikalen Retro-Charme versprühen. Die Bar „The Last Word“ hat über 600 verschiedenen Whiskey-Sorten und ist zwar echt klein, aber dafür total gemütlich – die Barkeeper brauchen für das Whiskyregal sogar eine Holzleiter, die direkt hinter der Bar steht. Wenn ihr zur Richtigen dort seid, könnt ihr sogar – während ihr an eurem Drink sippt – die  Christchurch Tram mitten auf der schmalen Straße vorbei rattert sehen – vor allem Abends mit den bunt beleuchteten Häusern echt Sehenswert!

Das beste Eis der Stadt bekommt ihr im Rollickin Gelato (schmeckt wie in Europa) – neben den typisch neuseeländischen Eissorten gibt es auch ausgefallene Kreationen wie Mojito, Black Forest und Key Lime Pie. Wer in der bunten Straße nach einem guten italienischen Restaurant sucht, kann bei Francescas Italian Kitchen lecker Pizza oder Pasta essen gehen – der selbe Besitzer wie in Wānaka.

Zum Abschluss des Abends könnt ihr euch dann noch ganz in der Nähe den wunderschönen weißen Pavillon Gazebo“ mit grünem Kupferdacht und Holzfußboden anschauen – definitiv ein schöner Spot für eine kleine Tanz-Partie, auch tagsüber!

Frühstück/Mittagessen: The Common Café
Übernachten: Akaroa Bed & Breakfast | Little River Campground and Manaia Native Habitat | Okains Bay campground
Ausflug: The Giants House – interessanter Künstlergarten (für 35 NZD pro Erwachsener aber relativ teuer und auch eher touristisch)

Südöstlich von Christchurch lieg die kleine Halbinsel Banks Peninsula mit ihrer charmanten kleinen Hafenstadt Akaroa, die Teil eines alten Vulkankraters ist. Die Stadt war früher eine französische Siedlung und hat bis heute viele wunderschöne bunte Häuser im Kolonialstil – haltet euch einfach entlang der Promenade in Richtung Akaroa Lighthouse und ihr werdet an vielen coolen Foto-Spots & Häusern, wie der Main Wharf vorbei kommen.

Die Halbinsel ist außerdem einer der besten Spots in Neuseeland, um wilde Hector-Delphine zu beobachten – übrigens eine der seltensten Delphine der Welt, die nur in den Küsten von Neuseeland vorkommen. Mit Ecoseaker – Dolphin Swimming & Harbour Adventure Cruises könnt ihr ab 190 NZD pro Erwachsener sogar mit welchen Schwimmen – Wetsuites, Masken, Snacks und heiße Getränke sind im Preis inbegriffen und es dürfen nur maximal 12 Personen an der Tour teilnehmen, was unserer Meinung nach eine gute Gruppengröße ist. Witzigerweise erinnern die Delphine uns mit ihren schwarzen Augen an kleine putzige Waschbär – sie sind sehr neugierig und schwimmen oft direkt neben dem Boot!

Eine weiteres ganz besonderes Erlebnis ist die familiengeführten Eco-Tour „Pōhatu Penguins“ zu einer Auffangstation für „Little Pinguins“. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und kostet euch ca. 121 NZD pro Erwachsener. Großer Pluspunkt: Sie wird schon seit über 30 Jahren von der Familie Helps geleitet, für die Naturschutz und Nachhaltigkeit an erster Stelle stehen. Die Tour ist also keine reine Show, sondern eine sehr wichtige Unterstützung für die Region!

Ihr werdet mit einem Allrad-Fahrzeug über super schöne und idyllische Straßen inklusive Meerblick zur Brutstätte gebracht und währenddessen mit vielen Infos zu Schutzmaßnahmen und Verhallten der Tiere versorgt. Es gibt auch die Option selber zu fahren, – kostet euch dann auch nur 80 NZD pro Erwachsener – dazu braucht ihr aber ein geländetaugliches Auto. Neben der Pinguin-Tour könnt ihr auch auf ihrer Farm übernachten – der Preis für die Pinguin-Tour ist inbegriffen – oder während der Wildlife-Sea-Kayak-Safari mit Seerobben schwimmen!

4.4 Arthur’s Pass Nationalpark: Alpenlandschaft & gitantische Boulder-Felsen

Sehenswerter Wasserfall: Devil’s Punchbowl – rechnet für die Wanderung zur Aussichtsplattform (2 km) eine Stunde ein (hin- und zurück)
Aussichtspunkt in Richtung Westcoast: Otira Viaduct Lookout – Geschwungene Brücke und Kea-Hotspot
Food-Stop: World Famous Sheffield Pies Store

Kommen wir zur letzten berühmten Passstraßen auf der Südinsel – dem Arthur`s Pass im gleichnamigen Arthur’s Pass Nationalpark. Die Strecke führt euch von der Ostküste wieder an die West Coast und ist eigentlich ein großer Umweg, wenn ihr Richtung Kaikōura fahren wollt (so wie wir). Der Umweg lohnt sich aber, alleine schon wegen der dramatischen Berglandschaft und den vielen tiefen Schluchten & glasklaren Gletscherflüssen! Rechnet aber damit das ihr wieder umdrehen müsst – wir sind nur bis zum Arthur’s Pass Village gefahren, was völlig ausreicht (147 km und etwa 2 Stunden Fahrtzeit).

Unser erster Stopp war am berühmten Castle Hill – vor allem bekannt für seine gigantischen Kalksteinblöcke, die glatt so aussehen als hätte ein Troll sie dorthin geworfen! Ein kurzer Kieselpfad führt euch vom Parkplatz direkt zu den teilweise meterhohen Felsen – es geht leicht Bergauf, wofür ihr etwa 15 min. einrechnen solltet. Auf dem Weg kommt ihr an vielen bunten Wildblumen und einigen Menschen mit großen schwarzen Matten auf ihren Rücken vorbei – die Gegend ist ein absolutes Kletterparadies & ein „Must-do“, wenn es um’s Bouldern geht. Oben Angekommen hat uns die Aussicht auf die Berge und die steinig-schroffe Graslandschaft wortwörtlich umgehauen -besonders die weißen Berg-Gänseblümchen zwischen den Felsen und dem Pfad haben dem Stein-Hügel eine ganz besondere Note gegeben (blühen meist im Frühling/Sommer).


Wir waren etwa eine Stunde dort und haben viele coole Bilder von den verschiedenen Formen der Felsen gemacht. Das soll aber noch nicht alles gewesen sein, denn ganz in der Nähe findet ihr im Cave Stream Scenic Reserve eine fast 600 Meter lange Kalksteinhöhle, durch die ein eiskalter unterirdischer Fluss fließt. Ihr könnt sogar auf eigene Faust durchwaten! Prüft aber unbedingt vorher, ob die Bedingungen auch passen: je nach Jahreszeit und Wetter kann das Wasser nämlich bis zur Brust reichen! Vergesst außerdem nicht eure Stirnlampe, feste Schuhe (kann rutschig sein) und ein Handtuch mitzunehmen. Eingang und Ausgang sind übrigens getrennt voneinander – ihr steigt am unteren Höhleneingang ein und kommt am oberen Höhlenausgang wieder raus. Für die Durchquerung solltet ihr ca. 30-45 Minuten einplanen. 

4.5 Kaikōura: Crayfish-Hauptstadt & Walbeobachtungs-Hochburg

Restaurantempfehlungen: The Pier Hotel – frisches Seafood | VEight Cafe/ Restaurant – Retro-Diner mit deftige Burger | Emporium Brewing – frisch gezapftes Bier und Pulled-Pork Burger
Günstige Campingplätze: Kiwi Camp – Outdoor-Dusche (Registrierung auf kiwi icash) | Freedom- Spots direkt in der Stadt und am Meer (Self-Contained)

Wieder zurück in Christchurch ging es für uns weiter in Richtung Kaikōura – Neuseelands Hotspot für Pottwale und letzter Stopp unserer großen Neuseeland-Reise. Neben Stränden voller Seehunde und fangfrischem Lobster erwarten euch auch abenteuerliche Walbeobachtungs-Touren – seid also gespannt!

Bevor es aber an die Küste geht müsst ihr euch noch unbedingt die berühmten Weingüter in der Waipara Valley Region anschauen – vor allem bekannt für ihren würzigen Pinot Noir und frischen Riesling. Wir haben euch unsere Favoriten rausgesucht und können euch folgende wärmsten ans Herz legen: Pegasus Bay mit einem unfassbar schönem Anwesen und fast schon herrschaftlichen Gebäude, die sehr beliebte Waipara Springs Winery mit gemütlichem Außenbereich & sehr guter regionaler Küche und zu guter Letzt das kleine aber sehr idyllische Georges Road Wines, das eine wunderschöne Aussicht auf die Berge und sehr viel Persönlichkeit hat.

Tipp: Ganz in der Nähe von Waipara liegt der sogenannte Frog Rock direkt neben einer alten und idyllischen Bahnstrecke (1882). Was ihn besonders macht? Ihr könnt auf dem Weka Pass mit einer historischen Dampfeisenbahn von Christchurch bis nach Waikari fahren, vorbei an Weinbergen und Kalksteinfelsen. Am Ende kommt ihr an der Frog Rock Holzhütte vorbei, die mit dem Frog Rock im Hintergrund ein echt cooles Fotomotiv ist! Ihr könnt aber auch einfach mit dem Auto hin fahren und die Gegend auf eigene Faust erkunden – es gibt einige Limestone-Höhlen, die ihr mit euren Stirnlampen selbstständig erkunden könnt. Haltet euch einfach an die Weka Pass Limestone Cliffs.

Weiter geht’s von den Weinbergen an die Pazifische Ostküste: Die idyllische Landstraße verwandelt sich in ein wildes Küstengebiet und führt euch über den kurvige Highway 1 direkt ins kleine Küstenstädchen Kaikōura. Das besondere an der Strecke: die Küstenstraße verläuft direkt am Meer und hält einige der besten Spots für Seerobben-Beobachtungen für euch bereit, darunter der Pinnacle Rock und der Seals Point. Jetzt heißt es: Fenster runter, frische Meeresbrise rein und ab nach Neuseelands Walbeobachtungs-Hochburg!


Leider hört die Küstenstraße nach 20 km auch erst mal wieder auf – trotzdem fanden wir den Abschnitt super schön und absolut sehenswert! Angekommen in Kaikōura haben wir uns auf dem Alpine Pacific Holiday Park einquartiert und uns damit erst mal etwas Luxus gegönnt – der Campingplatz kostet für eine non-powered Site 46 NZD pro Nacht/zwei Personen und hat kostenlose Hot Tubs mit teilweise Bergblick! Alternativ könnt ihr auch etwas außerhalb auf dem günstigeren Peketa Campground direkt am Meer übernachten – 20 NZD pro Nacht/ zwei Personen. Wir waren ende März dort, was nicht gerade die beste Zeit für eine Whale-Watching-Tour ist. Das Meer ist in der Saison zwischen November und Anfang März einfach am ruhigsten und weniger stürmisch, totzdem ist Kaikōura weltweit dafür bekannt, dass ganze Jahr über die Spielwiese von Pottwalen zu sein.

Beliebte AusflügeEncounter Kaikōura – Dolphin Encounter schwimmen mit Delphinen ab 245 NZD pro Erwachsener | Seal Kayak Kaikōura – ab 135 NZD pro Erwachsener |Whale Watch Kaikōura – ab 175 NZD pro Erwachsener | Kaikōura Museum – ab 12 NZD pro Erwachsener, Wahlfang- und Fischereiausstellung

Good to know: Wenn ihr eine Whale-Watching Tour machen möchtet und das Wetter zu stürmisch ist – trotz Sonnenschein – wird die Tour abgesagt. Unsere wurde ganze 3 Mal gecancelt, was echt super schade war. Schaut euch also unbedingt schon vorher die Wettervorhersagen an und bucht am besten kurzfristig, da sich das Wetter schnell ändern kann – es gibt meistens genügend freie Plätze. Das Geld haben wir natürlich zurück bekommen.

Ein weiteres Küsten-Highlight ist der Kaikōura Peninsula Walk zu einer der größten Seerobben Kolonien der Südinsel – euer Auto könnt ihr auf einem Parkplatz am Ende der Fyffe Quay Straße stehen lassen. Auf dem Weg kommt ihr an vielen türkisblauen Buchten, trockenen Sträuchern & weißen Kalksteinstränden vorbei, die einem teilweise das Gefühl geben mitten an einem mediterranen Strand in Südeuropa zu stehen – haltet unbedingt Ausschau nach Fossilien! Es gibt zwei große Aussichtspunkte mit Seerobben – einer am Seal Colony Point und der andere am Seal Beach. Sobald ihr fisch riecht und hupenartige Rufe hört, wisst ihr das ihr auf dem richtigen Weg seid!

Das rosa Fyffe House liegt übrigens in der Nähe vom Parkplatz und war früher mal eine Walfangstation, die auf einem Fundament aus Walknochen gebaut wurde. Zwar etwas makaber aber trotzdem ein wichtiger Teil der Stadt-Gesichte – die Konstruktion und das Haus ist in ihrer Art übrigens weltweit einzigartig!




Unser letzter Stopp an der Ostküste war am berühmten blau-weiße Food-Truck von Nin’s Bin an der Half Moon Bay – bekannt für seinen frischen und regionalen Crayfish (Flusskrebse ähnlich wie Hummer), der direkt vor Ort für euch zubereitet wird. Unter Reisenden ist er mittlerweile eine Ikone und auch entsprechend gut besucht – vor allem auch wegen der authentischen Lage am Meer und der wirklich guten Qualität. Die Größe könnt ihr euch übrigens selber aussuchen, – davon ist natürlich auch der Preis abhängig – der mit 100 NZD für eine mittlere Größe echt ordenlich war – no offence, wir wollten es zumindest ein Mal im Leben probiert haben. Geschmacktechnisch kann man es mit Garnelen oder Krabben  vergleichen, nur etwas milder – trotzdem ein Erlebnis!

Nicht weit entfernt von Nin’s Bin liegt das kleine Eco-Café Karaka Lobster mit einem überdimensionalen Lobster auf dem Dach – Lobster = Crayfish. Auch dort dort bekommt ihr fangfrischen Crayfish in allen erdenklichen Größen, aber auch frisches Seafood Chowder (Meeresfrüchte-Eintopf).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert